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Löninger Tafel braucht mehr Helfer und mehr Spenden

In Löningen versorgen die Ehrenamtlichen bereits 20 ukrainische Familien mit Lebensmitteln. Ohne zusätzliche Quellen könnte ihnen bald das Essen ausgehen.

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Impftermin: Gerhard Einhaus empfängt vor der Tafel ukrainische Frauen und ihre Unterstützerinnen.   Foto: G. Meyer

Impftermin: Gerhard Einhaus empfängt vor der Tafel ukrainische Frauen und ihre Unterstützerinnen.   Foto: G. Meyer

Die Löninger Tafel schlägt Alarm: Die soziale Einrichtung benötigt dringend mehr Waren und ehrenamtliche Helfer. War die Personaldecke schon vor dem Ukraine-Krieg dünn, wird die Situation  nun zunehmend schwierig. Denn die in der Stadt angekommenen Kriegsflüchtlinge sind auf die wöchentliche Lebensmittelausgabe angewiesen.

Gut 20 ukrainische Familien muss Tafel-Vorsitzender Gerhard Einhaus mittlerweile einplanen. "Das sind zwischen 60 und 100 zusätzliche Menschen", erklärt er. Genauer weiß er es nicht, aber die Zahlen dürften ohnehin weiter steigen. Hinzu kommen die etwa 50  ortsansässigen Familien, die aufgrund ihrer sozialen Situation einmal wöchentlich in der Tafel einkaufen dürfen. 

Während früher nach Ladenschluss meist noch Sachen übrig blieben, die an die Cloppenburger Kollegen weitergegeben wurden, sind die Regale inzwischen am Ende eines Verkaufstages wie leergefegt.  Supermärkte in Löningen, Lindern und Lastrup stellen die Güter zur Verfügung. Mitarbeiter der Tafel holen sie mit dem eigenen Transporter ab. Doch die lieferbaren Mengen reichen jetzt nicht mehr aus, weshalb Einhaus die Bevölkerung um Sachspenden bittet. Auch Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland, appelliert an Unternehmen und Privatleute zu helfen. Sein Vorschlag: "Starten Sie in Ihrer Firma eine Sammelaktion für haltbare Lebensmittel, die Sie zur Tafel in Ihrer Nähe bringen."

Die meisten Helfer sind im Rentenalter

Rund zwei Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen pro Woche an der Haselünner Straße für einen reibungslosen Ablauf. Das Heer der Helfer ist insgesamt zwar noch deutlich größer, doch die meisten haben das Rentenalter längst überschritten. "Sie können nicht jedes Mal kommen, weil sie noch andere Aufgaben wahrnehmen. Manche sind auch krank oder halten sich wegen Corona zurück", erklärt Gerhard Einhaus. Er würde jetzt sehr gern auch jüngere Freiwillige in seinen Reihen sehen.

Die ersten Familien wurden vergangene Woche mit Notfallpaketen versorgt. Einmal registriert, dürfen sie das Angebot ganz regulär nutzen. Im Unterschied zu den anderen Kunden müssen sie für ihre Einkäufe aber nichts bezahlen. Am Montag bot das Rote Kreuz in der Tafel außerdem Impfungen an. Unter den Wartenden war auch eine junge Mutter. Ihre Heimatstadt mit dem zungenbrecherischen Namen Krywyj Rih hatte Natalia bereits vor 2 Wochen zusammen mit ihrem Baby verlassen. Das Kleine sei gerade einmal 6 Tage auf der Welt gewesen, als der Krieg begann, erzählt sie. Über Polen gelangte sie schließlich nach Löningen, wo sie zunächst in einer Ferienwohnung unterkam. Ihr Sohn wurde inzwischen vom Kinderarzt durchgecheckt. Zum Glück sei alles in Ordnung. 

Hilfstransport fährt bald in die Ukraine

Bei der Betreuung der ukrainischen Familien geht auch Ewa Matczuk wieder voran. Mit einem Mix aus Polnisch und Russisch verständigt sie sich mit den Frauen. Matczuk organisierte von Löningen aus bereits mehrere Hilfstransporte. Ein weiterer Lkw soll im April in die westliche Ukraine fahren. Ewa wird dann mit im Führerhaus sitzen. Ungefährlich ist das nicht mehr. Ob das Risiko in einigen Wochen für private Transporte zu hoch sein wird, kann die mutige Polin derzeit aber nicht einschätzen. "Wir werden sehen", sagt sie.


Fakten:

  • Wer die Tafel ehrenamtlich unterstützen möchte, wendet sich an Gerhard Einhaus (Telefon 0172/2639995). 
  • Geflüchtete, die sich für die Tafel erfassen lassen wollen, melden sich bei der Gemeindecaritas, Kirchplatz 6.
  • Sachspenden für den Löninger Hilfstransport in die Ukraine können an der Böener Straße 22 abgegeben werden. Termine: 24. März von 18 bis 19 Uhr, 26. März von 11 bis 12 Uhr, 31. März von 18 bis 19 Uhr und 1. April, von 11 bis 12 Uhr.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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