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Ludmilla Gib engagiert sich für ukrainische Flüchtlinge

Gebürtige Kasachin aus Ellenstedt wird mit der "Guten Tat" des Monats März ausgezeichnet. Und sie sucht Helfer für Fahrdienste.

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Spontane Hilfestellungen für ukrainische Frauen und Kinder: (von links) Bürgermeister Alfred Kuhlmann, Ludmilla Gib, Lena Stoek sowie Daniela Thias. Foto: Gebert-Fischer

Spontane Hilfestellungen für ukrainische Frauen und Kinder: (von links) Bürgermeister Alfred Kuhlmann, Ludmilla Gib, Lena Stoek sowie Daniela Thias. Foto: Gebert-Fischer

„Seit dem 24. Februar ist die Welt durch den Krieg in der Ukraine eine andere geworden“, mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Alfred Kuhlmann die Ehrung für die Ellenstädterin Ludmilla Gib anlässlich der „Guten Tag“ für den Monat März. Eingereicht wurde der Vorschlag von Lena Stoek mit der Erklärung: „‚Gib‘ - dieser Name ist Programm“.

Was damit gemeint ist? Die gebürtige Kasachin, die seit über 20 Jahren in Ellenstedt wohnt, erklärt: „Anlässlich der Not der geflüchteten Frauen aus der Ukraine habe ich spontan eine Mutter mit zwei kleinen Kindern aufgenommen. Sprachbarrieren gibt es nicht, denn die Ukrainer sprechen alle russisch, das in der Schule gelehrt wird. Aus diesen ersten Anfängen haben sich unzählige Dolmetscherdienste ergeben, sei es bei Behörden, beim Arzt, bei der Wohnungs- und Arbeitssuche oder der Eröffnung eines Bankkontos. Auch begleite ich die Frauen ins Krankenhaus und übersetzte dort. Mitunter bin ich zwölf Stunden an einem Stück im Einsatz, weil die Zeit meist drängt und so vieles zu tun ist.“

Verdeutlicht werden die Hilfestellungen auch vom Bürgermeister: „Seit Kriegsbeginn war Ludmilla Gib für etwa 150 Personen in der Gemeinde eine Ansprechpartnerin in allen Belangen. Dafür wurden über 3000 Kilometer zurückgelegt. Seit dem 1. Mai dieses Jahres gibt es jetzt eine Vereinbarung mit festen Sprechzeiten im Rathaus gegen ein kleines Salär.“

Ludmilla Gib sucht dringend Unterstützung

Wie es den Ehemännern und Partnern in der Ukraine geht? „Männer zwischen 18 und 60 Jahre dürfen nicht ausreisen. Solange sie nicht eingezogen sind, leben sie in Kellern, die weder Licht noch Heizung haben. Versorgt werden die Zurückgebliebenen per Lkw mit Wasser und Brot. Nahrungsmittel gibt es nicht zu kaufen, alle Geschäfte sind zerstört. So bleibt nur das selbst eingemachte Obst und Gemüse, so lange es vorrätig ist“, verdeutlicht Ludmilla Gib und betont: „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für Fahrdienste zur Verfügung stellen würden, für mich allein ist das manchmal überhaupt nicht zu schaffen. Meine Bürostunden im Rathaus sind am Dienstag von 8.30 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Erreichbar bin ich dann unter der Telefonnummer 04444/200922.“

Vorschläge sind erwünscht

Mit der guten Tat als kreisweiter Aktion vom Goldenstedter Familienbündnis, der Gemeinde Goldenstedt und der OM-Mediengruppe wird ein besonderes Engagement oder eine ehrenamtliche Hilfestellung in den Blickpunkt gerückt. Schon über 150 „Gute Taten“ wurden mit Urkunden und jeweils 100 Euro ausgezeichnet. Jeweils am Ende eines Kalenderjahres wird die „Gute Tat des Jahres“ honoriert – feierlich übergeben wird dann ein Preisgeld von 500 Euro. Wer möchte eine Person oder Gruppe aus dem Landkreis benennen? Bitte schriftlich beim Mehrgenerationenhaus, Stichwort: „Die gute Tat“, Brunkhorststraße 16d in 49424 Goldenstedt mitteilen oder telefonisch unter 04444/204300.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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