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Lohner Wald kompensiert CO2-Ausstoß von 59 Menschen

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat in einem Gutachten die Lohner Waldgebiete unter die Lupe genommen. Die Bestandsaufnahme zeigt Probleme und Positives.

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Besondere Pflege notwendig: Unter anderem beim Waldgebiet am Bergweg muss die Stadt laut Gutachten jährlich Kontrollen durchführen, damit keine trockenen Äste auf die Straße fallen.  Foto: Kessen

Besondere Pflege notwendig: Unter anderem beim Waldgebiet am Bergweg muss die Stadt laut Gutachten jährlich Kontrollen durchführen, damit keine trockenen Äste auf die Straße fallen.  Foto: Kessen

Wie ist der Zustand des Lohner Waldes? Was muss in Zukunft verbessert werden? Diesen Fragen ist ein Gutachten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nachgegangen, das in der Bau-, Verkehrs-, Planungs- und Umweltausschusssitzung Ende Juni vorgestellt wurde.

Insgesamt 139 Hektar, aufgeteilt auf 199 einzelne Waldflächen, umfasst das Lohner Waldgebiet. "Damit haben wir es mit sehr kleinen Waldbeständen verteilt über das ganze Stadtgebiet zu tun - das ist aber nichts Schlechtes", sagt Martin Hillmann, Leiter des Fachbereiches Forsteinrichtung, Bewertung, Waldinventur Raumordnung, Naturschutz bei der Landwirtschaftskammer.

Eiche dominiert im Lohner Wald

"Es ist positiv, dass die Eiche die Charakterbaumart der Region ist und  somit die natürliche Vegetation darstellt", meint Hillmann. Die Eiche sei nämlich besonders resistent gegen Folgen des Klimawandels – wie zum Beispiel gegen Trockenheit. Insgesamt 62 Hektar des Lohner Waldes sind von Eichen geprägt. "Generell ist der hohe Laubholzanteil von 69 Prozent im Hauptbestand aus Naturschutzsicht gut, da die Laubhölzer artenreicher als die Nadelhölzer sind."

Im Bereich des gesicherten Nachwuchses – also Bäume, die später mal Hauptbestand werden sollen – fällt besonders die Buche ins Auge. Sie macht dort mit 23 Hektar den größten Anteil aus. "Die Bestände wandeln sich langsam zu buchendominierten Beständen", sagt Hillmann. Die Stadt müsse ein Augenmerk darauf legen, dass sich die Buche als Hauptbedränger der Eiche nicht so stark ausbreite, weil es sonst irgendwann nur noch reine Buchenbestände geben würde. "Die Eiche zu verjüngen, ist deshalb die große Kunst." Dies könne unter anderem durch Erstaufforstungen von Eichen gelingen. 

Borkenkäfer machen den Japan-Lärchen zu schaffen

Die Altersklassenverteilung der Bäume im Lohner Wald ist derweil zweigeteilt. Bei den Beständen über 80 Jahren ist fast nur die Eiche vertreten; die jüngeren Bestände weisen dagegen auch Fichten, Lärchen und Douglasien auf. Während die Douglasie laut dem Fachbereichsleiter sehr klimaresistent sei, wären Fichten und Lärchen nicht empfehlenswert: "Insbesondere die Japan-Lärche bekommt Probleme mit Borkenkäfern und die Fichte kommt nicht gut mit Extremwetterlagen zurecht", erläutert Hillmann.

Etwa 7 Hektar im Bestand bis 20 Jahre sind "Blößen", also vorübergehend waldfreie Flächen. "Diese Flächen sind hauptsächlich von Borkenkäfern befallen worden und müssen wieder bewaldet werden", so Hillmann. Hier würde sich vor allem die Eiche anbieten. 

Hillmann bescheinigt "gepflegten Bestand"

Beim Durchschnittsvorrat des Waldes liegt Lohne mit 137 Festmetern pro Hektar unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 250 Festmetern. "Das hängt vor allem mit der Altersklasse der Bäume und der Baumartenverteilung zusammen", weiß Hillmann. Über den Zuwachs solle der Vorrat nun aufgestockt werden. "676 Festmeter wachsen momentan jährlich zu, das ist ein guter Wert." Weil jährlich ebenfalls etwa 460 Festmeter eingeschlagen werden, bleibt ein Netto-Zuwachs von 216 Festmetern. Über den Zustand des Lohner Waldes ist der Experte indes sehr erfreut: "Die Bestände sind durchaus gepflegt, es besteht kein großer Nachholbedarf an Pflege." 

Hillmann betont, dass die Wälder eine große Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen: "So speichert der Lohner Wald etwa 674 CO2-Äquivalente im Jahr, es werden also die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen von 59 Menschen kompensiert", rechnet Hillmann vor.

Lohner Wald speichert das CO2 "sicherer"

Im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt liegt Lohne mit etwa 5 CO2-Äquivalenten pro Jahr und Hektar unter dem Bundesdurchschnitt (8 CO2-Äquivalente). "Das liegt daran, dass es in Deutschland generell mehr Nadelwälder gibt, die mehr CO2 speichern können", erläutert Hillmann. "Das CO2 wird in Lohne aber sicherer gespeichert, da in Zukunft viele Fichten in den Nadelwäldern aufgrund des Klimawandels absterben werden."

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