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Löninger beten für den Frieden in der Ukraine

Mehrere Hundert Menschen versammelten sich in der Innenstadt. Darunter waren auch einige Geflüchtete. Die Verwaltung bereitet sich auf weitere Ankünfte vor. Bald soll es erste Zuweisungen geben.

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Zeichen setzen: Kleine und große Löninger versammelten sich mit einer Kerze auf dem Kirchplatz.   Foto: G. Meyer

Zeichen setzen: Kleine und große Löninger versammelten sich mit einer Kerze auf dem Kirchplatz.   Foto: G. Meyer

Mit einer Lichterkette rund um die St.-Vitus-Kirche haben Hunderte Löninger am Sonntagabend ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine bekundet. Zur Teilnahme an der Friedenskundgebung hatten die katholische und die evangelische Kirche eingeladen. 

Die Fassungslosigkeit über den russischen Überfall auf das Nachbarland stand den meisten auch 2 Wochen nach Kriegsbeginn deutlich ins Gesicht geschrieben. Dechant Bertholt Kerkhoff wies während eines Wortgottesdienstes auf die schlimme Situation der Zivilbevölkerung in den von Bombardierungen betroffenen Städten hin. Er äußerte die Hoffnung auf eine baldige Befriedung des Konflikts. Sie hänge jetzt vom freien Willen der Handelnden ab. Gemeinsam mit  Predigtlektorin Rebecca Schiffkowski von der Trinitatis-Kirchengemeinde erbat er den Segen Gottes sowohl für die Menschen in der Ukraine, als auch in Russland und Belarus. Mit dem Totengeläut und einer stillen Mahnwache endete die Aktion.

Auch Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet waren auf den Kirchplatz gekommen. Die Familie Kobernjuk floh vor einer Woche mit dem Auto aus der umkämpften Hauptstadt Kiew. Unterstützt wird sie von ihrer in Löningen lebenden Landsfrau Alesja Laptev und von Anna Falkenberg. Eine Tochter besucht inzwischen die Gutenbergschule. Für wie lange sie in Löningen bleiben werden, wissen weder die Vier noch ihre Helferinnen. Mit Bangen verfolgen sie jetzt täglich die Nachrichten und halten über das Smartphone Kontakt zu den in Kiew gebliebenen Verwandten und Freunden. 

Ungefähr 40 ukrainische Flüchtlinge waren bis zum Wochenende in der Stadt gemeldet. "Es dürften aber bereits mehr sein", ist sich Bürgermeister Burkhard Sibbel sicher. In Kürze werde auch der Landkreis erste Zuweisungszahlen an die Städte und Gemeinden bekannt geben. "Es war gut, dass wir bereits vor 14 Tagen mit der Quartiersuche begonnen haben", sagt Sibbel. Der Bürgermeister bedankt sich bei allen Eigentümern, die freien Wohnraum zur Verfügung stellen. Dabei handele es sich sowohl um Wohnungen, als auch um größere Häuser. Sibbel bittet alle Bürger, die Unterkünfte bereitstellen möchten, sich im Rathaus zu melden.

Große Betroffenheit: Unter den Teilnehmern waren auch Geflüchtete aus der Ukraine.    Foto: G. MeyerGroße Betroffenheit: Unter den Teilnehmern waren auch Geflüchtete aus der Ukraine.    Foto: G. Meyer

Die Verwaltung geht davon aus, dass nur rund ein Drittel der Neuankömmlinge gegen Covid-19 geimpft ist. Gegenwärtig steigen in Löningen die Infektionszahlen drastisch an. "Wir haben täglich zwischen 70 und 80 Neuerkrankungen", bestätigt Burkhard Sibbel. Mit dem Impfstützpunkt in der Elberger Schützenhalle verfügt Löningen eigentlich über ein lokales Angebot. Dort sei es seit einiger Zeit allerdings ziemlich ruhig geworden, heißt es von Seiten der Stadt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine 2. Auffrischimpfung – und damit eine 4. Impfung – für gesundheitlich gefährdete sowie besonders exponierte Menschen. Dazu zählen Menschen ab 70 Jahren, Bewohnerinnen und Betreute in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren sowie Tätige in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Die Stiko stellt fest, dass wegen der aktuellen Datenlage angenommen werden könne, dass die 2. Auffrischungsimpfung ähnlich gut vertragen werde wie der erste Booster.

Ökumene: Pfarrer Bertholt Kerkhoff und Predigtlektorin Rebecca Schiffkowski mahnten gemeinsam zum Frieden. Foto: G. MeyerÖkumene: Pfarrer Bertholt Kerkhoff und Predigtlektorin Rebecca Schiffkowski mahnten gemeinsam zum Frieden. Foto: G. Meyer

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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