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Löninger sollen Marihuana für 10 Millionen Euro geerntet haben

Nach Mordermittlungen gegen einen Beteiligten geht der Fall um die Marihuana-Plantage im Löninger Ortsteil Madlage in eine neue Runde. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Drogen-Handels erhoben.

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Foto: M. Niehues

Foto: M. Niehues

Drogen-Anbau statt Tierhaltung auf einem Hof im Löninger Ortsteil Madlage: Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat jetzt Anklage gegen 2 Männer erhoben. Beschuldigt sind ein 52-Jähriger aus Löningen und ein 51-Jähriger aus Westoverledigungen (Landkreis Leer). Sie sollen von 2010 bis 2020 auf einer illegalen Drogenplantage in einem Schweinestall insgesamt 2,5 Tonnen Marihuana angebaut und für 10 Millionen Euro verkauft haben.

Der Drogenanbau der Männer war im April 2020 aufgeflogen. Nach einem Notruf hatte die Polizei auf dem Hof in Madlage eine Leiche gefunden: Es handelte sich um den Bruder (57) des jetzt angeklagten Löningers. Der 57-Jährige kam gewaltsam zu Tode. Kurz nach dem Beginn der Ermittlungen nahmen die Beamten den 50-jährigen Bruder des Getöteten fest. Der Anfangsverdacht gegen ihn sei jedoch nach Angaben der Staatsanwaltschaft zeitnah entkräftet worden. Die Mordermittlungen haben Staatsanwaltschaft und Polizei Anfang dieses Jahres eingestellt. Es gibt keinen Verdächtigen. Der 57-Jährige soll an den Drogengeschäften beteiligt gewesen sein.

Der Brudes des Getöteten half mit und kassierte dafür

Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft werfen die Ermittler dem 51-Jährigen aus Overledingen unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in 30 Fällen vor. Er soll von 2010 bis 2020 gemeinsam mit dem getöteten 57-Jährigen Cannabispflanzen in der Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens in Madlage angebaut, geerntet und anschließend verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift von 30 Ernten mit einem Bruttoertrag von insgesamt 2.500 Kilogramm Marihuana und einem Verkaufserlös von 10 Millionen Euro aus.

In 3 Fällen soll der Bruder des Getöteten beim Auf- und Abbau der Aufzuchtanlage mitgearbeitet und dafür einen 6-stelligen Betrag erhalten haben.

Im Fall einer Verurteilung wegen des Handels mit Betäubungsmitteln müssen die beiden Männer nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr rechnen. Das Landgericht Oldenburg hat über die Eröffnung des Hauptverfahrens noch nicht entschieden.

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