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Lohner Aktion "Rettungsring" feiert Zehnjähriges

Bei dem Projekt sammeln Kindern in den Ferien erste Erfahrungen in der "Erlebniswelt Wasser". Die Corona-Pandemie beeinflusst auch das Schwimmtraining.

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Ab durch den "längsten Tunnel Lohnes": Bei der "Aktion Rettungsring" lernen die Kinder das Schwimmen. Foto: Kessen

Ab durch den "längsten Tunnel Lohnes": Bei der "Aktion Rettungsring" lernen die Kinder das Schwimmen. Foto: Kessen

Beate Rump ist sofort voll dabei. "Super gemacht, versuch es gleich noch mal!", ruft sie einem Kind zu, das gerade den Sprung ins kühle Nass im Waldbad Lohne gewagt hat. Man merkt der Leiterin der Aktion "Rettungsring" schnell an, dass das Projekt eine Herzensangelegenheit für sie ist. In diesem Jahr feiert das Schwimmtraining für Anfänger sein zehnjähriges Bestehen.

Seit 2011 bietet Rump den Schwimmkurs gemeinsam mit weiteren Betreuern immer in den Oster-, Sommer- und Herbstferien an. Unter dem Motto "Erlebniswelt Wasser" sollen den Kindern in einer Woche die Grundfertigkeiten des Schwimmens beigebracht werden, erläutert sie. Möglich ist es für die Teilnehmer auch, am Ende das Seepferdchen-Abzeichen abzulegen. Aber das sei nicht das Hauptziel der Woche, betont Rump: "Die Kleinen sollen eine generelle Begeisterung fürs Schwimmen entwickeln." Denn viele Kinder wären außer in Dusche oder Badewanne vorher noch nie mit Wasser in Berührung gekommen.

Dieses Jahr weniger Teilnehmer wegen Corona

2020 ist der Kurs wegen der Corona-Pandemie kleiner als sonst. Jeweils zehn Grundschüler werden in zwei Durchgängen betreut. "Sonst sind es bis zu 36 Kinder", erzählt die ausgebildete DLRG-Übungsleiterin. Die hatte stets viele engagierte Helfer. Ausdrücklich erwähnt sie Ursula Quatmann und Sara Weisthoff, die mehrere Jahre halfen. Unterstützt wird Rump aktuell bei Leitungsaufgaben von Maria Rolfes, zudem im Team sind Mohammad Hasso, Mohammad Taha und die "Kinderhelfer". 

Rump erklärt, dass den Kindern während der Aktion die Angst vor dem Wasser genommen werden soll. Wie gelingt der gelernten Sportlehrerin und ihren Kollegen das? Vor allem dadurch, dass "die Teilnehmer während der zwei Stunden am Tag einfach viel Zeit im Wasser verbringen". Die Ehrenamtlichen geben Tipps, die Kinder nutzen außerdem Schwimmnudeln oder Schwimmbretter.

Gute Gemeinschaft während der Woche

Die Musik spielt aber nicht nur im Wasser. Auch außerhalb des Beckens werde Zeit miteinander verbracht, zum Beispiel beim Picknick. Diese Gemeinschaft in der gesamten Woche -  im und außerhalb des Beckens, verbessere das Selbstwertgefühl der Kinder und fördere die emotionale und sprachliche Entwicklung, weiß Rump zu berichten. 

"Ich finde Schwimmen einfach total cool."Hawar Marwan Ayoob (12), Kinderhelfer bei der Aktion "Rettungsring"

Hawar Marwan Ayoob war 2016 beim "Rettungsring" dabei und erlernte bei der Aktion das Schwimmen. Jetzt kann er sogar das Gold-Abzeichen vorweisen. Dem Zwölfjährigen hat es damals so gefallen, dass er nun als sogenannter "Kinderhelfer" dabei ist: Seine Aufgaben sind unter anderem, Tipps zu geben oder für Fragen da zu sein. "Ich finde Schwimmen einfach total cool", sagt der Lohner. 

Ob die Aktion im Herbst wieder wie geplant stattfinden kann, sei aufgrund der Krise fraglich, meint Rump. Im Frühling und Herbst könne man nicht ins Freibad ausweichen, deshalb musste die Aktion in den Osterferien ausfallen. Nun müsse abgewartet werden, ob der Schwimmkurs in den Herbstferien im Hallenbad stattfinden darf.

Mehrere Organisatoren aus Lohne

In den zehn Jahren der Aktion habe sie viel erlebt und viel Spaß gehabt, berichtet Rump über ihre Erfahrungen. Das wäre aber ohne Unterstützung nicht möglich gewesen. Deshalb möchte sie sich "von Herzen" bei all denjenigen bedanken, die im und am Wasser sowie aus der Ferne den "Rettungsring" tatkräftig unterstützt haben, wie der Verein zur Förderung der Prävention in Lohne, der Präventionsrat der Stadt sowie der Runde Tisch für Integration und Völkerverständigung.

Solange sie noch kann, will sie den Schwimmkurs auf jeden Fall weiterführen, meint Rump. "Ich bin aber für jede Unterstützung dankbar." Sie wünscht sich weitere Helfer. "Sportlehrer wären zum Beispiel super geeignet", sagt sie. Aber auch alle anderen, die Lust hätten, Kinder fürs Schwimmen zu begeistern.

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