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Löningens Sportler dürfen weiter warm duschen

Die Stadt profitiert in der Energiekrise von ihrem gut ausgebauten Fernwärmenetz. Trotzdem soll unnötiger Strom- und Gasverbrauch vermieden werden. Öffentliche Einrichtungen bleiben aber geöffnet.

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Symbolfoto: dpa

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Auch in Löningen soll in diesem Winter Energie gespart werden. Dabei steht die Stadtgemeinde jedoch weniger unter Druck als andere Kommunen. Grund ist das Fernwärmenetz, an das viele öffentliche Gebäude seit Jahren angeschlossen sind.

Im Planungsausschuss erläuterte Bürgermeister Burkhard Sibbel die Einsparpläne. Er bestätigte auf Nachfrage, dass die Sporthalle an der Ringstraße auch während der kalten Jahreszeit uneingeschränkt geöffnet bleibt. Auch sie ist an die Fernwärmeleitung angebunden. "Niemand wird deshalb kalt duschen müssen", so Sibbel.

Seit 2001 betreibt die GF-Bio-Energie Hasetal GmbH eine große Biogasanlage im Industriepark an der Lodberger Straße. Zusätzliche Blockheizkraftwerke (BHKW) befinden sich am Stockkamp, am Wellenfreibad und auf dem Gelände der Firma Bröring. Sie sind über ein 3,6 Kilometer langes Gasleitungsnetz mit dem Hauptstandort verbunden. Hinzu kommt eine rund 13 Kilometer lange Ringleitung. Mit Wärme versorgt werden alle öffentlichen Gebäude, darunter die Löninger Schulen und Kindergärten, die beiden Bäder sowie verschiedene Firmen. Das Fernwärmeprojekt war schon 2010 beim Klimaschutzwettbewerb des Landes Niedersachsen ausgezeichnet worden.

Wasser im Hallenbad wird kühler

Obwohl erneuerbare Energien mit ungefähr 7 Millionen Kilowattstunden (kWh) einen mehr als ordentlichen Beitrag zur Versorgung der öffentlichen Liegenschaften leisten, kommt die Stadt nicht komplett ohne Erdgas aus. Knapp 2 Millionen Kilowattstunden seien es pro Jahr, sagte Sibbel und kündigte ein Energiemonitoring an. Dabei soll die gesamte städtische Infrastruktur auf Einsparmöglichkeiten – vom Einbau von Bewegungsmeldern bis zur LED-Umrüstung – abgeklopft werden. Fest steht schon, dass  die Heizungen in den städtischen Gebäuden heruntergedreht werden. Mehr als 19 Grad Raumtemperatur sind künftig nicht drin. Auch das Wasser im Hallenbad wird mit 27 Grad, beziehungsweise 30 Grad im Kleinkinderbecken, deutlich kühler. Und die 1600 Straßenlaternen im Stadtgebiet werden abends früher ausgeschaltet.

Für die Adventszeit wurde folgende Regelung getroffen: Die  LED-Lichterketten auf dem Marktplatz sollen von 16 bis 22 Uhr für Stimmung sorgen. In der übrigen Innenstadt wird dagegen auf die übliche Weihnachtsbeleuchtung verzichtet. "Das halten wir für vertretbar", sagt Stadtmarketing-Leiter Jörn Willen.  

Ansonsten setzt die Verwaltung auf Erneuerbare. So erhält auch die Grundschule in Wachtum nach ihrer Sanierung einen Zugang zum Fernwärmenetz. Die derzeit im Bau befindliche Kinderkrippe in der Mühlenstraße wird mittels Wärmepumpe beheizt.  Darüber hinaus soll in Löningen mehr Sonnenstrom auf Dächern, aber auch im Freiland produziert werden. Sibbel denkt an einen Bürgersolarpark.  Ein ähnliches Konzept bahnt sich beim Thema Windenergie an. 2,2 Prozent ihrer Fläche sollen Kommunen bis 2027 für den Anlagenbau zur Verfügung stellen. Die Stadt müsse demnach rund 300 Hektar ausweisen, erklärte Sibbel.  Wann und wo ein Windpark gebaut werden könnte, steht nicht fest. "Es ist aber wichtig, sich diesem Thema zu stellen", betonte der Verwaltungschef.

Faulturm soll viel Strom produzieren

Während es sich bei den beschlossenen Einsparungen häufig um kleinere Maßnahmen mit teilweise auch nur symbolischem Wert handelt, dürfte der Bau eines Faulturms bei der Kläranlage die Energiekosten spürbar senken. Die Abwasserreinigung verschlingt rund die Hälfte des Stroms, den die Stadt pro Jahr verbraucht. Mit Hilfe des Faulturms könnte sie 70 Prozent davon, also etwa 700.000 Kilowattstunden, selbst erzeugen. Eigentlich hatte sich die Verwaltung für das Projekt noch Zeit bis 2025 lassen wollen. Jetzt soll die Umsetzung vorgezogen werden.

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