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Lohne und Vechta bewerben sich für Modell "Testen und Öffnen"

Bis Mittwochabend mussten die nötigen Konzepte beim Land sein. Am 3. April will Hannover seine Entscheidung verkünden.

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Ohne Nachweis kein Shopping: In einigen Orten ist der Einkauf etwa von Kleidung unter strengen Auflagen bereits möglich. Symbolfoto: dpa

Ohne Nachweis kein Shopping: In einigen Orten ist der Einkauf etwa von Kleidung unter strengen Auflagen bereits möglich. Symbolfoto: dpa

Nach Damme haben sich nun auch die Städte Vechta und Lohne  offiziell dafür beworben, ein Modellprojekt zur Öffnung von Einzelhandel und Gastronomie starten zu dürfen. Das teilten sie Mittwochabend mit. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Anträge beim Land möglich. Maximal 25 Kommunen sollen in Niedersachsen dabei sein können. Die Entscheidung soll am 3. April fallen; Start wäre am 6. April. Befristet ist der Versuch zunächst auf 3 Wochen.

Das Testen und die Kontakterfassung – auf Papier und/oder via App – sind dabei die zentralen Elemente. Die Idee: Einzelhändler, Gastronomie und Kultureinrichtungen könnten in einem vorab klar  definierten "zentralen Versorgungsbereich" unter bestimmen Bedingungen öffnen. Zutritt würden ausschließlich Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Vechta erhalten, die zuvor eine Art Ticket erworben haben. 

"Lohner Tagesticket" öffnet in Lohne manche Ladentür

In Lohne sollen diese "Lohner Tagestickets" im kommunalen Testzentrum im Lohneum und im Lohner Rathaus gegen Vorlage eines aktuellen negativen Corona-Tests ausgegeben werden, heißt es unter anderem in der 16-seitigen Bewerbung. Unterstützung bei dem aufwändigen System von "Testen und Öffnen" inklusive Kontrolle und Begleitung garantieren dabei der Landkreis Vechta, die Uni Vechta, die Rettungsdienste sowie der Handels- und Gewerbeverein „Gans und gar Lohne“, wirbt die Stadt.

Auch Vechta kann auf viele Helfer bauen. Die Uni Vechta stehe für eine wissenschaftliche Begleitung bereit; Stadt, Landkreis, der Stadtmarketingverein Moin Vechta und die beteiligten Unternehmen kooperierten eng, versichert das Rathaus. Die Inzidenzzahl werde im Blick behalten, ebenso die Auslastung der Krankenhäuser. 

In der Kreisstadt soll die Zone, in der bereits aktuell eine Maskenpflicht gilt, zunächst für den Versuch genutzt werden; inklusive ist die Große Straße. An 4 zentralen Punkten (Neuer Markt, Parkplatz Expert Bening, nördliche Münsterstraße, Combi-Parkplatz Münsterstraße) werden laut Konzept Service-Stationen (geöffnet montags bis sonntags von 10.45 bis 18 Uhr) eingerichtet. Hier bekommen Besucherinnen und Besucher gegen Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses vom gleichen Tag ein zeitlich begrenztes Zertifikat, den City-Pass. Der nötige Test könne unter anderem in einem der offiziellen Testzentren gemacht werden. Aber auch andere Wege etwa über Ärzte oder Apotheke seien denkbar, erklärt die Stadt Vechta in ihrer Bewerbung. Ein Ausbau des Angebotes sei möglich. 

Der City-Pass werde zunächst in Papierform ausgegeben; er sei nur in Verbindung mit einem Ausweisdokument gültig. Mit Beantragung des City-Passes willigen die Teilnehmenden ein, dass dieses den am Modellversuch teilnehmenden Geschäften zusammen mit dem Pass vorgelegt werden muss. Parallel werde nach einer langfristigen, datenschutzkonformen digitalen Lösung gesucht, schreibt die Stadt. 

Vechta hat einen 4-Stufen-Plan rund um den City-Pass

Die Betriebe und Einrichtungen, die derzeit geschlossen sind und durch das Modellprojekt eine Chance auf eine Öffnung bekommen wollen, müssen die Papiere der Kundinnen und Kunden prüfen. Die Zahl der City-Pässe, die täglich ausgegeben wird, soll beschränkt werden. Sollte das Papier nur kurz gebraucht werden, kann es im Anschluss an der Service-Station zurückgegeben werden, heißt es in dem Schreiben aus dem Vechtaer Rathaus. So sollen weitere Bürgerinnen und Bürger die Chance bekommen, einen Pass nutzen zu können. Die Geschäfte, die aktuell bereits geöffnet haben, können ohne Pass besucht werden; auch die Zone selbst bleibt frei zugänglich.

In 4 Stufen soll das Modellprojekt umgesetzt werden. Stufe 1: Einzelhändler und Dienstleister dürfen unter Auflagen – sie betreffen die Verkaufszeit, die Kundenzahl, Hygiene- und Abstandsregeln – öffnen. Nach 5 Tagen, in Stufe 2, wäre eine streng geregelte Außengastronomie möglich. Läuft alles nach Plan, würde in Woche 3 das Vechtaer Modellgebiet auf Kino, Theater und Museum ausgedehnt. 

Ausdehnung auf weitere Standorte als Ausblick

Die 4. Stufe will die Stadt als Ausblick verstanden wissen. Denkbar wäre etwa eine Ausdehnung der sicheren Zonen auf weitere Standorte am Falkenweg oder an der Falkenrotter Straße. Hier könnte dann auch untersucht werden, ob etwa private Service- und Teststationen eine gute Ergänzung des Systems sind, formuliert die Verwaltung. 

„Wir hätten gerne mehrere Zonen ausgewiesen. Aber die aktuelle Verordnung lässt nur einen Bereich in einer Stadt zu“, erklärt Bürgermeister Kristian Kater in einer Mail. Ergänzend sei wichtig zu wissen, dass der Landkreis unlängst ein eigenes Konzept eingereicht habe; auch wenn bei der Entscheidung am 3. April zunächst nur Städte und Gemeinden, keine Landkreise oder Regionen, berücksichtigt werden sollen. Eine Öffnung von Unis, Kitas und Schulen müsse Thema bleiben. Kinder, Jugendliche, Eltern: "Sie brauchen eine Perspektive", betont Kater. 

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