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LKA registriert 2021 mehr vollendete Taten bei Trickbetrug

Falsche Polizeibeamte oder Enkeltrick: Zwar sank zuletzt zum Teil die Zahl der registrierten Taten, aber die Täter sind in immer mehr Fällen erfolgreich. Grund sind auch neue Betrugsmaschen.

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Trickbetrüger in Niedersachsen, die sich als falsche Polizeibeamte ausgeben oder den sogenannten Enkeltrick verwenden, konnten im vergangenen Jahr mehr Taten vollenden als zuvor. Das geht aus Zahlen des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Demnach stieg die Zahl der bekannten, vollendeten Betrugstaten mit falschen Polizisten seit Beginn der Zählung 2013 kontinuierlich an und erreichte 2021 einen Höchststand.

Von zuletzt rund 6000 registrierten Betrugsfällen in der vorläufigen Eingangsstatistik gelangen mehr als 130. Im Vorjahr brachten falsche Polizisten noch in rund 100 Fällen die zumeist älteren Opfer um ihr Erspartes. Allein durch diese Fälle 2021 entstand laut LKA ein Schaden von rund 2,9 Millionen Euro.

Rund 3100 Fälle mit Betrug durch Enkeltrick registriert

Allerdings war die Gesamtzahl der bekannten Fälle mit falschen Polizeibeamten den LKA-Angaben im vergangenen Jahr rückläufig. Nach einem enormen Anstieg bis 2020 auf rund 8100 registrierte Taten, deutete sich demnach 2021 mit rund 6000 Fällen eine Abnahme an. Eine konkrete Prognose für die weitere Entwicklung sei aber nicht möglich, teilte eine LKA-Sprecherin mit. "Bisher ist jedoch festzustellen, dass die Täter weniger Versuche benötigen, um ihre Taten zu vollenden und im Einzelfall größere Vermögenssummen erbeuten."

Bei Trickbetrügen mit dem Enkeltrick stellen die Beamten seit Beginn der Zählung 2011 einen konstanten Anstieg der Fallzahlen fest. Die Zahl der bekannten Taten, die mit Geldübergaben oder -überweisungen endeten, habe sich seitdem mehr als verdoppelt, teilte das LKA mit. Vergangenes Jahr wurden den vorläufigen Daten zufolge rund 3100 Taten mit der Betrugsmasche des Enkeltricks registriert, wovon mehr als 150 den Tätern gelangen. Im Jahr 2020 waren es insgesamt noch rund 2400 Taten und mehr als 70 vollendete. Der vom LKA bezifferte Schaden dabei erhöhte sich zuletzt etwas von 1,5 auf rund 1,7 Millionen Euro.

Hilfreich sei es, dem Anrufer Gegenfragen zu stellen und das Gesagte zu hinterfragen

Die Legenden, die von den Betrügern benutzt werden, ändern sich laut den Ermittlern stetig und werden etwa auch auf Präventionskampagnen und gesellschaftliche Veränderungen angepasst. "Es ist derzeit zu beobachten, dass vornehmlich sowohl bei den 'falschen Polizeibeamten' als auch beim 'Enkeltrick' die Legende des schweren oder tödlichen Verkehrsunfalls, verursacht durch den nahen Angehörigen, genutzt wird", teilte die LKA-Sprecherin mit. Beim Enkeltrick hätten Täter zuletzt mit steigender Tendenz für die Kontaktaufnahme einen Messengerdienst genutzt.

Die Zahl von Anrufen durch falsche Ärzten, die mit Schockanrufen und erfundenen Geschichten Geld für die Behandlung von Familienangehörigen fordern, sei dagegen in den letzten beiden Monaten 2021 fast auf null zurückgegangen. Im Oktober hatte das LKA angesichts hoher Fallzahlen vor dieser neuen Masche gewarnt.

Die Polizei empfiehlt – vor allem älteren Menschen – aufmerksam zu sein, wenn am Telefon Fragen zur Person, der Familie oder nach dem Vermögen gestellt werden. Hilfreich sei es beispielsweise, dem Anrufer Gegenfragen zu stellen und das Gesagte zu hinterfragen, sagte die LKA-Sprecherin. "Im Zweifel sollte das Gespräch beendet und im Anschluss die Polizei kontaktiert werden."

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