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Löninger Fahrdienst macht seit 3 Jahren mobil

Die Pfarrgemeinde St. Vitus Löningen und das Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth wollen Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung ein Stück Lebensqualität zurückgeben und soziale Teilhabe ermöglichen.

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Auf Hilfe angewiesen: Sieben ehrenamtliche Löninger kümmern sich derzeit um den Fahrdienst im und um das Stadtgebiet. Foto: Dumstorf

Auf Hilfe angewiesen: Sieben ehrenamtliche Löninger kümmern sich derzeit um den Fahrdienst im und um das Stadtgebiet. Foto: Dumstorf

Mobil bleiben und weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben –und das auch noch im hohen Alter oder mit einer körperlichen Beeinträchtigung: Das wollen die Ehrenamtlichen des Löninger Fahrdienstes den Bürgern ermöglichen. Daher hat die Pfarrgemeinde St. Vitus das Projekt vor rund 3 Jahren in Kooperation mit dem Caritas-Sozialwerk ins Leben gerufen.

"Aktuell sind sieben Ehrenamtliche bei uns als Fahrer tätig, die ihre Zeit und ihr privates Auto für die Hilfsfahrten zur Verfügung stellen", erzählt Elisabeth Pohlmann, Koordinatorin des Projekts. Die "jungen" Senioren würden sich dafür in einer WhatsApp-Chatgruppe organisieren. Dort werde dann unter anderem geklärt, welcher der Helfer welche Fahrt übernehmen kann, so Pohlmann. Die Fahrgäste werden zu Hause abgeholt und zum Einkaufen, zur Tafel, zum Gottesdienst oder zu Veranstaltungen –  zum Beispiel zu Seniorennachmittagen – gefahren. "Die ehrenamtlichen Fahrer erhalten für ihren Einsatz natürlich eine Aufwandsentschädigung, und die jeweiligen Fahrten werden entsprechend protokolliert", sagt die Koordinatorin.

Derzeit sind die Pfarrgemeinde und das Caritas-Sozialwerk auf der Suche nach neuen Fördertöpfen, da die aktuelle Förderung "Gute Idee" des Offizialats ausläuft. Dennoch bleibt das Angebot für die Fährgäste kostenlos, denn auch Personen, die über ein schmales Portemonnaie verfügen, sollen damit angesprochen werden. Eine freiwillige Spende ist jedoch möglich. "Schließlich kann sich nicht jeder eine Taxifahrt leisten, vor allem bei weiteren Strecken, zum Beispiel nach Cloppenburg“, betont Marlies Hukelmann. 

Menschen seien stark an den Individualverkehr gewöhnt

Sie gehört zu den ehrenamtlichen Fahrern des Löninger Teams und ist schon viel herumgekommen: "Ich bin mittlerweile bei fast 5000 Kilometern mit rund 250 Fahrten angekommen", berichtet die Elbergerin. Ihr sei es ein besonderes Anliegen, dass die Senioren oder Menschen mit Beeinträchtigungen ihre Hemmschwelle überwinden. Es gehe bei dem Projekt schließlich nicht darum, Bittsteller zu sein, da der Fahrdienst eben dazu da sei, in Anspruch genommen zu werden. "Zwar geben die Fahrgäste ein Stück weit ihre Selbstständigkeit ab und machen sich von anderen abhängig, aber andererseits lässt sich die Nutzung des Fahrdienstes flexibel auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen", so Hukelmann.

Denn auch wenn es Angebote des öffentlichen Nahverkehrs in und um Löningen gebe, wie etwa das Rufbussystem, seien die Menschen auf dem Land einfach an den Individualverkehr gewöhnt. Außerdem bräuchten die älteren Menschen teilweise nicht nur einen Taxi-Service, sondern darüber hinausgehende Unterstützung, zum Beispiel beim Einkaufen oder nach einem Arztbesuch. "Dann sind wir natürlich auch da, um die Fahrgäste unterzuhaken oder sie mit ihrem Rollstuhl zu schieben. Es ist aber natürlich nicht so gedacht, dass wir die Vorturner sind und alles erledigen, sondern dass wir nur dann eingreifen, wenn es gewünscht ist", betont Hukelmann.

Nach den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie zeigte sich, dass sich viele ältere Menschen mehr und mehr zurückgezogen haben. Die Seniorenarbeit wurde während dieser Zeit stark ausgebremst. "Daher wollen wir die Menschen nun zurückholen, auch um dem Problem der Vereinsamung entgegenzuwirken", erklärt Elisabeth Pohlmann. Schließlich seien soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe ein Grundbedürfnis des Menschen und daher unerlässlich.


Info:

  • Interessierte, die den Fahrdienst nutzen möchten, können sich Dienstag und Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr unter Telefon 0162/99668021 anmelden
  • Spenderwillige, die das Projekt unterstützen wollen, können ihren Beitrag auf das Caritas-Konto der Pfarrgemeinde (Volksbank Löningen, IBAN: DE08 2806 5061 0002 2225 06, Stichwort: Fahrdienst) überweisen.

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