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Mammutaufgabe: Die Elisabethschule zieht in ihren Neubau

Seit Tagen verpacken Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte einen Umzugskarton nach dem anderen. Für den Transport zum benachbarten Neubau kommen Lkw zum Einsatz.

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Eingepackt: Rund 100 Umzugskartons warten in der alten Lehrküche der Elisabethschule auf den Abtransport. Foto: Stix

Eingepackt: Rund 100 Umzugskartons warten in der alten Lehrküche der Elisabethschule auf den Abtransport. Foto: Stix

Mit der ersten Schätzung lag Ilona Stiefs total daneben. "Ich habe beim Landkreis 300 Umzugskartons angefordert", erzählt die Schulleiterin der Elisabethschule Friesoythe. "Die waren ruck-zuck weg." Seit Tagen schon verpacken die Lehrkräfte und die pädagogischen Fachkräfte der Förderschule außer dem Mobiliar alles, was für den Unterricht benötigt wird. Über 400 Kartons sind bereits im Neubau, ein Ende ist kaum abzusehen. Allein in der Lehrküche warten 100 Kisten auf den Abtransport, mindestens genauso viele sind es im Klassenzimmer der gerade verabschiedeten LE10. Zusammengelegte Kartons stehen im Altbau palettenweise fast an jeder Ecke.

Die gesamte Elisabethschule zieht seit Montag vom gelben Altbau am Großer Kamp Ost in das neue, mehr als doppelt so große benachbarte Gebäude. Keine 100 Meter sind es zwischen den beiden Eingangstüren, trotzdem parken vor dem Altbau die Lkw einer Umzugsfirma. Es wäre, so Stiefs, nicht zu schaffen, jeden Karton einzeln per Hand oder auch per Sackkarre von einem Gebäude zum anderen zu transportieren. "So können die Kisten direkt aus dem Lkw per Förderband gleich in das richtige Stockwerk transportiert werden", sagt die Schulleiterin, die inzwischen auch als Umzugsexpertin ihr Brot verdienen könnte.

Viele Kartons müssen vorübergehend eingelagert werden

Damit alle Kartons im richtigen Raum landen, hat die Schule ein eigenes Beschriftungssystem entwickelt. Jeder Karton ist nummeriert, der Aufkleber enthält eine Inhaltsangabe, den bisherigen sowie den künftigen Standort des Inhalts. Oft taucht unter der Rubrik "Zielort Neubau" allerdings auch das Stichwort "Einlagerung" auf. Das allerdings hat nichts damit zu tun, dass die Schule sich von überflüssigen oder selten genutzten Gegenständen, Materialien und Akten trennt. "Wir haben im Neubau schlichtweg nicht genügend Platz", sagt Stiefs.

Beschriftungssystem: Karton Nr. 28 aus der Lehrküche wird zunächst erst einmal eingelagert. Foto: StixBeschriftungssystem: Karton Nr. 28 aus der Lehrküche wird zunächst erst einmal eingelagert. Foto: Stix

Was angesichts eines mehr als doppelt so großen Neubaus im ersten Moment irritierend klingt, hat einen durch und durch positiven Hintergrund: In ihrem neuen Domizil hat die Förderschule endlich genug Raum für dringend erforderliche Angebote, die bislang nicht oder nur unter unzureichenden Bedingungen möglich waren. "Unsere Ergotherapeuten hatten bislang zwei Räume mit je 6 Quadratmetern zur Verfügung", erzählt Stiefs. "Im kommenden Schuljahr haben wir dann 3 Räume mit jeweils 20 Quadratmetern."

Pflegebereich bietet neue Möglichkeiten der Betreuung

Beim Pflegebereich ist der Zuwachs noch signifikanter. "Den hatten wir bislang gar nicht", sagt die Schulleiterin. Im Neubau dagegen ist fast ein ganzer Flur für die Betreuung und Behandlung von Schülerinnen und Schülern vorgesehen, die auf Pflegebett oder Rollstuhl angewiesen sind, mehrfach am Tag neu gelagert werden müssen oder auf andere Weise eine besondere Betreuung brauchen. Auch ein Matschraum wird dort eingerichtet. Hier können Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung ihre Körperwahrnehmung verbessern.

Angeliefert: In der neuen Aula, die an Schultagen als Mensa dient, stehen Tische und Stühle für den Aufbau parat. Foto: StixAngeliefert: In der neuen Aula, die an Schultagen als Mensa dient, stehen Tische und Stühle für den Aufbau parat. Foto: Stix

Was jetzt noch eingelagert werden muss, kann erst in einem guten Jahr, wenn der Altbau kernsaniert, vom Asbest befreit und komplett neu zugeschnitten ist, aus dem Lager der Umzugsfirma zurück an die Schule kommen. Auch einige Klassen, die sich jetzt im Neubau einrichten, werden dann wieder zurückziehen. Zudem wird dann die Außenstelle in Neuvrees aufgelöst und, so Stiefs, "zurück ins Mutterhaus" kommen.

Das nächste Zwischenziel allerdings ist, den Umzug so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Noch dominieren im Neubau zwar die Handwerker. Neue Schränke, Tische und Stühle oder die Küchen in den Räumen für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung jedoch sind weitestgehend angeliefert und aufgebaut. In der Werkstatt stehen die Tische bereits in Reih und Glied, in der großen Aula, die an Schultagen zudem als Mensa dient, stehen Tische und Stühle für den Aufbau parat. Bis Ende der Woche soll außerdem der Umzug der IT-Landschaft abgeschlossen sein. Denn auch wenn Schulferien sind: "Das operative Geschäft geht weiter", sagt Stiefs. Und hofft, dass ihr neues Büro am kommenden Montag betriebsbereit ist.

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