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Löninger helfen und sorgen sich um Kollegen

Neben dem Transport von Hilfsgütern läuft auch die Beförderung von Geflüchteten in die Hasestadt an. Die Firma Remmers kümmert sich um die Familien ihrer ukrainischen Mitarbeiter.

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Ziel erreicht: Die Lkw aus Bunnen wurden im polnischen Parczew entladen. Foto: Thiel

Ziel erreicht: Die Lkw aus Bunnen wurden im polnischen Parczew entladen. Foto: Thiel

Die in der vergangenen Woche von Bürgern in Löningen und Bunnen gespendeten Hilfsgüter sind größtenteils in Ostpolen angekommen. In Parczew bei Lublin wurden drei Lastwagen entladen. Initiiert worden war die Aktion von dem in Löningen lebenden polnischen Ehepaar Matzcuk.

Die Fahrer seien herzlich von der Verwandtschaft der Matzcuks in Empfang genommen worden, berichtet Anja Thiel. Die Bunner Unternehmerin hatte die Lastwagen zur Verfügung gestellt. Während Helfer vor Ort sich um das Entladen kümmerten, durften sich die sechs Männer in einem Hotel ausruhen. In dem gleichen Haus seien zeitgleich zahlreiche Flüchtlingskinder aus der Ukraine untergebracht gewesen. Direkte „Grenzerfahrungen“ machten die Fahrer aber nicht.  Die Hilfsgüter werden von örtlichen Kräften verteilt. Mit einer Kiste polnischen Bieres im Gepäck begaben sich die Bunner auf den langen Rückweg. Am Samstagmorgen trafen sie wieder zu Hause ein. 

Beendet ist die Aktion aber nicht. Am Montagnachmittag startete ein vierter Lkw von Löningen aus in Richtung Lublin. Auch mehrere kleinere Fahrzeuge sind losgeschickt worden. Sie transportieren vor allem Medikamente für Krankenhäuser in der Ukraine. "Wir sind dabei, die Bestände einer aufgelösten Apotheke in Vechta aufzukaufen", berichtet Mitorganisatorin Verena Tönnies. Schmerzmittel (auch für Kinder) und Kochsalzlösungen sind jetzt besonders wichtig. Das Seniorenzentrum St. Elisabeth in Lastrup spendete außerdem Rollstühle und Rollatoren. Sie sind bereits an ihrem Ziel angekommen.

Auf den Weg gebracht: In Löningen wurde ein vierter Lkw mit Hilfsgütern beladen. Foto: TönniesAuf den Weg gebracht: In Löningen wurde ein vierter Lkw mit Hilfsgütern beladen. Foto: Tönnies

Während Lebensmittel, Medizin und Hygieneartikel weiterhin gefragt  bleiben, wird Kleidung nicht mehr gebraucht. Wer etwas Gutes tun möchte, kann auch Geld spenden. "Wir kaufen damit unter anderem die dringend benötigten Arzneimittel ein", erklärt Tönnies. Ein Spendenkonto wurde am Montag eingerichtet.

VfL Löningen stellt seine Vereinsbusse zur Verfügung

Auf ihrem Rückweg nahmen die Kleintransporter die ersten Geflüchteten mit in die Hasestadt. Auch der VfL Löningen stellt seit dieser Woche seine beiden Vereinsbusse für den Transport von Geflüchteten zur Verfügung. Bürgermeister Burkhard Sibbel bestätigte zudem, dass sich mehrere private Wohnungsanbieter gemeldet hätten. "Wir werden als Stadt wahrscheinlich ein bis zwei größere Objekte anmieten." Weil es bislang keine festen Zuweisungen gebe, sei die Planung allerdings nicht einfach. "Im Moment weiß ja niemand, wie viele Schutzsuchende wirklich ins Land kommen", so Sibbel. Bisher seien in Löningen 20 Ukrainer offiziell gemeldet. "Wir gehen davon aus, dass es mehr sind. Alle kommen bislang privat unter", berichtet der Bürgermeister. Die Stadt arbeitet eng mit dem Sozialen Briefkasten zusammen. Am Freitag wird der Steuerungskreis Flüchtlingshilfe zusammenkommen.

Auf die Ankunft von Geflüchteten bereitet sich auch die Löninger Firma Remmers vor. In der umkämpften ukrainischen Hauptstadt Kiew unterhält sie ein Vertriebsbüro. "Nach unserem Kenntnisstand vom 4. März sind alle Mitarbeiter unversehrt", erklärt Pressesprecher Christian Behrens. "Derzeit sind wir in Kontakt mit mehreren Familien, die sich auf der Flucht befinden und die wir unter anderem mit Transport und Unterkünften unterstützen." Am Stammsitz in Löningen werden laut Behrens mehrere Werkswohnungen vorbereitet.

Die Remmers-Gruppe verurteile den "Akt der Aggression und Gewalt", heißt es in einem Statement. Die Sorge gelte jetzt besonders  Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern und deren Angehörigen in der Ukraine. Behrens: "Wir sind, soweit möglich, im ständigen Austausch und organisieren praktische Hilfe, besonders auch durch unsere Teams in Polen, der Slowakei und Tschechien."

  • Info: Löninger Spendenkonto Ukraine:
    DE52 2802 0050 3562 6282 01
    BIC: OLBODEH2XXX

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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