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Lohne will die Keetstraße ausbauen – 8 große Linden sollen dafür fallen

Die Stadt plant, das Vorhaben in der 2. Jahreshälfte 2022 in Angriff zu nehmen. Die Investitionssumme liegt bei circa 1,5 Millionen Euro. Davon sollen 60 Prozent über das Land gefördert werden.

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Baustart in der 2. Jahreshälfte 2022: Nach dem Ende der Arbeiten an der Steinfelder Straße soll der Ausbau der Keetstraße in der Innenstadt beginnen. Die Ausschreibungen für das Projekt erfolgen voraussichtlich im Frühjahr 2022. Foto: Timphaus

Baustart in der 2. Jahreshälfte 2022: Nach dem Ende der Arbeiten an der Steinfelder Straße soll der Ausbau der Keetstraße in der Innenstadt beginnen. Die Ausschreibungen für das Projekt erfolgen voraussichtlich im Frühjahr 2022. Foto: Timphaus

Die Stadt Lohne will die Keetstraße ausbauen. Das Projekt zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur startet voraussichtlich in der 2. Jahreshälfte 2022. Der Verwaltungsausschuss hat dem Vorhaben bereits mehrheitlich zugestimmt. Eine Anliegerversammlung hat vor etwas mehr als einer Woche stattgefunden.

Der Ausbau birgt Konfliktpotenzial, denn für die Umgestaltung sollen 8 Linden gefällt werden, die die Keetstraße säumen und aufgrund ihrer Größe das Straßenbild prägen. Die Verantwortlichen im Rathaus wissen um die Brisanz dieser Entscheidung, weshalb die Antwort auf eine Anfrage vom OM online entsprechend ausführlich ausfällt. Demnach ist die Rodung der Bäume unumgänglich. 

Bereits in der Vergangenheit mussten nach Angaben der Verwaltung 2 Linden der Baumreihe aus Gründen der Standsicherheit gefällt werden. Sie waren von innen hohl. Ein weiterer Baum sei während eines Gewitters umgefallen. An dem Gehölz sei anschließend Pilzbefall im Wurzelbereich festgestellt worden. "Bei den bestehenden Linden ist eine Pilzerkrankung im Wurzelbereich und somit eine Verkehrsgefährdung in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen", teilt Stadtsprecher Christian Tombrägel mit.

Im Bereich der Linden soll eine Be- und Entladezone entstehen, um die Verkehrssituation vor den Geschäftshäusern Römann und Kauver für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern und sicherer zu machen. Foto: TimphausIm Bereich der Linden soll eine Be- und Entladezone entstehen, um die Verkehrssituation vor den Geschäftshäusern Römann und Kauver für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern und sicherer zu machen. Foto: Timphaus

Als Hauptgrund für die Rodung nennt er jedoch, dass durch das Vorhaben, insbesondere durch massive Erdarbeiten im Zuge des anstehenden Kanalbaus, die Wurzeln der Linden so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, dass sie zukünftig nicht mehr standsicher wären.

Ein weiterer Grund für den Einsatz der Kettensäge: Im Bereich der Linden soll eine Be- und Entladezone entstehen, um die Verkehrssituation vor den Geschäftshäusern Römann und Kauver für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern und sicherer zu machen. Dazu ist ein Verschwenken der Fahrbahn vorgesehen, was das Fällen einiger Linden notwendig macht.

Konflikte mit Famila-Neubau sind nicht zu erwarten

Die geplante Anlegung einer Querungshilfe für Fußgänger und die beim jetzigen Geh- und Radweg entstandenen Pflasterschäden durch die Baumwurzeln werden seitens der Verwaltung ebenfalls angeführt. Es sei vorgesehen, zwischen dem neuen Geh- und Radweg und dem Parkplatz neue Bäume zu pflanzen. "Diese werden dann in entsprechend großen Pflanzgruben und mit speziellem Pflanzboden gepflanzt." Weiterhin seien noch andere Bäume als "Straßenbegleitgrün" geplant, heißt es.

Die Stadt begründet die Erneuerung mit dem momentanen baulichen Zustand der Straße und der Nebenanlagen. Der Rad- und Fußverkehr solle sicherer gestaltet werden. Konflikte mit dem parallel laufenden Neubau des Famila-Marktes erwartet die Stadt nicht.

Die veranschlagte Investitionssumme liegt bei circa 1,5 Millionen Euro. Das Vorhaben wird voraussichtlich mit 60 Prozent der Kosten vom Land Niedersachsen gefördert. Ein entsprechender Antrag muss laut Verwaltung bis zum 15. September bei der Behörde in Hannover eingegangen sein. Der Eigenanteil der Stadt Lohne würde bei einer Zusage bei etwa 650.000 Euro liegen.

Ampeln am Neuen Markt werden ausgetauscht

Konkret geplant ist eine Sanierung der Keetstraße von der Kreuzung Neuer Markt bis zum Kreisel in einer Breite von 6 Metern in halbstarrer Bauweise – es ist eine Kombination aus Asphalt und Beton vorgesehen, um die starken Verkehrsbelastungen auszuhalten. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat im Zuge des Projekts eine Erneuerung der Regen- und Schmutzwasserkanäle angekündigt.

Die Ampelanlage am Neuen Markt, die aus dem Jahr 1997 stammt, soll vollständig ausgetauscht werden. Weiter ist ein kombinierter Geh- und Radweg in einer Breite von 2,5 Metern geplant, zuzüglich eines 50 Zentimeter breiten Sicherheitsstreifens.

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