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Löninger hoffen auf Zugang zu Fördertöpfen

Mit einem Entwicklungskonzept will die Stadt langfristige Planungen anschieben. Kritik gibt es trotzdem. Im Mittelpunkt stehen die E 233 und ein Hotelbau.

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Mehr Leben ins Zentrum: Die Löninger Innenstadt soll attraktiver werden. Foto: Meyer

Mehr Leben ins Zentrum: Die Löninger Innenstadt soll attraktiver werden. Foto: Meyer

Das neue städtebauliche Entwicklungskonzept für Löningen hat eine weitere Hürde passiert. Die Mitglieder des Ausschusses für Planen, Bauen, Umwelt und Verkehr nickten den umfangreichen Text einmütig ab. Grund zur Diskussion gab es trotzdem, wobei sich auch die Zuhörer einschalteten.

Vor der Abstimmung hatte Lukas Krönert vom Oldenburger Planungsbüro NWP die wesentlichen Inhalte des Konzepts vorgestellt. Auch die Bürger durften eigene Anregungen beisteuern.  Krönert zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der mehrjährigen Arbeit. Nach seiner endgültigen Verabschiedung durch den Rat dient das Konzept als Leitfaden für die Stadtplanung, wobei es  kontinuierlich weitergeschrieben werden soll. Ausschussmitglied Jörg Bremersmann (UfL) wies in der Aussprache auch auf einen weiteren Nutzen hin. "Das städtebauliche Entwicklungskonzept ist für uns die Eintrittskarte, um an Fördertöpfe zu kommen, die wir bislang nicht anzapfen konnten."

Doch was steht eigentlich drin? Die Themenpalette umfasst 7 Schwerpunkte, die sich mit den wesentlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Stadtgemeinde befassen. Im Zentrum steht die Stärkung des Ortskerns, wobei  auch die Kirchdörfer nicht vernachlässigt werden sollen. 

Anwohner kritisieren vierspurigen Ausbau

Über allem schwebt das Modell einer "multifunktionalen Innenstadt", in der Menschen zugleich arbeiten, sich erholen, Kultur genießen und wohnen können. Es gelte, die Aufenthaltsqualität im Zentrum weiter zu steigern und das gastronomische Angebot weiter auszubauen, heißt es.  Eine Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Essen und Meppen könne ebenso einen Mehrwert für die Stadt haben, wie die Ausrichtung der Landesgartenschau in einigen Jahren. Touristisch passiere derzeit nämlich noch zu wenig in Löningen. So fehlten Übernachtungsmöglichkeiten, vor allem "hochwertige Hotelbetten". Eine besondere Rolle kommt dem Merschsee zu, der nach der Beendigung des Sandabbaus im Jahr 2025 Teil eines zusammenhängenden Naherholungsgebietes werden könnte.

Vor einigen Wochen hatte ein Investor der Stadt seine Pläne für den Bau eines Hotels an der Hase vorgeschlagen. Inzwischen hat er sie wieder zurückgezogen und dies mit der mangelnden Kommunikation der Verwaltung begründet. Bürgermeister Burkhard Sibbel wies diese Darstellung zurück. Laut Jörg Bremersmann sei die Planung von allen Fraktionen abgelehnt worden. Sibbel erklärte, in den vergangenen Tagen Gespräche mit den Hoteliers vor Ort geführt zu haben. "Es gibt hier durchaus einige, die etwas bewegen wollen", sagte er. Statt eines Neubaus seien deshalb auch Erweiterungen denkbar. 

In das städtebauliche Konzept aufgenommen wurde auch der vierspurige Ausbau der Europastraße 233. Er wird derzeit von den Landkreisen Cloppenburg und Emsland geplant und sieht eine Neutrassierung im Löninger Norden vor. Ein neues Gewerbegebiet würden die Experten demnach bei Helmighausen entwickeln, weil dort ein Straßenknotenpunkt vorgesehen ist. Den Flächenbedarf für neue Wohn- und Industriegebiete schätzen sie insgesamt aber als nicht allzu hoch ein.

Stadt nicht an Planungen für Schienenverkehr beteiligt

In der Sitzung übten Anwohner aus den vom Ausbau besonders betroffenen Orten Kritik an dem Vorhaben. Sie fordern stattdessen eine Stärkung des Schienenverkehrs. Fachbereichsleiterin Hannah Koopmeyer wies darauf hin, dass die Stadt an den Planungen zwar nicht beteiligt sei, sie aber mit in ihre Überlegungen einbeziehen müsse. Die Entwicklung des Gewerbegebietes in Meerdorf sei auch ohne den Ausbau möglich, weil dort mit der Bundesstraße 213 bereits eine Anbindung an das Fernverkehrsnetz vorhanden sei.

  • Info: Das städtebauliche Entwicklungskonzept steht im Mittelpunkt einer öffentlichen Vortragsveranstaltung, zu der der CDU-Ortsverband für Donnerstag (6. Oktober) um 19.30 Uhr ins Michelangelo (Böener Straße 2) einlädt. Bürgermeister Burkhard Sibbel und Fachbereichsleiterin Hannah Koopmeyer geben dann einen aktuellen Sachstand.

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