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Löninger Kinder in der Kita St. Elisabeth üben Erste-Hilfe-Maßnahmen

Die Johanniter sind mit ihrem Projekt "Ersthelfer von morgen" zu Gast in der Kindertagesstätte St. Elisabeth. Kursleiterin Carmen Niemann zeigt den Jungen und Mädchen, wie es richtig geht.

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Zeigt, wie es richtig geht: Matheo übt mit Laith (liegend) die stabile Seitenlage. Foto: Wienken

Zeigt, wie es richtig geht: Matheo übt mit Laith (liegend) die stabile Seitenlage. Foto: Wienken

Schnell ist es passiert, einmal nicht aufgepasst und schon ist jemand gestürzt und hat sich verletzt. Was ist zu tun in so einem Notfall? Um die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Löningen auf einen solchen Ernstfall vorzubereiten, hat Carmen Niemann von den Johannitern ihnen erklärt, wie sie Erste Hilfe leisten können. Während des Kurses lernen die Kinder unter anderem, wie sie einen Notruf über 112 absetzen, wie man einen Verband anlegt und wie Rettungsmaßnahmen, wie beispielsweise die stabile Seitenlage, funktionieren.

"Wenn ihr jemanden seht, der sich nicht mehr bewegt und nichts mehr sagt, ist es wichtig, denjenigen in die stabile Seitenlage zu bringen. Dann bekommt derjenige besser Luft", weiß die Koordinatorin für Schulsanitätsdienst und das Projekt "Ersthelfer von morgen". Mithilfe von Bildern und geeigneten Merksätzen leitet sie die Vorschulkinder an und gibt ihnen Hilfestellungen bei den Übungen. In der Turnhalle der Einrichtung simulieren die Kinder einen Sturz vom Klettergerüst. Der Verletzte liegt dabei reglos am Boden.

Carmen Niemann vermittelt die Vorgehensweise wie folgt: Die stabile Seitenlage beginne mit dem 'Gruß an die Oma'. Der nahe Arm des Bewusstlosen wird dafür angewinkelt nach oben gelegt, die Handinnenfläche zeigt dabei nach oben. Die Kinder sollen die andere Hand des Verletzten zur Wange beziehungsweise zum Mund legen. Das symbolisiere, der am Boden Liegende sei lieb zu sich selber, so Niemann. "Es ist wichtig, die Kinder spielerisch an das Thema heranzuführen. Kleine Eselsbrücken können dabei helfen", betont Carmen Niemann. 

Leisten Erste Hilfe: (von links) Björn, Erzieherin Christina Bach und Matheo lernen, wie sie den Verletzten Finn sicher transportieren können. Foto: WienkenLeisten Erste Hilfe: (von links) Björn, Erzieherin Christina Bach und Matheo lernen, wie sie den "Verletzten" Finn sicher transportieren können. Foto: Wienken

Ritualisierte Handlungen könnten den Kindern die Schritte in der Ersten Hilfe am besten vermitteln. So zeigt sich in der Praxis schnell, dass die Kleinen sich bereits nach wenigen Wiederholungen die ersten Handgriffe einprägt haben. "Dann müsst ihr noch das Knie, das fern von euch ist, greifen und damit das Bein des Verletzten beugen. Wenn ihr das geschafft habt, zieht ihr den Verletzten zu euch herüber. Und, ganz wichtig am Ende: Ihr überstreckt den Hals des Patienten, damit er richtig atmen kann", sagt Carmen Niemann.

"Wenn wir die Kinder früh für das Thema sensibilisieren, haben sie im späteren Leben keine Berührungsängste mehr in Notfallsituationen oder die Sorge, etwas falsch zu machen."Carmen Niemann

Einer nach dem anderen tritt in die Mitte, um sich als Ersthelfer zu versuchen oder die Rolle des Verletzten zu übernehmen. Durch das Wiederholen gewinnen die Kinder dabei mehr und mehr an Sicherheit. Ziel des Johanniter-Projekts "Ersthelfer von Morgen" ist es, bei Kindern bereits früh die Bereitschaft zum Helfen zu fördern, damit sie später als Erwachsene ganz selbstverständlich Erste Hilfe leisten. So werden Hemmschwellen und eventuelle Ängste abgebaut.

"Wenn wir die Kinder früh für das Thema sensibilisieren, haben sie im späteren Leben keine Berührungsängste mehr in Notfallsituationen oder die Sorge, etwas falsch zu machen", so Carmen Niemann. Im Vordergrund des Konzeptes der Johanniter stehen neben dem Erlernen grundlegender Notfallmaßnahmen außerdem die Förderung sozialer Kompetenzen sowie die Unfallvorbeugung und -verhütung.

"Was den Kindern an dem Erste-Hilfe-Kurs besonders gut gefällt, ist das spielerische Lernen. Sie können sich dabei praktisch ausprobieren. Viel Spaß haben die Kleinen vor allem auch dabei, ihrem Gegenüber einen Verband anzulegen", erzählt Erzieherin Christina Bach. Falls es also zu einem Unfall kommen sollte, kann die Pädagogin mit Sicherheit auf die Unterstützung der kleinen Ersthelfer zählen.

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