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Magnesium-Kur: Endlich wieder Altherren-Fußball ...

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Nach über 2 Jahren Corona-Pause startet der Ü32-Fußball auch endlich wieder. Mit all seinen schönen Facetten.

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817 Tage oder 19.608 Stunden oder 70.588.800 Sekunden war es zwischenzeitlich her: Mein letztes Spiel mit den Fußball-Altherren. Die Corona-Pandemie hatte auch den Altstars lange Zeit einen Strich durch die Rechnung gemacht, nun standen die ersten beiden Partien nach rund 2,5 Jahren auf dem Programm.

Um die morschen Knochen und Bänder noch halbwegs unfallfrei über den Platz zu bekommen, habe ich bereits Wochen zuvor mit einer Magnesium-Kur gestartet. Jeden Tag eine Extra-Portion, gefühlt wirkt das in zunehmendem Alter wie der Zaubertrank von Asterix und Obelix. Ganz so ist es dann doch nicht, hauptsächlich soll dies nur der Wiederholung meiner bisher wohl größten sportlichen Schmach vorbeugen.

Als damals vermutlich jüngster Altherren-Kicker weit und breit geriet meine Premieren-Partie mit 25 Jahren nämlich zum anschließenden Spießrutenlauf durch die wartende Menge im Vereinsheim. Der eine oder andere „Fan“ konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Oder besser gesagt: Es hat nicht mal jemand versucht. Doch was war der Grund? Ich musste in diesem Spiel nach 30 Minuten ausgewechselt werden, arg gebeutelt von Krämpfen, wie sie sonst wahrscheinlich nur ein Bergsteiger am 5. Tag beim Gipfelsturm auf den Mount Everest hätte.

„Schon jetzt habe ich offenbar nur noch eine begrenzte Anzahl an Sprints in mir.“Oliver Hermes

Und ich habe nun erneut weitere Anzeichen wahrgenommen, dass die Pandemie-Pause nicht zwingend zur eigenen sportlichen Leistungssteigerung beigetragen hat. Schon jetzt habe ich offenbar nur noch eine begrenzte Anzahl an Sprints in mir, die man nicht vergeuden sollte. So wie bei der zurückliegenden Partie, wo der Weg zur Torauslinie immer weiter wurde. Und als ich den Ball mit letzter Kraft und der Fußspitze doch noch erreichte, kam die endgültige Ernüchterung: Erstens hatte ich die Kugel meinem Gegenspieler perfekt aufgelegt und zweitens brauche ich für eine Drehung um die eigene Achse offenbar länger als ein Sattelzug im Wohngebiet.

Der Altherren-Fußball bietet jedenfalls Anekdoten und die verschiedensten Typen zuhauf. Da gibt es meist den einen Spieler, der laut eigener Aussage auch heute noch locker in der Oberliga oder höher mithalten könnte. Die Sportart nennt er dabei aber nicht. Oder es gibt den anderen Akteur, der gefühlt schon 2 Minuten vor Abpfiff die erste Zigarette im Mundwinkel hat. Größtes Vorbild ist dabei wohl Walter Frosch, der seine Kippen-Schachtel aufgrund einer schnellen Einwechslung einst unter dem Stutzen am Schienbein verstaute.

Auch folgenden Spruch habe ich nicht erst einmal beim sporadischen Warmmachen gehört: „Der Döner gerade eben war vielleicht doch nicht die beste Idee.“ Verbunden ist die Aussage meist mit einem Stöhnen und einer Hand auf dem wohlgeformten Bauch.

Eines ist aber ganz wichtig: Man sollte es stets mit Humor nehmen, so oder so wird die 3. Halbzeit samt fachkundiger Nachbesprechung und einem fast gesunden Snack vom Grill immer wichtiger für mich. Ich freue mich schon auf die nächste Partie, es macht aber auch gar nichts, wenn wir ein paar Auswechselspieler haben. Man weiß ja nie, ob das Magnesium wirklich wirkt...


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