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Lohne investiert 4,5 Millionen Euro in die neue Kita St. Anna

Die Stadt setzt bei dem Neubau an der Von-Stauffenberg-Straße auf eine Konstruktion in Holzrahmenbauweise. Im Sommer 2022 nimmt die Kindertagesstätte mit 4 Regel- und 2 Krippengruppen den Betrieb auf.

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Freuen sich über die Fortschritte beim Neubau der Kita St. Anna: (von links) CSW-Vorstandsvorsitzender Heribert Mählmann, Herbert Buddelmeyer (Bocklage + Buddelmeyer), Kitaleiterin Lena Berding, Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer und Linus Bocklage (Bocklage + Buddelmeyer). Foto: Timphaus

Freuen sich über die Fortschritte beim Neubau der Kita St. Anna: (von links) CSW-Vorstandsvorsitzender Heribert Mählmann, Herbert Buddelmeyer (Bocklage + Buddelmeyer), Kitaleiterin Lena Berding, Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer und Linus Bocklage (Bocklage + Buddelmeyer). Foto: Timphaus

Tobias Gerdesmeyer ist seit knapp 10 Jahren der Bürgermeister der Stadt Lohne. In dieser Dekade hat der 47-Jährige eine gewisse Routine beim Neubau von Kindertagesstätten entwickelt. Die neue Kita St. Anna, die derzeit an der Von-Stauffenberg-Straße in Nachbarschaft zum Caritas-Sozialwerk (CSW) St. Elisabeth entsteht, ist nach seinen Angaben die 5. komplett neue Einrichtung unter seiner Ägide.

Während eines Pressetermins an der Baustelle, an dem neben Vertretern aus Verwaltung und Politik auch der Vechtaer Architekt Herbert Buddelmeyer (Bocklage + Buddelmeyer) sowie Verantwortliche der beteiligten Firmen teilnahmen, sagte Gerdesmeyer: "Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass der Bedarf weiterhin groß ist." Dies sei eine Herausforderung, gleichzeitig aber auch ein Beleg für die Dynamik und Vitalität einer Kommune.

Der Bürgermeister blickte auf die Genese des Projektes zurück. 2018 seien erste Gespräche mit dem Caritas-Sozialwerk geführt worden. Er dankte der Politik, die das Vorhaben rasch befürwortet habe. Es folgten eine EU-weite Ausschreibung und die Planungsphase. Zu Beginn dieses Jahres starteten die Arbeiten. Der Neubau, in dem die bisher an 2 Standorten (Vogtstraße und Marienstraße) beheimatete Kita St. Anna zusammengeführt wird, ist voraussichtlich zu Beginn des 2. Quartals 2022 fertig und nimmt im Sommer 2022 den Betrieb auf.

4 Kindergarten- und 2 Krippengruppen sollen im Neubau an der Von-Stauffenberg-Straße einziehen. Visualisierung: Bocklage + Buddelmeyer4 Kindergarten- und 2 Krippengruppen sollen im Neubau an der Von-Stauffenberg-Straße einziehen. Visualisierung: Bocklage + Buddelmeyer

Die Stadt investiert circa 4,5 Millionen Euro. Nach Angaben von Kämmerer Hermann Theder erhält die Stadt etwa 360.000 Euro für den Ausbau der U3-Betreuung sowie eine weitere Landesförderung für den Regelbereich. Auch vom Landkreis gibt es Geld; mithin 99.000 Euro.

Die eingeschossige Kita, die am Standort des früheren Bundeswehr-Casinos entsteht, wird über 2 separate Eingänge verfügen, sagte Buddelmeyer, der noch einmal das Konzept erläuterte. Die Krippe sowie der Kindergarten werden durch den 180 Quadratmeter großen Bewegungsraum voneinander abgetrennt. Im Südwesten des circa 7.084 Quadratmeter großen Geländes, inmitten von Fichten und Kiefern, ist der Spielplatz für die älteren Kinder vorgesehen. "Die Krippenkinder erhalten einen eigenen Spielplatz", sagt Buddelmeyer.

Neubau erhält ein 1.200-Quadratmeter-Gründach

Der Neubau, im KfW-55-Standard errichtet, erhält ein 1.200 Quadratmeter großes Gründach. Eine weitere Besonderheit ist der Holzrahmenbau. Die Stadt setzt nach Angaben von Gerdesmeyer erstmals auf diese Bauweise, die in puncto Nachhaltigkeit und durch ihre kurze Fertigungszeit besticht. Das Aufstellen und Richten nimmt gerade einmal 4 Wochen in Anspruch. "Zum Zeitpunkt der Entscheidung war natürlich die Preisentwicklung in der Baubranche nicht absehbar", erläuterte der Bürgermeister.

Ebenfalls nicht alltäglich ist der Umstand, dass sich unter gut einem Drittel des Gebäudes ein Atomschutzbunker befindet. Laut Gerdesmeyer könnten die knapp 500 Quadratmeter Nutzfläche als Lagerräume zur Verfügung stehen, aufgrund des separaten Zugangs auch für andere Einrichtungen.

Die Arbeiten liegen momentan fast im Zeitplan, wie Bauleiter Mathies Könenkamp (Bocklage + Buddelmeyer) ausführte. Am Montagvormittag verhinderte der Regen zunächst, dass alle Massivholzdecken gesetzt werden konnten. Nach seinen Angaben war das alte Casino stark mit Schadstoffen belastet, was beim Abriss berücksichtigt werden musste. Außerdem sorgte ein zuvor unbekannter Kriechkeller für "riesigen Aufwand beim Tiefbau".

Lkw-Verkehr an Von-Stauffenberg-Straße sorgt derzeit für Probleme

Könenkamp ging darauf ein, dass das verbaute Holz auch nach der Fertigstellung an einigen Stellen sichtbar bleiben werde. Er sprach von einer "sehr modernen Fassade". Buddelmeyer ergänzte, dass der Neubau zudem rundum einen etwa 1,3 Meter breiten Unterstand erhalte – Gerdesmeyer sprach von einer "Hutkrempe".

CSW-Vorstandsvorsitzender Heribert Mählmann ging auf den geplanten Ausbau der Von-Stauffenberg-Straße und die derzeitigen Probleme mit dem Lkw-Verkehr aufgrund des benachbarten Zollamtes ein. "Es wird eine Herausforderung, alles harmonisch zu gestalten." Bauamtsleiter Ralf Blömer sagte, über das Thema werde voraussichtlich nach der Sommerpause politisch beraten.

Gerdesmeyer gab sich zuversichtlich, dass eine für alle Beteiligten "komfortable Situation" möglich sei. Er stellte in Aussicht, dass eine fußläufige Verbindung aus südwestlicher Richtung geschaffen werde, was sich aufgrund der geplanten Wohnbauentwicklung auf der Fläche ehemals Gerwing und an den Schanzen anbiete.

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