Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Lodbergen putzt sich heraus für "Unser Dorf hat Zukunft"

Die Lodberger haben sich für den Landesentscheid des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" qualifiziert. Am 7. September wollen sie die Kommission von den Qualitäten des Ortes überzeugen.

Artikel teilen:
Prägen das Ortsbild: Die vielen grünen Hecken sind eines der charakteristischen Merkmale des Ortes. Foto: Wienken

Prägen das Ortsbild: Die vielen grünen Hecken sind eines der charakteristischen Merkmale des Ortes. Foto: Wienken

Die Vorbereitungen für den großen Tag laufen: Die Dorfgemeinschaft Lodbergen putzt sich heraus für den Landesentscheid für "Unser Dorf hat Zukunft". Los geht es für die Bewohner am 7. September (Mittwoch) um 9.15 Uhr. Dann erwarten die Lodberger eine rund zehnköpfige Kommission. "Wir haben es bisher zweimal in den Vorentscheid geschafft, aber jetzt in die vorletzte Runde zu kommen, das ist uns noch nicht gelungen und dementsprechend schon etwas Besonderes", erzählt Tanja Schnetlage aus der Lodberger Dorfgemeinschaft.

Insgesamt 18 Dörfer aus Niedersachsen, davon drei aus dem Landkreis Cloppenburg mit Falkenberg, Auen-Holthaus und Lodbergen, haben sich für den Landesentscheid qualifiziert. "Spätestens Mitte September werden wir wahrscheinlich Gewissheit haben, ob Lodbergen Niedersachsen auf Bundesebene vertreten darf oder nicht. Bis dahin gibt es noch Einiges zu tun", meint Schnetlage.

So sind derzeit alle Bewohner auf den Beinen und scheren Hecken, jäten Unkraut oder bringen Sitzgelegenheiten und den Spielplatz auf Vordermann. Auch die Kinder des Ortes werden mit eingebunden. Sie werden ein großes Willkommensschild für die Kommissionsmitglieder gestalten. Denn am 7. September haben die Lodberger genau 90 Minuten Zeit, ihren Ort zu präsentieren. Dazu wurden professionell gestaltete Flyer vorbereitet, die einzelnen Vereine arbeiten einen Vortrag aus und es wird eine Ortsbegehung geben.

"Lodbergen hat keine Kirche oder Geschäfte im Ort zu bieten. Dafür konnten wir mit unserem Zusammenhalt punkten."Walburga Abeln

Was aber hat die Lodberger bis in die vorletzte Runde gebracht? "Anders als andere Dörfer hat Lodbergen keine Kirche oder Geschäfte zu bieten. Allerdings konnten wir besonders mit unserem Gemeinschaftsleben punkten", erzählt die Lodbergerin Walburga Abeln. Lodbergen zeichne sich im Vergleich zu anderen Orten dadurch aus, dass es ein Haufendorf sei. So wohnen die Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft nebeneinander. "Das ist einfach anders als in anderen Dörfern, wo mehr Fläche zwischen den einzelnen Häusern liegt",  betont Abeln. Die geografische Nähe habe somit auch den Zusammenhalt im Ort gefördert.

"Hier wird noch wirklich echte Nachbarschaftshilfe gelebt. Falls man etwas braucht, kann man schnell nach nebenan gehen und sich etwas ausleihen. Der Zusammenhalt spiegelt sich auch in den Aktionen der Dorfgemeinschaft wider", sagt Abeln. Zahlreiche Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Schützenfest im Lodberger Viertel oder die große Zeltfete, die jedes Jahr im Frühjahr stattfindet, würden dies belegen.

Doch auch landschaftlich hat sich etwas getan: "Die Renaturierung des Löninger Mühlenbachs beispielsweise ist ein großer Gewinn gewesen", ergänzt Tanja Schnetlage. Die Lodberger haben in diesem Bereich außerdem Storchennester angelegt, um ein grünes, tierfreundliches Idyll zu schaffen. Apropos grün: Was den Ort besonders prägt, sind die zahlreichen Hecken, die die Wege der Dorfstraße säumen. "Insbesondere wenn das Schützenfest startet, sieht man die Lodberger wieder zur Heckenschere greifen, jetzt eben auch zur Ortsbegehung am 7. September", so Schnetlage.

"Uns mangelt es nicht an Ideen, denn hier ticken die Uhren noch ein bisschen anders."Walburga Abeln

Ein weiterer Anlaufpunkt, nicht für die Lodberger, liegt im Gastronomiebereich. "Das Scheunencafé hat sich in unserem Ort zu einem Tourismus-Magneten entwickelt", weiß Walburga Abeln. Radfahrer, die unterwegs sind durch das Hasetal, können dort einkehren. Und auch wenn es im Ort keinen Bäcker gebe, seien die Dorfbewohner überzeugt vom Konzept des Brötchenstalls. "Dort liegen jeden Sonntag für 25 Haushalte Brötchen bereit, die beim Bäcker in Löningen bezahlt werden", berichtet Abeln. Das Konzept funktioniere auf Vertrauensbasis.

Mit dem bundesweiten Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft ehrt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft alle 3 Jahre bürgerschaftliches Engagement und will positive Entwicklungen in ländlichen Regionen sichtbar machen. Für die Lodberger steht jedenfalls fest: "Uns mangelt es nicht an Ideen, denn hier ticken die Uhren noch ein bisschen anders", so Walburga Abeln.

Verpassen Sie nichts von der Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag. Wer regiert in den nächsten 5 Jahren? Wer zieht in den Landtag in Hannover ein?  Alle Ergebnisse aus allen Wahlkreisen und den Städten und Gemeinden im OM finden Sie auf unserer Themenseite, inklusive Liveticker. 

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Lodbergen putzt sich heraus für "Unser Dorf hat Zukunft" - OM online