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Mach das Licht aus!

Kolumne: Notizen aus dem wahren Leben – Ich erinnere mich auch heute noch an die oft wiederholten und mahnenden Worte meines Vaters: "Mach das Licht aus!" Ein Satz mit Aktualität.

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Dieser Satz meines Vaters aus Kinder- und Jugendtagen ist mir bis heute präsent. Ich hatte wieder mal vergessen, beim Rausgehen das Licht auszumachen. Und nun war ich als Frevlerin ertappt, weil das Licht unnötig brannte. Seine Einstellung zum Energiesparen konnte ich nicht nachvollziehen und empfand sie teils als Schikane oder einfach nur als antiquiert. Gab es doch in den 1960er Jahren Energie im Überfluss. 1 Liter Heizöl kostete nur wenige Pfennige. Warum sich also kasteien und nicht das ganze Haus mollig warm heizen?

Erst später habe ich begriffen, dass es meinem Vater nicht nur darum ging, die Energiekosten möglichst niedrig zu halten und Geld zu sparen. Seine Einstellung basierte zu einem großen Teil auf seiner durch Weltkrieg, Inflation und Mangel geprägten Biografie, in der Verschwendung nichts zu suchen hatte. Und wertvolle Ressourcen sinnlos zu verplempern, war für ihn Verschwendung.

"Sparen bedeutet Verzicht. Und der ist in einer Konsumgesellschaft einfach uncool."Elisabeth Schlömer

Während die Einstellung meines Vaters in seiner Generation noch weit verbreitet war, hat sie sich bis heute grundlegend verändert. Trotz immer höherer Energiepreise und mehrerer Energiekrisen ist die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Energie ein fundamentaler Bestandteil unseres Lebensstandards geworden. Alle Appelle der letzten Jahrzehnte, wirksam Energie einzusparen, sind weitgehend wirkungslos verpufft. Selbst die zunehmende Bedeutung des Klimaschutzes hat daran nur wenig geändert. Sparen bedeutet Verzicht. Und der ist in einer Konsumgesellschaft einfach uncool.

Was liegt da näher, als auf Energieeinsparung durch technische Innovation zu setzen. Wenn ich dann aber die rasant wachsende Zahl der SUVs sehe, kommen mir doch große Zweifel, dass tatsächlich Energie eingespart wird. Da dient technische Innovation wohl eher der Verbesserung des Komforts.

Heizenergie sparen ist kein Problem, Strom sparen wird aber schwieriger

Angesichts des Ukraine-Krieges glaube ich nicht an ein "Weiter so". Um wirksam Energie einzusparen, sind Abstriche an unserem Lebensstandard nötig. Ich gehe zwar nicht davon aus, wie meine Oma eine mit Holz und Zeitungen beheizte Kochmaschine zu betreiben. Die Heizung herunterzudrehen aber schon. Ich denke, dass mir das auch nicht allzu schwer fällt. Schon früher haben in meinem Büro die meisten Kollegen und Kolleginnen gefroren. Auch bei mir zu Hause sagt durchaus schon mal ein Gast, ob es nicht schön wäre, den Ofen anzumachen. Mit der Einsparung von Heizenergie kann ich wohl leben.

Deutlich schwerer fällt es mir, die Beleuchtung zu reduzieren, um Strom zu sparen. Ich habe es nicht nur drinnen, sondern auch draußen im Garten gerne hell und bin ein Fan von Weihnachtsbeleuchtung. Um im Sinne meines Vaters keinen Strom zu verschwenden, habe ich die Außenbeleuchtung bereits kräftig zurückgefahren. Ob mir das bei der Weihnachtsbeleuchtung auch gelingt, wird sich zeigen.

Auf jeden Fall werde ich versuchen, wertvolle Energie einzusparen. Vielleicht auch etwas für Sie?


Zur Person:

  • Elisabeth Schlömer wohnt in Cloppenburg.
  • Sie war Leiterin des Ludgerus-Werkes Lohne bis zu ihrem Ruhestand 2019.
  • Momentan ist sie ehrenamtlich bei den „Machern – zu jung um alt zu sein“ und beim SKF Cloppenburg.
  • Die Autorin erreichen Sie unter: redaktion@om-medien.de

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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