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Marienschule Oythe: Platznot wird immer größer

Die Stadt Vechta will zur Unterbringung von zusätzlichen Klassen mehrere Container aufstellen. Wie die langfristigen Erweiterungspläne aussehen, wird sich im Schulausschuss zeigen.

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Dringender Handlungsbedarf: Schulleiterin Ulrike Binder zeigt die angespannte Situation in der Marienschule Oythe auf. Bürgermeister Kristian Kater (rechts) sowie die Fachdienstleiter Rüdiger Holzenkamp (links) und Hendrik Lammers wollen die Pläne zur Bewältigung der Raumnot demnächst im Fachausschuss vorstellen. Foto: Speckmann

Dringender Handlungsbedarf: Schulleiterin Ulrike Binder zeigt die angespannte Situation in der Marienschule Oythe auf. Bürgermeister Kristian Kater (rechts) sowie die Fachdienstleiter Rüdiger Holzenkamp (links) und Hendrik Lammers wollen die Pläne zur Bewältigung der Raumnot demnächst im Fachausschuss vorstellen. Foto: Speckmann

Die Marienschule Oythe platzt aus allen Nähten. Aufgrund der Einführung der Dreizügigkeit gibt es kaum einen Winkel, der nicht von Lehrern und Schülern genutzt wird. Die angespannte Situation wird sich im nächsten Sommer noch einmal verschärfen. Dann kommt eine weitere Klasse hinzu. Um das Platzproblem zu bewältigen, sollen vorübergehend mehrere Container aufgestellt werden.

In der nächsten Sitzung des Schulausschusses will die Vechtaer Stadtverwaltung einen Vorschlag unterbreiten, wie die Übergangslösung konkret aussehen könnte. Außerdem erwartet die Politik einen Ausblick auf die langfristige Erweiterung der Grundschule. Die Pläne sind in den vergangenen Monaten verfeinert worden, sodass nun ein Raumkonzept präsentiert und der Beschluss für die Baumaßnahme gefasst werden kann.

Am Handlungsbedarf in Oythe bestehen keine Zweifel. Die Schülerzahl ist auf mittlerweile 197 Mädchen und Jungen gestiegen. Die Auswirkungen bekommen die Lehrkräfte täglich zu spüren. Sie müssen viel Flexibilität beweisen, um den Unterricht bewerkstelligen zu können, und das nicht erst seit gestern. „Ich rede schon seit Jahren davon, dass wir zu wenig Platz haben“, sagt Schulleiterin Ulrike Binder.

Die Marienschule Oythe steht vor einer umfassenden Erweiterung. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Sommer 2023 beginnen. Foto: SpeckmannDie Marienschule Oythe steht vor einer umfassenden Erweiterung. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Sommer 2023 beginnen. Foto: Speckmann

Die Dreizügigkeit schlägt sich seit fast 2 Schuljahren im Hause nieder. Um die zusätzlichen Klassen in den ersten beiden Jahrgängen unterzubringen, haben die Schulvertreter schon den Musik- und den Werkraum opfern müssen. Die Unterrichtsmöglichkeiten in den Fächern sind dadurch stark eingeschränkt. Vor allem handwerkliche Tätigkeiten, etwa das beliebte Arbeiten mit der Laubsäge, gehören der Geschichte an.

Im Sommer könnten fast 80 Erstklässler kommen

Was den Pädagogen besonders fehlt, sind die sogenannten Differenzierungsräume. Für Sprachförderung oder Gruppenarbeit muss jetzt schon die Mensa herhalten. Die Atmosphäre ist dafür kaum geeignet, weiß die Schulleiterin, zumal das Zeitfenster mit Blick auf das Mittagessen begrenzt ist. Die Rückzugsmöglichkeiten für das gewachsene Kollegium sind ebenfalls bescheiden. Das Lehrerzimmer ist überfüllt.

Mit sorgenvoller Miene blicken die Schulvertreter dem nächsten Schuljahr entgegen, wenn ein weiterer Jahrgang von der Zwei- zur Dreizügigkeit übergeht: 44 Viertklässler verlassen die Grundschule, fast 80 Erstklässler kommen hinzu. Das ist der aktuelle Stand der Anmeldungen, wobei es natürlich noch Änderungen geben kann. „Für drei Züge braucht man 54 Kinder. Die haben wir ganz sicher“, sagt Binder.

Die Stadtverwaltung will das Problem durch den Aufbau von Containern lösen. Auf diese Weise könnten zwei Klassenräume und ein Gruppenraum hinzukommen, erläutert der zuständige Fachdienstleiter Hendrik Lammers. Zur Belegung würden sich die beiden vierten Klassen anbieten. Sie blieben damit im nachbarschaftlichen Verbund, während die freien Kapazitäten im Gebäude für andere Jahrgänge genutzt werden.

Container-Aufbau ist für die Sommerferien geplant

Den ohnehin schon kleinen Schulhof will sich die Stadt durch die Container nicht verbauen. Der Verwaltung schwebt daher ein Standort im hinteren Bereich vor, möglicherweise auf der Friedhofserweiterungsfläche. Fachdienstleiter Rüdiger Holzenkamp hofft, dass es aufgrund der steigenden Nachfrage von Containern für Flüchtlinge nicht zu Lieferschwierigkeiten kommt. Der Aufbau soll in den Sommerferien über die Bühne gehen.

„Wir haben von Anfang an signalisiert, dass wir den Übergang mittragen – mit allen Einschränkungen, die es zur Folge hat.“Ulrike Binder, Leiterin der Marienschule Oythe

Dass die Platznot damit fürs Erste gelindert ist, der Schulablauf dadurch aber nicht einfacher wird, liegt für das Kollegium auf der Hand. Ulrike Binder, die seit fast 20 Jahren als Schulleiterin in Oythe tätig ist, stellt jedoch mit Blick auf die langfristige Erweiterung fest: „Wir haben von Anfang an signalisiert, dass wir den Übergang mittragen – mit allen Einschränkungen, die es zur Folge hat.“

Die Pädagogen haben zuletzt auch an der Gestaltung des Raumprogramms mitgearbeitet und dabei ihre Vorschläge eingebracht. „Der Entwurf, so wie er jetzt ist, passt. Es war ein gutes Miteinander“, lobt Binder die Zusammenarbeit mit Vertretern der Stadtverwaltung sowie des Architekturbüros Bocklage und Buddelmeyer, das bereits im vergangenen Jahr den Planungsauftrag für die Schulerweiterung erhalten hat.

Über der Mensa soll ein zusätzliches Geschoss entstehen

Der Entwurf sieht einen Anbau und ein zweites Obergeschoss für den zentralen Trakt des Gebäudekomplexes vor. Auch über der heutigen Mensa soll ein zusätzliches Geschoss entstehen. Im vorderen Abschnitt der Schule ist eine Erweiterung vorgesehen, die unter anderem als Eingangs- und Toilettenbereich dienen soll. Im Obergeschoss bieten sich Räume für gezielten Förderunterricht an.

Laut Bürgermeister Kristian Kater (SPD) sollen die Planungsdetails inklusive Kostenschätzung am 20. April, also gleich nach den Osterferien, im Schulausschuss auf den Tisch kommen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Verwaltungsausschusses könnten dann die weiteren Schritte eingeleitet werden. Die Bauarbeiten in der Marienschule Oythe sollen voraussichtlich im Sommer 2023 beginnen.

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