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Malteser sind mehr als nur Blaulicht

Ob Hausbesuche mit Hund, Essen auf Rädern oder Wunden schminken: Die Lohner Malteser haben viele Tätigkeitsbereiche. Und Helfer können sie immer gebrauchen.

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Machen auf die Breite der Tätigkeitsfelder bei den Maltesern aufmerksam: der Ortsbeauftragte, Martin Rolfes, und Carsten Fiedler, der stellvertretende Ortsbeauftragte. Foto: E. Wenzel

Machen auf die Breite der Tätigkeitsfelder bei den Maltesern aufmerksam: der Ortsbeauftragte, Martin Rolfes, und Carsten Fiedler, der stellvertretende Ortsbeauftragte. Foto: E. Wenzel

Unfallszenen mit Verletzten und schnelle Einsätze – das verbinden die meisten Menschen mit den Maltesern. Doch das ist längst nicht alles. Der Ortsbeauftragte Martin Rolfes macht klar: "Die Malteser sind mehr als nur Blaulicht." Tatsächlich sind unter dem Namen Malteser viele verschiedene Tätigkeitsbereiche zusammengefasst – einige auch weit weg von Unfällen und Sanitätsdiensten.

Es werde immer geschaut, wo Hilfe nötig sei, erklärt Carsten Fiedler, der stellvertretende Ortsbeauftragte der Malteser. Und das wandle sich immer mit der Gesellschaft. Zurzeit werde zum Beispiel ein Fokus auf die Integration gesetzt. Die ehrenamtlichen Malteser-Mitarbeiter leiten derzeit mehrere Projekte für Ukrainer. Unterstützt werden die Malteser immer wieder auch von ehrenamtlichen Helfern.

Solche temporären Projekte gebe es mittlerweile immer öfter, erklärt der Ortsbeauftragte Martin Rolfes. Diese Entwicklung habe mit der Flüchtlingskrise 2015 begonnen. Damals hatten die Malteser Unterkünfte bereitgestellt. In der Corona-Pandemie folgten dann Testzentren, jetzt sind es Integrationsprojekte. "Wir suchen immer neue Herausforderungen. Wir können nicht mit Scheuklappen unsere Kerndienste durchziehen", sagt Rolfes.

„Letztendlich zählt jede Hilfe, die wir bekommen können.“Carsten Fiedler

Dazu hat Carsten Fiedler aber auch einen Wandel der klassischen Vereinsarbeit bemerkt. Ehrenamtliche würden nicht mehr kommen und dann bleiben. Immer häufiger würden sie sich temporär oder projektbezogen engagieren. Das sei aber kein schlechtes Zeichen. Fiedler sagt, die Corona-Pandemie habe in den Menschen einen Umbruch ausgelöst. "Es ist aufgefallen, dass etwas fehlt. Einige haben gemerkt, dass es gut ist, Gutes zu tun."

Neben den problembezogenen Projekten gibt es aber auch langfristige Projekte abseits des Krankenwagens. So sei schon lange der Essensbringdienst – das "Essen auf Rädern" – ein Teil der Malteser-Tätigkeiten. Hier seien immer Helfer willkommen – unabhängig davon, wie viel Zeit sie letztendlich opfern können. Auch ein paar Stunden, etwa zwei- bis dreimal im Monat, seien hilfreich. Fiedler betont: "Letztendlich zählt jede Hilfe, die wir bekommen können."

Malteser haben Tätigkeiten für jedes Talent

Dazu kommen auch die regelmäßigen Blutspendetermine. Die Malteser organisieren diese zwar, die Blutabnahme selbst erfolge aber durch das Deutsche Rote Kreuz. Neu gebe es auch einen Besuchsdienst mit Hund. Die erste Gruppe der Mensch-Hund-Tandems werde zurzeit ausgebildet, berichtet Fiedler. Aber auch in der Jugendarbeit können Helfer Halt finden. Etwa in der Gruppe "Zeit für Geschwister". Hier können Geschwister von behinderten Kindern zusammenkommen und gemeinsam an Aktionen teilnehmen.

Wer sich lieber kreativ ausleben möchte, kann in der Gruppe "Realistische Unfalldarstellung" mitmachen. Diese sorgt dafür, dass Übungsszenarios so nahe an der Wirklichkeit sind wie möglich – sei es durch Schminke oder geübte Verhaltensweisen. Für jedes Talent gebe es bei den Maltesern eine Aufgabe, scherzt Fiedler.

Malteser bieten Rahmenbedingungen für Engagement

Rolfes und Fiedler ist zudem aufgefallen, dass es immer wieder private Initiativen gibt, die sich etwa über Facebook koordinieren. Das Engagement könnte auch unter dem Schirm der Malteser erfolgen, sagt Rolfes. Die Malteser könnten die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur bieten. Dazu kommen verschiedene Schulungen und Ausbildungen. Die Welt ändere sich – es werde immer mehr Katastrophen und Krisen geben, erklärt Fiedler. Die Malteser könnten Hilfe leisten.

Dafür seien aber unter anderem ehrenamtliche Helfer nötig. Aktuell gäbe es zwar keinen akuten Personalmangel, es müsse aber immer auf künftige Entwicklungen geachtet werden. Einem Pflichtjahr, wie es vor Kurzem in der Politik vorgeschlagen wurde, stehen die Ortsbeauftragten aber kritisch gegenüber. Es sei zwar gut für junge Menschen, einen Einblick in soziale Berufe zu bekommen, so Rolfes, er arbeite aber lieber mit Menschen zusammen, die aus Überzeugung tätig seien.

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