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Lohner Integrationspakt: Neuer Flyer stellt Erfolgsgeschichten vor

Der Newsletter erscheint künftig 2 Mal pro Jahr. Die Stadt und der Runde Tisch für Integration und Völkerverständigung werben damit um Unterstützung für das Bündnis.

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Den neuen Newsletter des Lohner Integrationspaktes stellen vor: (von links) Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Ulla gr. Holthaus (Vorsitzende Runder Tisch für Integration und Völkerverständigung) und Lena Dellenbach (Abteilungsleiterin Integration). Foto: Timphaus

Den neuen Newsletter des Lohner Integrationspaktes stellen vor: (von links) Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Ulla gr. Holthaus (Vorsitzende Runder Tisch für Integration und Völkerverständigung) und Lena Dellenbach (Abteilungsleiterin Integration). Foto: Timphaus

Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft fest im Würgegriff. Die Krise erschwert die Kommunikation. Das ist auch das Dilemma des Lohner Integrationspaktes (LIP). Sonst treffen sich Initiatoren und Unterstützer einmal pro Jahr während eines Forums, um ihre Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Doch das ist derzeit nicht möglich.

Um die Stagnation zu beenden, erhalten diejenigen, die sich mit den LIP-Zielen identifizieren, jetzt Post aus dem Rathaus. Die Abteilung Integration und der Runde Tisch für Integration und Völkerverständigung haben erstmals einen gemeinsamen Newsletter versandt. In dem Flyer wollen sie künftig 2 Mal jährlich Erfolgsgeschichten der Integrationsarbeit vorstellen und das Thema in den Fokus rücken.

Seit 2008 gibt es den Lohner Integrationspakt. Der damalige Bürgermeister und heutige Lohner Ehrenbürger Hans Georg Niesel initiierte das Bündnis in Kooperation mit dem Runden Tisch.

Mehr als 160 Personen unterstützen die LIP-Ziele

Festgeschrieben sind im Lohner Integrationspakt unter anderem das Bekenntnis zur Chancengleichheit aller Menschen und das Erlernen der deutschen Sprache. Konkret heißt es: "Lohne möchte sich als tolerante und aufgeschlossene Stadt ständig weiterentwickeln und den Gemeinschaftsgeist ihrer Einwohner stetig fördern."

Mittlerweile haben mehr als 70 Unternehmen, Vereine und Institutionen den LIP unterzeichnet. Mehr als 160 Einzelpersonen unterstützen die Ziele des Integrationspaktes.

"Was man nicht ständig rührt, das legt sich zur Ruhe."Ulla gr. Holthaus, Vorsitzende des Runden Tisches für Integration und Völkerverständigung Lohne

Für Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer ist der Integrationspakt ein wichtiger Baustein für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt, in der mehr als 17 Prozent der Einwohner keinen deutschen Pass besitzen. "Es ist wichtig, dass unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen voneinander wissen, sich kennenlernen und austauschen. Der LIP und der regelmäßige Austausch der Unterzeichner ist daher von zentraler Bedeutung."

Gerdesmeyer bezeichnet die Initiative von Niesel und dem Runden Tisch rückblickend als "sehr weitschauend". Heute sei es vielleicht noch wichtiger als zur damaligen Zeit, sich für eine gute Willkommenskultur zu engagieren und gleichzeitig den "Willen zur Integration" zu fordern und zu fördern, sagt der Bürgermeister.

Ulla gr. Holthaus, Vorsitzende des Runden Tisches, berichtet über das Feedback der LIP-Unterstützer, das seit etwa einem Jahr fehle. Der Flyer sei eine gute Option, um sich wieder in Erinnerung zu rufen. "Was man nicht ständig rührt, das legt sich zur Ruhe."

Ein Plädoyer für das persönliche Miteinander

Aus ihrer Sicht ist das Netzwerken ein wichtiger Aspekt der Integrationsarbeit. Nur über den gemeinsamen Austausch könnten Vorurteile abgebaut werden. Als Beispiel nennt sie die Veranstaltung "Heiraten in aller Welt", die der Runde Tisch 2019 gemeinsam mit dem Industriemuseum organisiert hatte. "Daraus hat sich ein echter Diskurs entwickelt", freut sie sich. Viele seien im Nachgang zur Erkenntnis gelangt, dass die Unterschiede doch nicht so groß seien.

Gerdesmeyer stimmt ihr zu. "Wenn man miteinander redet, werden Vorurteile abgebaut." Er sieht es deshalb als Anliegen des LIP, persönliche Begegnungen zu fördern und das Thema Integration immer wieder zu betonen, "auch wenn es manche nervt".

Stadt will Akquise für Integrationspakt betreiben

Nach Angaben von Lena Dellenbach, Leiterin der Abteilung Integration, liegt die Auflage des neuen Newsletters bei 500 Exemplaren. "Der Flyer geht an 130 Adressen."

Die Initiatoren wollen Erfolgsgeschichten vorstellen. Zur Premiere berichtet die Lohner Unternehmerin Ulla Kampers (Firma Nordluft) im Interview über die Ausbildung von Geflüchteten in ihrem Betrieb. Außerdem stellt Peter Götting, Vorsitzender von des Tanzvereins „Stage 7“, die gemeinsame Begeisterung von Migranten und Einheimischen für Tanzen und Musik vor.

Dellenbach kündigt an, demnächst verstärkt Akquise für den Beitritt zum Integrationspakt betreiben zu wollen – besonders bei Firmen. "Es dürften ruhig noch mehr werden. Die Unterzeichnung ist ja auch eine gute Werbung für die Betriebe."

Gerdesmeyer lobt ehrenamtliche Arbeit

Gerdesmeyer sagt in diesem Zusammenhang, dass er in puncto Arbeitsmigration auch die Unternehmen in der Pflicht sehe. "Man kann die Menschen doch nicht nach Lohne holen und sie dann vollständig sich selbst überlassen."

Der Bürgermeister lobt an dieser Stelle die Arbeit des Runden Tisches und anderer Vereine. "Die Ehrenamtlichen erleichtern uns die Arbeit." Ihn freue die gute Vernetzung aller Beteiligten in der Stadt. Spätestens mit der Flüchtlingskrise seien professionelle Strukturen geschaffen worden. Ulla gr. Holthaus sagt: "Die Stadt hat immer ein offenes Ohr für uns. Es funktioniert auf beiden Seiten."

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