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Marcel Sterlikow wartet sehnsüchtig auf Corona-Lockerungen

2020 schaffte er es, für die Deutschen Meisterschaften an zweite Stelle gesetzt zu werden. Doch dann machte Corona alles zunichte, die wichtigen Wettkämpfe wurden abgesagt.

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16 Unzen an den Händen: Mittelgewichtsboxer Marcel Sterlikow hat die wettkampffreie Zeit genutzt, um seine Kondition auf einen neuen Höchststand zu bringen. Foto: Bernd Götting

16 Unzen an den Händen: Mittelgewichtsboxer Marcel Sterlikow hat die wettkampffreie Zeit genutzt, um seine Kondition auf einen neuen Höchststand zu bringen. Foto: Bernd Götting

Aufrechter Gang, direkter Blick und klare Vorstellungen von seinem künftigen Leben: Der 17-jährige Marcel Sterlikow beeindruckt seine Gesprächspartner schon nach wenigen Minuten. Wer in dem Cloppenburger Boxtalent jemals einen jugendlichen Raufbold erwartet hat, sieht sich gründlich getäuscht.

Der rotblonde Sportler hat nicht nur einen komplexen Überblick über die Welt des Boxens, sondern auch einen kompletten Plan für seinen beruflichen und sportlichen Aufstieg. Schon im Alter von drei Jahren waren Sporthallen so etwas wie ein zweites Zuhause für ihn. Im Schlepptau seines Vaters und heutigen Trainers Wladimir atmete er früh die intensive und aufgeladene Atmosphäre des Boxtrainings ein und begann im Alter von sieben Jahren mit den ersten Sparringskämpfen.

Nachdem er krankheitsbedingt für drei Jahre alle sportlichen Aktivitäten einstellen musste, baute er sich gezielt mit dem Boxtraining wieder auf. Den erforderlichen Ehrgeiz entwickelte er selbst, ohne dass sein Vater mitwirken musste. „Der hatte damals ganz andere Sorgen. Er wollte nur noch, dass ich ich wieder gesund werde“, erinnert sich Marcel an diese Zeit. Die Motivation und das Training zeigten recht bald ihre Wirkung. Bereits 2017 holte sich Marcel einen Niedersachsentitel in der Altersklasse U15 im Halbschwergewicht bis 72 Kilo.

„Boxen ist gut für mich, ich werde dadurch besser in der Schule.“Marcel Sterlikow

Schon recht früh erreichte er durch seine Körpergröße ein hohes Kampfgewicht und musste so manches Mal gegen ältere Gegner antreten. Doch in dem Alter zählt bei der Erfahrung jedes Jahr und so durfte der Cloppenburger anfangs manchen Schlag einstecken. Seine körperliche Grundkonstitution half ihm dabei, schließlich hatte er sich auch durch Judo, Schwimmen und Laufen vielseitig fit gehalten. Doch nicht nur körperlich entwickelte sich der junge Sterlikow, auch seine mentalen Stärken wuchsen mit der Zeit.

Irgendwann entdeckte er: „Boxen ist gut für mich, ich werde dadurch besser in der Schule“. Er lernte, mit seinen Energien und Stimmungen besser umzugehen, Niederlagen zu verarbeiten und sich selbst gezielt zu motivieren. „Ich kann jetzt für einen Wettkampf oder eine Herausforderung meine Kräfte fokussieren und dann eine bessere Leistung bringen“. 2019 durfte er bereits an den Deutschen Meisterschaften der U17-Junioren teilnehmen. Zwar ging er hier nach einem Glückstreffer seines Gegners Bjarne Thoms zu Boden, fand aber durch seine gute technische und taktische Performance die Beachtung zahlreicher Fachleute

100 Liegestütze sind kein Problem

Honoriert wurde Marcels sportliche Leistung am Ende dennoch mit dem Pokal für den besten Nachwuchskämpfer 2019 im Bezirk Weser-Ems. Er lernte auch, dass Glück und Pech zum Leben eines Boxers dazugehören. Zweimal knickte er in wichtigen Vorbereitungsphasen mit dem Fuß um und konnte mangels Lauftrainings keine Kondition aufbauen. Dieses Handicap verfolgte ihn bis in einen Kampf im vergangenen April hinein, bei dem er unter seinen Möglichkeiten bleiben musste. Trotzdem schaffte er es, für die Deutschen Meisterschaften im Jahr 2020 an zweite Stelle gesetzt zu werden - eine riesige Chance für den 16-Jährigen. Doch dann machte Corona alles zunichte, die wichtigen Wettkämpfe wurden abgesagt.

Kein Wunder also, dass Marcel Sterlikow jetzt auf ein Ende der Pandemie brennt. Denn durch das private Training in den letzten Monaten ist er so fit wie nie zuvor, und ein Leistungs-Check im Olympia-Stützpunkt in Hannover brachte die Bestätigung. „Er läuft besser als mancher Leichtathlet und 100 Liegestütze sind kein Problem“, lobt ihn sein Vater Wladimir - immerhin ein früherer Kickbox-Weltmeister.

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