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Malteser-Urgestein Bernhard Zerhusen geht in den Ruhestand

Der 65-jährige Lohner war der erste hauptamtliche Mitarbeiter des Hilfsdienstes in Lohne. Heute zählt die Organisation etwa 80 Hauptamtliche sowie mehr als 220 Ehrenamtliche.

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Der „Mann für alles“ bei den Lohner Maltesern: Mehr als 43 Jahre arbeitete Bernhard Zerhusen für den Hilfsdienst, mit dem er aber schon fast fünf Jahrzehnte verbunden ist. Auch im Ruhestand will „Z“ weiter für die Malteser tätig sein. Foto: Timphaus

Der „Mann für alles“ bei den Lohner Maltesern: Mehr als 43 Jahre arbeitete Bernhard Zerhusen für den Hilfsdienst, mit dem er aber schon fast fünf Jahrzehnte verbunden ist. Auch im Ruhestand will „Z“ weiter für die Malteser tätig sein. Foto: Timphaus

Er ist ein echtes Urgestein der Malteser in Lohne: Bernhard Zerhusen war der erste hauptamtliche Mitarbeiter des Hilfsdienstes in der Stadt. Am 1. Oktober 1978 startete der heutige Leiter der Dienststelle am Adenauerring, Koordinator der Fahrdienste im Oldenburger Münsterland und Geschäftsführer des Trägervereins seine Karriere bei der katholischen Hilfsorganisation. Damals war er der "Mann für alles", wie er gesteht. Und irgendwie hat der inzwischen 65 Jahre alte Lohner diese Rolle nie wirklich abgegeben.

"Frag Bernhard", heißt es häufig, wenn wieder einmal einer der etwa 80 Hauptamtlichen oder der mehr als 220 Ehrenamtlichen ein Problem hat. Und "Z", wie ihn Freunde auch nennen, hat eigentlich immer eine Lösung parat. Pragmatisch, immer das Wohl der Menschen im Blick, verrichtet Zerhusen seit Jahrzehnten seinen Dienst.

Am 31. März endet offiziell seine Ära bei den Maltesern. Der gelernte Bürokaufmann geht in den Ruhestand. Und doch bleibt er dem Hilfsdienst erhalten. "Ich werde weiterhin Geschäftsführer des Vereins bleiben."

Foto: Malteser
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Erst Ehrenamt, dann Hauptamt, nun wieder Ehrenamt: Damit schließt sich für Zerhusen ein Kreis. Seine ersten Erfahrungen mit den Maltesern sammelte er – wie so viele – als Ehrenamtlicher. 1973 war das. Der damalige Stadtbeauftragte Franz-Josef Kröger hatte einige Messdiener angesprochen. Gemeinsam mit Ludger Woithe, Hubert Blömer und Heiner Mönnich trat Zerhusen das Ehrenamt an – und infizierte sich mit dem "Malteser-Virus".

Damals steckte das Rettungswesen in Lohne noch in den Kinderschuhen, wie sich Zerhusen erinnert. Die jungen Männer übernahmen nachts und am Wochenende die Krankentransporte. Tagsüber waren indes die Pfleger des St.-Franziskus-Hospitals zuständig. Dort hatten die Ehrenamtlichen ein Zimmer, im Keller fanden die Dienstabende statt. "Der erste Rettungswagen war ein gebrauchtes Fahrzeug von Taxi Sander aus Vechta", berichtet Zerhusen.

Seit 1995 residieren die Malteser am Adenauerring

Mit dem Umzug ins ehemalige HJ-Heim hinter der Gertrudenschule wechselte Zerhusen vom Ehren- ins Hauptamt. "In meinem Büro stand ein Etagenbett. Bei uns war immer was los. Wir waren eine Art Jugendzentrum." Die Malteser Lohne professionalisierten sich Stück für Stück. 1980 folgte der Umzug der Rettungswache in die ehemalige Liebfrauenschule an der Marienstraße 2 (heute ein Teil des St.-Elisabeth-Hauses). Am 11. Februar 1995 weihten die Malteser schließlich die Dienststelle am Adenauerring ein.

Immer dabei, oft an vorderster Front, war Bernhard Zerhusen. Nie als Lautsprecher. Aber er hatte immer etwas zu sagen. Schätzungsweise 350 Zivildienstleistende und etwa 60 FSJler hat der Lohner unter seinen Fittichen gehabt. "Einige wurden später Ärzte – oder arbeiten heute bei den Maltesern", erzählt er durchaus mit Stolz.

Zerhusen sieht sich als Teamplayer. Er betont im Gespräch immer wieder das "Wir". "Das familiäre Miteinander, die Gemeinschaft – das hat mir bei den Maltesern immer gefallen." Gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, für die Menschen da zu sein: "Das motiviert mich." Als Beispiele nennt er die Hilfstransporte nach Weißrussland oder den Großeinsatz bei der Schneekatastrophe 1979. Ob Flüchtlingskrise oder Corona-Pandemie: Auch in jüngerer Zeit waren die Malteser gefordert.

Sein zweites Zuhause: Bernhard Zerhusen vor der Malteser-Dienststelle am Adenauerring 48. Foto: TimphausSein zweites Zuhause: Bernhard Zerhusen vor der Malteser-Dienststelle am Adenauerring 48. Foto: Timphaus

Schwierig waren für Zerhusen die Einsätze im Rettungsdienst, bei denen Kinder betroffen waren. "Da möchte man im Boden versinken." Er lobt das Kriseninterventionsteam, welches nicht mehr wegzudenken sei.

Im Ruhestand will Zerhusen viel Zeit mit seiner Frau Annette auf dem Fahrrad verbringen. "Wir sind Heimatradler, viel und gerne am Dümmer." Beim Milchkaffee in der Eisdiele erinnert er sich dann gerne an "seine" Malteser, denen er auf den Weg gibt, den Teamgedanken und Menschliches nicht zu vernachlässigen. "Der Mensch steht immer im Mittelpunkt."

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