Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Lohner Slamerin gewinnt das Heimspiel

Die Organisatoren des ersten Poetry Slams vor dem Volldampf feiern einen Erfolg. Das Publikum bekam außergewöhnliche Texte serviert. Ein Teilnehmer kam eigens aus Friesoythe.

Artikel teilen:
Starke Texte: Die Siegerin des Dichter-Wettstreits, Anna-Katharina Thole (Mitte), mit den Organisatoren Benedikt Feldhaus (links) und Kaplan Alexander Senk. Foto:  Kessen

Starke Texte: Die Siegerin des Dichter-Wettstreits, Anna-Katharina Thole (Mitte), mit den Organisatoren Benedikt Feldhaus (links) und Kaplan Alexander Senk. Foto:  Kessen

Endlich wieder eine Kulturveranstaltung in Lohne: Am Freitag ging der erste Lohner Poetry-Slam über die Bühne. Bei der Open-Air-Veranstaltung vor der Kneipe „Volldampf“ präsentierten 5 junge Künstlerinnen und Künstler ihre selbst geschriebenen Texte. Ausrichter des Events war die katholische Kirchengemeinde St. Gertrud, gewonnen hat den Slam Anna-Katharina Thole aus Lohne.

Das Motto des Dichter-Wettstreites lautete „Frei sein“ und "Freiheit“. Durch das Programm führte das Organisatoren-Duo Kaplan Alexander Senk von der katholischen Kirchengemeinde St. Gertrud und der erfahrene Vechtaer Slam-Organisator Benedikt Feldhaus vom Bischöflich Münsterschen Offizialat (BMO). Senk war es auch, der den Abend - außer Konkurrenz - mit einem eigenen Beitrag eröffnete: In seinem Text ging er darauf ein, auf welche Freiheiten die Menschen wegen die Corona-Pandemie verzichten müssen. Im Gespräch mit Feldhaus sagte er zudem, dass Meinungsfreiheit sowie künstlerische Freiheit einen Poetry-Slam ausmachen würden. „Und es spielt eine gewisse Sehnsucht mit“, ergänzt Feldhaus mit Bezug auf die ausgefallenen Veranstaltungen in den letzten Monaten.

Dann startete der eigentliche Wettbewerb, als die teilnehmenden Slamerinnen und Slamer an der Reihe waren. „Das sind alles keine Profis, sie stecken aber sehr viel Herzblut rein“, betont Feldhaus vor dem ersten Auftritt. Den Anfang vor etwa 100 Zuschauern machte Christian Bolten, der aus Friesoythe angereist war. Er sprach darüber, dass er sich in diesem Land noch frei fühle und sein könne, wer er sein wolle. Die nächste Slamerin, Verena Otten aus Vechta, berichtete darüber, wer oder was sie alles hetzen oder stressen würde.

Dichter-Wettstreit: Paulus Götting und seine vier Konkurrenten brauchten für ihre Auftritte nicht mehr als ihre Texte. Foto: KessenDichter-Wettstreit: Paulus Götting und seine vier Konkurrenten brauchten für ihre Auftritte nicht mehr als ihre Texte. Foto: Kessen

Nach ihr war Paulus Götting - ebenfalls aus Vechta - an der Reihe, der vor einigen Wochen erst die Online-Ausgabe des Vechtaer Bierzeltreden-Poetry-Slams gewonnen hatte. In seiner Geschichte versuchte er auf lustige Art und Weise, ein Gemälde in der Fußgängerzone zu verkaufen. Das Heimspiel des Abends hatte Anna-Katharina Thole aus Lohne: Sie suchte in ihrem Text den Sinn des Lebens und wies auf die kleinen Momente im Leben hin. Als letztes kam Sophie Ouro-Gandi auf die Bühne. Mit einem sympathischen Auftritt erzählte sie von einem Streitgespräch mit einer Apothekerin.

Neben Senk präsentierte auch Feldhaus einen eigenen Text außerhalb des Wettbewerbs. Er stellte sich die Frage, ob wir überhaupt „frei sein“ dürften, wenn wir doch gleichzeitig andere Menschen unterdrücken würden.

Ziel erreicht, Wiederholung sicher

Danach waren die Zuschauer gefragt, denn auf verteilten Handzetteln durften sie abstimmen und entscheiden, wer von den 5 Slamerinnen und Slamern ihr Favorit war. Nach dem Auszählen war klar: Die Siegerin heißt Anna-Katharina Thole! „Ich bin sehr überrascht, aber echt glücklich“, freute sich die Lohnerin.

Glücklich waren auch die Organisatoren nach dem Slam: „Es war ein voller Erfolg, die Stimmung war super“, meinte Kaplan Senk. Und der erfahrene Poetry-Slamer Feldhaus fügte hinzu: „Die Texte waren mega gut.“ Senk freute sich außerdem über die Zusammensetzung des Publikums: „Da war von jung bis alt alles dabei, aber vor allem die Millenials.“ Diese Personen, also jene, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind, seien die erklärte Zielgruppe gewesen, sagt Senk. Nach dem erfolgreichen Abend steht für die beiden jedenfalls fest: Das soll nicht der letzte Poetry-Slam in Lohne gewesen sein.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Lohner Slamerin gewinnt das Heimspiel - OM online