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Löninger Friseur verteilt Kleidung an Bedürftige

Mit einem prall gefüllten Pferdetransporter hat sich Dalwav Nimr aus Löningen auf den Weg ins Ruhrgebiet gemacht. Begegnet sind ihm dankbare Menschen.

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In Köln: Die Cloppenburger liefern Kleidung beim Haus des Johannesbundes ab. Foto: Nimr 

In Köln: Die Cloppenburger liefern Kleidung beim Haus des Johannesbundes ab. Foto: Nimr 

Die Freude steht Dalwav Nimr trotz Mundschutz ins Gesicht geschrieben. Der Löninger Friseur scrollt lebhaft die Fotos herunter, die er auf seiner Reise durch den Westen Deutschlands gemacht hat. Darauf zu sehen sind jedoch keine touristischen Höhepunkte, sondern Menschen, denen Nimr und sein Team in der Not geholfen haben.

Rückblick: In der vergangenen Woche hatte der gebürtige Iraker in Löningen eine Sammelaktion gestartet. Wer wollte, konnte Winterkleidung bei ihm abgeben, die an Obdachlose und andere Bedürftige verteilt werden sollte. Die Spendenbereitschaft war groß. Gemeinsam mit einigen Freunden verlud  Nimr die Sachen Anfang der Woche in den Anhänger und machte sich zunächst auf den Weg nach Dortmund. Erste Station war ein von der Diakonie betriebenes Heim für Wohnungslose.

Jacken, Schals, Handschuhe – die Not ist da

Zwischendurch aber hielten die Ehrenamtlichen immer wieder an, wenn sie Menschen entdeckten, die offenkundig auf der Straße lebten und schlecht auf den Winter vorbereitet waren. "Wir haben immer großzügig verteilt. Wenn jemand einen Pullover haben wollte, haben wir ihm gleich zwei oder drei gegeben." Um das Eis zu brechen, half auch ein Artikel über die Sammelaktion, der Tage zuvor in der Münsterländischen Tageszeitung erschienen war. "Ich habe ihn stets  vorgezeigt", erzählt Nimr. "Das hat gewirkt."

"Viele wollten uns umarmen"Dalwav Nimr

Den Helfern schlug vor allem Dankbarkeit entgegen. "Viele wollten uns umarmen, aber das ging natürlich nicht", erzählt Nimr. Das Team achtete stets darauf, die Hygieneregeln einzuhalten. Nachdem  es etwa die Hälfte der Kleidung im Ruhrgebiet losgeworden war, ging es auf der Autobahn weiter nach Köln. Hinter dem Bahnhof fanden die Cloppenburger einen Parkplatz und machten sich von dort auf die Suche.

Lange dauerte sie nicht. Rund um den Kölner Bahnhof halten sich immer zahlreiche Obdachlose auf. "Sie fragten uns nach Geld, aber wir antworteten, dass wir etwas anderes für sie hätten."  Erneut durfte reichlich zugelangt werden. Jacken, Pullover, aber auch Schals und Handschuhe waren sehr beliebt. "Wir hätten auch noch mehr Decken gebrauchen können",  sagt Nimr.  

Endgültig geleert wurde der Wagen dann vor dem Haus des Johannesbundes. Die katholische Ordenseinrichtung versorgt ebenfalls Bedürftige im Stadtgebiet, vor allem Männer. "Es leben deutlich mehr Männer als Frauen auf der Straße. Manchen mussten wir deshalb auch Frauenkleidung geben, etwa Pullover zum Drunterziehen", sagt Dalwav Nimr. Eine Löninger Firma hatte außerdem zahlreiche T-Shirts gespendet. Sie  sind mit dem Logo des Hasetal-Marathons bedruckt, der vergangenes Jahr ausgefallen war. Im kommenden Sommer dürfte es im Kölner Stadtbild immer wieder auftauchen.

Friseur möchte Obdachlosen auch die Haare schneiden

Erst in der Nacht kehrten die Helfer in den Landkreis Cloppenburg zurück. Die Gefühle waren gemischt. "Wir haben sehr traurige Bilder gesehen", sagt Nimr. Die Armut auf den Straßen mancher Großstädte sei sehr groß. "Wir dagegen leben im Vergleich dazu im Luxus." Organisatorisch habe aber alles perfekt geklappt.  Ihn freut besonders, dass die Hilfe direkt bei den Betroffenen ankam. Geldspenden hatte Nimr im Vorfeld abgelehnt. "Ich wollte kein Spritgeld haben, das sollte auf meine Rechnung gehen." Den Spendern ist der Friseurmeister sehr dankbar. "Sie haben die Aktion erst möglich gemacht."

Einige wenige Kleidersäcke musste Nimr in Löningen zurücklassen. Im Laufe des Jahres würde er gern noch einmal auf Tour gehen, dann zusammen mit einem befreundeten Restaurantbesitzer aus Löningen. Während dieser den Obdachlosen warme Mahlzeiten zubereiten möchte, würde Nimr das tun, was er am besten kann: Haare schneiden und den Menschen damit zugleich ein Stückchen Würde zurückgeben.

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