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Maria Wessels möchte "Altenoythe aktiv halten"

Die Liste an Posten und Tätigkeiten ist lang. Neue Ämter möchte die 71-Jährige nicht mehr übernehmen, aber sich weiterhin einsetzen. In ihrer Heimat ist sie geblieben, aber hat die Welt bereist.

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Naturliebhaberin: Maria Wessels in ihrem großem Garten, der zum Entspannen einlädt.   Foto: Claudia Wimberg

Naturliebhaberin: Maria Wessels in ihrem großem Garten, der zum Entspannen einlädt.   Foto: Claudia Wimberg

„Oh, wie schön, dass du da bist“, steht unter dem Engel, der die Gäste das ganze Jahr über begrüßt. Neben ihm eine massive Kommode, ein rustikaler Spiegelschrank und ein antiker Stuhl   mit Gobelin-Kissen. „Der stammt noch aus meinem Elternhaus“, stellt Maria Wessels vor. Und das steht rund 400 Meter von ihrem Wohnhaus entfernt. „In Altenoythe geboren und geblieben“ ist die 71-Jährige, die von der Welt in- und außerhalb Europas jedoch schon einiges gesehen hat. „Irland, Israel, Kanada, China,“ zählt sie nur einige Reiseziele auf. Und immer wieder Juist, wo sie ein halbes Jahr als staatliche geprüfte Wirtschafterin gearbeitet hat. „Eine sehr schöne Zeit.“

Unterwegs ist sie aber auch gerne in der Heimat und verbindet Bewegung mit Begegnung. Das Ehrenamt prägt sie seit ihrer Jugend und „am Wochenende war sie immer weg“, verrät Ehemann Heinz lächelnd, wenn er an frühere Zeiten denkt. „Du aber auch“, entgegnet seine Frau, die ihn bereits seit der ersten Klasse kennt. Verliebt haben sie sich 1971, verlobt 1972 und verheiratet sind sie seit 1973. Neben dem Familienleben blieb und bleibt gesellschaftliches Engagement kein Schlagwort und gehört zum aktiven Leben der zweifachen Eltern.

Dass Maria Wessels Führungsqualitäten besitzt und dabei besonnen bleibt bewies sie bereits in der Schule. Sie war mehrfach Klassensprecherin, öffnete die Landjugend in Altenoythe Ende der 60er für Mädchen und setzte sich auch im Landesvorstand für die Belange der KLJB ein. Sie spielte plattdeutsches Theater und war Mitglied im Pfarrgemeinderat und im Kirchenausschuss. 1997 war die Zeit reif für die KFD, die sie ins Leben rief und lange als Sprecherin fungierte. Die Frauenarbeit bleibt bis heute ein Thema, dem sie sich auch auf den Dekanatstagen annimmt, die sie jährlich organisiert.

"Ich bin glücklich über jedes Jahr, das dazukommt."Maria Wessels

Gerne wäre sie Lehrerin geworden, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen blieb ihr jedoch nicht verwehrt, denn 1970 kam sie der Bitte nach, beim Caritas-Verein tätig zu werden. Damals noch eine kleine Gemeinschaft und Maria Wessels, die sich zur Heilerziehungspflegerin ausbilden ließ, übernahm die Gruppenarbeit, war in der Küche „und eigentlich überall“ im Einsatz. Insgesamt fast 40 Jahre.

Altenoythe „aktiv zu halten“, ist ihr wichtig auch wenn sie keine neuen Posten mehr annehmen möchte. Dass der Ort eine attraktive Weihnachtsbeleuchtung hat, ist auch ihr Verdienst, sie beteiligte sich an der Idee des Gemeindeausschusses, die alten Grabsteine an der Vituskirche zu reinigen und war 15 Jahre Mitorganisatorin des Adventsmarktes. Sie recherchiert und schreibt für die Broschüre des Heimatvereins „Dit und dat“ und die über 80-Jährigen dürfen sich außerhalb von Corona über einen Geburtstagsbesuch freuen. Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen, gestalte sich zunehmen schwieriger. „Punktuell kann man sie begeistern, aber selten langfristig binden, obwohl man trotz aller Arbeit auch so viel Freude zurückbekommt“, weiß Maria Wessels, die sich noch so lange wie möglich engagieren möchte.

Mit dem Alter hat sie kein Problem. „Ich bin glücklich über jedes Jahr, das dazukommt“, sagt sie schmunzelnd, während sich die Smartwatch meldet und an Bewegung erinnert. „Wir haben beide eine zu Weihnachten von unseren Kindern bekommen“, berichtet Maria Wessels. Und wenn sie mit Ehemann Heinz nicht aufs Rad steigt, dann gehen sie spazieren. „Mindestens acht- bis zehntausend Schritte pro Tag.“

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