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Löninger laden mit offenem Bücherschrank zum Schmökern ein

Eine Bibliothek für alle: Franz und Heidegret Steffens haben vor ihrem Haus einen offenen Bücherschrank aufgestellt. Für das passende Möbelstück musste das Ehepaar nicht lange suchen.

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Neu in der Mühlenstraße: Franz und Heidegret Steffens laden Interessierte zum Tauschen und Entdecken von Büchern ein. Foto: Wienken

Neu in der Mühlenstraße: Franz und Heidegret Steffens laden Interessierte zum Tauschen und Entdecken von Büchern ein. Foto: Wienken

Eine neue Attraktion in der Mühlenstraße: Franz und Heidegret Steffens haben vor ihrem Haus in Löningen einen offenen Bücherschrank aufgestellt. Ab sofort können Interessierte ihre gelesenen Schmöker dort hinbringen – sofern diese gut erhalten sind. Im Schrank ist dann neues Material zu finden, um den Lesehunger mit einem anderen Buch zu stillen. 

"Wir haben selbst eine Menge Bücher, die wir nicht mehr lesen, aber die wir weiterhin für wertvoll halten", erzählt Franz Steffens, "diese wollen wir gerne teilen." Beim Aufräumen und Durchforsten ihrer Literatur seien Franz und Heidegret Steffens daher auf die Idee mit dem Bücherschrank gekommen. Durch den Austausch des Lesestoffs falle einem schließlich auch mal ein Buch in die Hände, das man noch nicht gekannt und andernfalls auch nicht gelesen hätte. Gerade dieser Aspekt der Aktion reize die beiden besonders. "Wir haben natürlich die Hoffnung, dass das Angebot gut angenommen wird – egal ob von Löningern oder auswärtigen Gästen", sagt Franz Steffens.

An zentral gelegenen Orten, die leicht erreichbar sind und genügend Zulauf haben, werden die öffentlichen Bücherschränke zumeist schnell akzeptiert und gerne genutzt. Das zeigt sich auch in der Mühlenstraße: "Schon kurz nachdem wir den Schrank aufgestellt hatten, kam eine erste Interessentin vorbei, die ihren alten Lesestoff gegen ein anderes Buch ausgetauscht hat. Und ich denke, der Kindergarten nebenan wird auch von dem Angebot Gebrauch machen", so Steffens. Das Ehepaar hat zudem auch in den sozialen Netzwerken kräftig Werbung gemacht. Dort fielen die ersten Reaktionen zumindest sehr positiv aus.

Bücherschrank stammt aus der Möbelei

Den Bücherschrank konnten die Steffens kostengünstig in der Möbelei erwerben. Dann fehlten nur noch ein Dach und einige Schichten Holzschutz, schließlich soll das Möbelstück auch lange halten. Und auch über die Präsentation der Bücher hat sich das Ehepaar Gedanken gemacht: "Wir haben die Bücher nicht nur nebeneinander aufgereiht, sondern auch ausgelegt. Schließlich fällt das Augenmerk eines potenziellen Lesers zunächst einmal auf das Cover eines Buches", sagt Franz Steffens.

"Wenn man jemandem ein Buch schenkt, steckt auch immer eine Botschaft dahinter. Beim Bücherschrank hingegen können die Menschen frei wählen, was sie interessiert", sagt Franz Steffens, der selbst auch als Autor tätig ist. In seinem aktuellen Projekt widmet er sich dem Buch der Bücher. In seiner Exegese, also der Auslegung der Bibel, konzentriert er sich auf die philosophischen Aspekte, die in den vier Evangelien zu finden sind. Seine Kernfrage dabei lautet: Was steckt an Lebensweisheiten in der Bibel?

"Ich nutze das Schreiben als Morgenmeditation. Häufig komme ich früh am Morgen oder in der Nacht auf gute Ideen und muss diese dann erst einmal festhalten", erläutert der Autor. Er selbst lese gerne Sachbücher. Zurzeit befasse er sich mit Richard David Prechts und Harald Welzers "Die vierte Gewalt", in dem die beiden die Berichterstattung der Massenmedien kritisieren. Das Buch hatte wiederum ein großes mediales Echo ausgelöst. "Aber egal, ob es um kontroverse oder fröhliche Themen geht, mit unserem offenen Bücherschrank wollen wir die Menschen wieder vermehrt für das Lesen begeistern", betont Franz Steffens.

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