Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Marcel Depeweg will die Ortsfeuerwehren stärken

Seit einem Jahr ist der Neuenkirchener Gemeindebrandmeister im Amt. Trotz Problemen durch Corona blickt er optimistisch in die Zukunft.

Artikel teilen:
Möchte Menschen helfen: Der neue Gemeindebrandmeister Marcel Depeweg ist der Feuerwehr beigetreten, da er Menschen in Not helfen will. Foto: E. Wenzel

Möchte Menschen helfen: Der neue Gemeindebrandmeister Marcel Depeweg ist der Feuerwehr beigetreten, da er Menschen in Not helfen will. Foto: E. Wenzel

In der Feuerwehr Neuenkirchen ist Marcel Depeweg ein bekanntes Gesicht. Seit 1989 ist er Mitglied – erst in der Jugendfeuerwehr, dann in der "großen". Das Ehrenamt liegt in der Familie: Sein Großvater, sein Vater und nun auch seine Kinder sind ebenfalls in der Feuerwehr. Mittlerweile ist er seit einem Jahr Gemeindebrandmeister. Im November 2020 löste er Friedrich Dortelmann nach 18 Jahren als Chef der beiden Ortsfeuerwehren ab.

Dass der 43-jährige Neuenkirchener "schon" jetzt zum Gemeindebrandmeister gewählt worden ist, sei nicht typisch, erklärt er. Normalerweise handle es sich bei den Anwärtern um den Posten um Personen, die bereits Ortsbrandmeister waren. Das war Depeweg  nie. An Erfahrung fehle es ihm aber nicht. Fast 18 Jahre lang war er der Gerätewart der Feuerwehr in Neuenkirchen, nebenbei absolvierte er mehrere Ausbildungen. Darüber hinaus war er bei der Kreisfeuerwehrbereitschaft lange Zeit ein Gruppenführer und von 2001 bis 2010 Sicherheitsbeauftragter. Seit zwei Jahren ist er außerdem Pressewart der Neuenkirchener Ortsfeuerwehr.

Seit 1989 dabei: Wie Marcel Depeweg, sind in seinem engen sowie entfernten Familienkreis viele Mitglieder bei der Feuerwehr. Foto: E. WenzelSeit 1989 dabei: Wie Marcel Depeweg, sind in seinem engen sowie entfernten Familienkreis viele Mitglieder bei der Feuerwehr. Foto: E. Wenzel

Neben seinem Beruf als stellvertretender Leiter der Lagerlogistik bei mondi Steinfeld und dem Engagement in der Feuerwehr bleibe dem Neuenkirchener kaum Freizeit. Er versuche aber, sich durch Joggen oder Spaziergänge mit dem Hund fit zu halten. Sonst genieße er die Ruhe – zum Beispiel beim Kochen. Ein Leben ohne die Feuerwehr könne er sich aber nicht vorstellen. "Ich kann nicht daran vorbeifahren, wenn jemand Hilfe braucht", erklärt er. Sein Posten bei der Feuerwehr ermögliche es ihm nun, die Hilfe professioneller und besser zu gewährleisten, indem er darauf achte, dass das Equipment bereitgestellt wird.

Welche Verantwortung nun auf seinen Schultern laste, sei dem 43-Jährigem klar. „Das sind immense Aufgaben, die einprasseln", meint er. Durch die Corona-Pandemie käme vieles zusätzlich dazu – und falle weg. "Meine Prämisse ist es, die Zusammenarbeit in der Gemeinde zu stärken", erklärt der Feuerwehrmann. Dafür sei ein gemeinsames Kennenlernen und Treffen nötig. Wegen Corona sei das im vergangenen Jahr aber kaum möglich gewesen. Der Dienstbetrieb musste fast ein halbes Jahr lang eingestellt werden. "Der Kontakt fehlt. Das Zwischenmenschliche ist wichtig, wenn man miteinander ins Feuer gehen muss", erklärt er. Es habe immerhin noch keinen Mitgliederschwund gegeben.

Wegen Corona musste der Ausbildungsbetrieb zurückgefahren werden

Über Wasser gehalten hätten sich die Feuerwehrleute durch angepasste Schulungen. Ein Beispiel aus Neuenkirchen: Die Ortsfeuerwehr erhielt 2021 ein neues Fahrzeug. Die Ausbildung der Einsatzkräfte erfolgte in Kleingruppen und online. Nur im Oktober konnte eine Feuerwehrübung in der Gemeinde stattfinden. Den Ausbildungsbetrieb zurückzustecken, sei aber nötig, denn die oberste Priorität sei es, den Schutz der Gemeinde zu gewährleisten. Das sei nicht möglich, wenn die gesamte Belegschaft infiziert ist. Aus diesem Grund seien alle Mitglieder geimpft und trügen auch bei Einsätzen Masken.

Was nun ansteht, ist der Bau des neuen Feuerwehrhauses in Vörden. Generell habe der Neuenkirchener ein Ziel: "Ich will die Ortsfeuerwehren stärken, damit sie zukunftsorientiert dastehen." Konkret bedeute das für ihn, dass darauf geachtet wird, die Feuerwehren gut auszustatten. "Die Gebiete werden größer", erklärt Depeweg. Es müsse darauf sichergestellt sein, dass ausreichend Wasser gesichert sei, beziehungsweise geprüft werden, ob neue Fahrzeuge oder Wasserspeicher benötigt würden.

Kritik übt er an der Bürokratie. Im Rettungswesen seien schnelle Entscheidungen wichtig. "Ich persönlich finde, dass die Verwaltungsschiene reduziert werden kann", erklärt er. Auch das "Beamtendeutsch" sei zu ausgeprägt – "vor allem in der Freiwilligen Feuerwehr, wenn man bedenkt, dass wir das in unserer Freizeit machen".

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Marcel Depeweg will die Ortsfeuerwehren stärken - OM online