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Löninger Tänzerinnen fahren zur Streetdance-EM

Dass Streetdance nicht nur Großstädter beherrschen, beweisen die 17-Jährigen regelmäßig bei ihren Auftritten. Mit der Teilnahme an der Euro dürften sie endgültig in der Oberklasse angekommen sein.

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Beste Freundinnen (von links): Thea Drescher, Sonja Richter und Tara Breher tanzen seit der gemeinsamen Kindheit. Foto: G. Meyer

Beste Freundinnen (von links): Thea Drescher, Sonja Richter und Tara Breher tanzen seit der gemeinsamen Kindheit. Foto: G. Meyer

Norddeutsche Vizemeisterinnen sind sie schon. Jetzt starten Tara Breher, Sonja Richter und Thea Drescher auch auf europäischer Bühne durch. Bei der Streetdance-EM in Kalkar wollen die jungen Löningerinnen zeigen, wie viel Energie in ihnen steckt. Soviel sei gesagt: Die Zuschauer können sich auf etwas gefasst machen.

Gemeinsam im Rampenlicht stehen die sportlichen Freundinnen bereits seit sie 3 sind. Bei den Tanzmäusen des VfL lernten sie die ersten Schritte und verbesserten sich Jahr für Jahr. "Der Hip-Hop-Tanz machte uns immer am meisten Spaß", erzählt Sonja, die auch als Leichtathletin erfolgreich ist. In Löningen stieß das Trio jedoch irgendwann an Grenzen. Ein Tanzworkshop in Hamburg wurde zum Augenöffner. "Da erkannten wir erst, was in dem Sport eigentlich möglich ist", sagt Tara. Die Mädchen sahen sich in der Region um und fanden in Meppen eine Tanz- und Performing-Schule, die sie auf ein neues Level bringen sollte.

Seit 2018 sind die Gymnasiastinnen Mitglieder von "Xi". Die sechsköpfige Gruppe trainiert zweimal wöchentlich. Den Fahrdienst nach Meppen teilen sich die Eltern der 17-Jährigen. Neben fünf Mädchen wirkt auch der Trainer, Ernesto Bural, mit. Er übernimmt die akrobatischen Parts, die den in der urbanen Subkultur entstandenen Streetdance so besonders spektakulär machen. Getanzt wird nach Hip-Hop, Funk oder Rap-Musik. Die Grenzen sind fließend. Akustisch geht es aber meistens härter zu.

Konkurrenz aus 20 Ländern

Streetdance und ihm artverwandte Stile sind heute elementarer Bestandteil in Liveshows und Musikvideos. Um richtig gut zu werden, feilt die Gruppe vor allem an ihrer Synchronität. Aber auch die Emotionen sind wichtig. Beim Streetdance bedeutet das vor allem: böse gucken. Im wahren Leben liegt das den lebensfrohen Schülerinnen eigentlich nicht. Auf der Bühne dagegen verwandeln sie sich auch mimisch in echte Gangsta-Rapper.

Bei den Norddeutschen Meisterschaften passte alles zusammen. Am Ende sprangen der tolle zweite Platz und das Ticket zur DM in Duisburg heraus. Dort reichte es zu Rang 9. "Wir hatten uns ein bisschen mehr erhofft", gibt Thea zu. Die Konkurrenz sei allerdings auch sehr stark gewesen. Das Wichtigste aber war die Qualifikation für den Europa-Showdown im Wunderland Kalkar. Der Vergnügungspark auf dem ehemaligen Atomkraftgelände ist Schauplatz für ein Tanzwochenende der Extraklasse. Los geht es am 20. Mai, einem Freitag, weshalb die Schülerinnen sich vom Unterricht befreien lassen. Zunächst müssen sich die Mädchen und ihr Trainer durch die Vorrunde tanzen.  Das große Finale findet am Sonntag statt. Neben einem stattlichen Preisgeld winkt den Besten die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Die härteste Konkurrenz für "Xi" dürfte aus dem Vereinigten Königreich kommen. Insgesamt sind 20 Länder vertreten.

Auftritt mit Sängerin Loona in Meppen

Spannung ist also garantiert. Quasi zur Vorbereitung beteiligt sich  die Gruppe am Samstag (14. Mai) an der Auftaktshow des Meppener Sommergartens. Auf dem Marktplatz wird sie als Backround der niederländischen Latin-Queen Loona performen. Tara, Sonja und Thea freuen sich schon auf den Auftritt, der gegen 16 Uhr beginnt. Das Tanzen zu ihrem Beruf machen wird aber wohl keine von ihnen. Nach dem Abi wollen sie erst einmal reisen. Vielleicht auch in die USA, dem Mutterland des Streetdance. "Das ist dort noch einmal ein ganz anderes Niveau", sagt Sonja bewundernd. Allerdings sei der US-Markt auch deutlich größer. "Die Gruppen werden professionell gecastet."

Darauf hätte das Löninger Trio aber gar keine Lust. Trotzdem würden sich die Mädchen – auch auf Vereinsebene – ein wenig mehr Aufmerksamkeit für das Tanzen wünschen. "Es fällt gegenüber den anderen Sportarten leider immer weiter zurück", bedauert Thea. Sie gibt inzwischen selbst Kinderkurse und wird sich mit einem eigenen Angebot auch am Ferienpass beteiligen. Ihr Ziel ist, möglichst viele Mädchen und Jungen von der Couch zu holen und in Bewegung zu bringen. Mit ihrer Begeisterungsfähigkeit dürfte ihr das ganz bestimmt auch gelingen.

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