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"Mammutaufgabe": Kreis Cloppenburg startet Phase 2 der Impfkampagne

Der Sprecher der Bürgermeister im Kreis Cloppenburg, Michael Fischer, bezeichnet die Koordination der Impfungen von Bund und Land "katastrophal". Umso dankbarer ist er für die lokale Strategie.

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Archivfoto: Hermes

Archivfoto: Hermes

Die Cloppenburger Kreisverwaltung und die 13 Rathäuser in den Städten und Gemeinden stehen vor einer "Mammutaufgabe". So bezeichnet Kreissprecher Sascha Rühl die zweite Phase der Impfkampagne - die der Landkreis wie bereits berichtet erneut in Eigenregie durchführen will. Das Pilotprojekt, dass bereits in einigen Kommunen den über 80-Jährigen angeboten wurde, soll "fortgesetzt und ausgedehnt" werden, berichtet Rühl am Freitag. Darauf hätten sich Landrat Johann Wimberg und die 13 Bürgermeister bereits in dieser Woche verständigt.

Und es scheint schneller zu gehen, als geplant: "Durch zusätzliche Impfstofflieferungen durch das Land Niedersachsen kann der Zeitplan der Impfungen für die Bürger über 80 Jahre gestrafft werden", erklärt der Kreissprecher. Deshalb gibt es nun einen neuen Zeitplan, der wie folgt aussieht:

  • Saterland: Mittwoch bis Freitag, 3. bis 5. März
  • Emstek: Montag, 8. März
  • Friesoythe: Freitag bis Samstag, 19. Bis 20. März
  • Bösel: Donnerstag, 4. März und Freitag, 5. März
  • Molbergen: Mittwoch, 17. März
  • Garrel: Montag, 1. März, Mittwoch, 3. März

Die Impfwilligen in diesen Gemeinden müssen nicht selbst aktiv werden. Sie werden über die jeweiligen Rathäuser kontaktiert, betont Rühl. Deshalb gibt es am Freitag erneut die Aufforderung, von schriftlichen und telefonischen Anfragen abzusehen.

Zeitgleich beginnen auch die Impfungen der nächsten priorisierten Zielgruppen. Rühl nennt dabei expliziert die Mitarbeiter von Haus- und Zahnarztpraxen, Lehrer in Grund- und Förderschulen, Erzieher, Tagespflegepersonen sowie weitere Beschäftigte in diesen Einrichtungen. Die Vakzine von drei Herstellern sollen dabei effektiv eingesetzt werden. Heißt: Bürger, die über 65 Jahre alt sind, erhalten die Impfstoffe von Biontech und Moderna. Jüngere erhalten den Impfstoff von Astrazeneca, dessen Einsatz wie bereits berichtet derzeit nur für unter 65-Jährige empfohlen wird.

Moderna, BiontechPfizer und Astrazeneca: Im Kreis Cloppenburg werden alle drei derzeit zugelassenen Impfstoffe verabreicht. Foto: dpaModerna, Biontech/Pfizer und Astrazeneca: Im Kreis Cloppenburg werden alle drei derzeit zugelassenen Impfstoffe verabreicht. Foto: dpa

Die nun anstehende Phase der Impfkampagne ist für Kreisverwaltung und Rathäuser eine noch größere Herausforderung, als bei Beginn des Pilotprojektes. "Die Gruppe der über 70-Jährigen ist wesentlich größer als die der über 80-Jährigen, dadurch steigt auch der zu bewältigende bürokratische Aufwand", erklärt Rühl am Freitag. Zusätzlich müsste der erforderliche Umfang in den nächsten Berufsgruppen ermittelt werden, um eine verlässliche Planung zu gewährleisten. Die Einrichtungen werden deshalb schon in den kommenden Tagen angeschrieben, um Listen mit impfbereitem Personal zu erstellen.

"„Wie schon bei den Impfungen der Senioren wird der Aufwand für die Bürger denkbar klein gehalten."Landrat Johann Wimberg

„Wie schon bei den Impfungen der Senioren wird der Aufwand für die Bürger denkbar klein gehalten. Wir kontaktieren die Arbeitgeber und Einrichtungen und machen ein Impfangebot. Die befragen ihr Personal und dann melden wir uns und teilen den Impftermin mit“, betont Landrat Johann Wimberg. Er betonte, dass sich das Angebot für die Bildungseinrichtungen nicht nur an Lehrer richtet - sondern auch an Schulsozialarbeiter oder Integrationshelfer und in Kindertagesstätten auch an das hauswirtschaftliche Personal.

Konzept für Risikogruppe mit Vorerkrankungen ist in Arbeit

In Vorbereitung befindet sich derzeit noch ein mögliches Angebot für Impfwillige unter 65 Jahren, die unter Vorerkrankungen leiden und damit zur Risikogruppe zählen. "Es müssen erst noch organisatorische Fragen geklärt werden, da das Land Niedersachsen den Kommunen die Organisation überlassen hat und eine Terminvergabe auf Landesebene in dieser Altersgruppe derzeit noch nicht möglich ist", berichtet Rühl.

"Vielfältig ist zu erkennen, dass wir in einigen Bereichen ein zu optimierendes Datenschutzverständnis haben.“Emsteks Bürgermeister Michael Fischer

Emsteks Bürgermeister, Michael Fischer, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Kreisverbandes des Städte- und Gemeindebundes ist, ist froh darüber, dass im Landkreis Cloppenburg der eigene Weg bei den Impfungen weiter gegangen wird. Die bisherige Impfkoordination von Bund und Land könne aus Sicht der Städte und Gemeinden "nur als katastrophal" bezeichnet werden. „Daher halten wir die bisherige Impforganisation im Landkreis Cloppenburg für vorbildlich und bieten einen deutlichen „höheren Komfort“ für unsere Bevölkerung. Leider können wir vielfach die Fragen, die bei uns auftreten nicht beantworten, da höhere Ebenen hier nicht immer schlüssig handeln“, erklärt Fischer. Hauptkritikpunkt: "Vielfältig ist zu erkennen, dass wir in einigen Bereichen ein zu optimierendes Datenschutzverständnis haben.“ 

Bis Anfang April über 16.000 Impfdosen angekündigt

Auch der Landrat beklagt den bürokratischen Aufwand, mit dem man sich auseinandersetzen müsse. Die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden funktioniere ausgezeichnet und er sei sehr zuversichtlich, "dass es auch so weiter geht", so der Landrat. Der erfolgreiche Verlauf hänge am Ende nur noch von einer zuverlässigen Lieferung mit den Impfstoffen ab.

Bis Ende März/Anfang April sind aufgrund der angekündigten Lieferungen Erstimpfungen von 9900 Personen mit Astrazeneca, 5850 Personen mit Biontech/Pfizer und 300 Personen mit Moderna möglich.

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