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Litauenhilfe Visbek: Sanierung des neuen Kinderheims kommt voran

Die von Alfons Hoping unterstützte Einrichtung muss im kommenden Jahr umziehen. Dafür sammelt er fleißig Spenden. 10.000 Euro ließ er kürzlich bereits da.

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Übergabe des symbolischen Schecks über 10.000 Euro vor dem zukünftigen Kinderheim. Foto: Hoping

Übergabe des symbolischen Schecks über 10.000 Euro vor dem zukünftigen Kinderheim. Foto: Hoping

Die Sanierung des mittlerweile dritten Hauses läuft, sagt Alfons Hoping. Vor ein paar Wochen besuchte der Astruper das von ihm seit mehr als 2 Jahrzehnten unterstützte Kinderheim St. Kazimier im litauischen Alvitas. 10.000 Euro hatte er im Gepäck, um die Verantwortlichen vor Ort zu unterstützen.

Bis 2023 soll das neue Kinderheim bezugsfertig sein. 8 bis 10 Kinder können dann in dem Gebäude untergebracht werden. Wie Hoping bereits im Frühjahr berichtete, habe die litauische Regierung 2017 entschieden, dass die Kinderheime im Land sich verkleinern sollen. Lange habe er um den Erhalt des jetzigen Kinderheims gekämpft. Schließlich ist es erst 2015 in ein neues, modernes Gebäude gezogen; in drei Gruppen konnten jeweils bis zu 8 Kinder unterkommen. Doch er habe mit „der Misere der vergangenen 5 Jahre abgeschlossen“, sagt Hoping. Er blicke in die Zukunft.

Es muss ein Aufzug gebaut werden

Für rund 30.000 Euro hat der Leiter der Einrichtung in Alvitas, Pfarrer Vytautas Kajokas, ein altes Einfamilienhaus mit Nebengebäude auf 1700 Quadratmetern – rund 200 Meter vom aktuellen Kinderheim entfernt – gekauft. Insgesamt werde die Sanierung rund 150.000 Euro kosten, schätzt Alfons Hoping. Damit korrigiert er die Schätzung vom Frühjahr schon nach oben. 80.000 Euro erhalte die Einrichtung für die Sanierung vom Staat, den Rest müsse sie selbst aufbringen. Mit den neuen Auflagen wäre es womöglich sogar günstiger gewesen, neu zu bauen, sagt Alfons Hoping.

So sah das Haus aus, als es gekauft wurde. Es wird derzeit umfassend saniert. Foto: HopingSo sah das Haus aus, als es gekauft wurde. Es wird derzeit umfassend saniert. Foto: Hoping

Denn: In das Haus müsse ein Aufzug integriert werden – das bedeute 30.000 bis 40.000 Euro extra. „Das ist Schikane“, sagt Hoping. Kinder mit Behinderungen könnten im Erdgeschoss untergebracht werden. Die Doppelmoral werde an diesem Beispiel deutlich: In der Stadt seien Wohnungen in oberen Stockwerken in einer Plattenbausiedlung gekauft worden, um Kinder unterzubringen. Aufzüge gäbe es dort keine, sagt Hoping.

Zuletzt seien „über Nacht“ 8 Kinder in das Kinderheim St. Kazimier gekommen, sagt Alfons Hoping. Mit den bereits dort lebenden 9 Jugendlichen seien es also insgesamt 17 Mädchen und Jungen gewesen – die im aktuellen Gebäude problemlos Platz fanden. „Wo wären diese Kinder sonst geblieben?“, fragt Hoping. Künftig, wenn nur noch Platz für bis zu 10 Kinder ist, seien solche Szenarien schwierig. Er schätzt, dass im alten Kinderheim künftig Plätze vorgehalten werden müssen, um das im Zweifel aufzufangen.

Ukraine-Krieg beschäftigt Litauerinnen und Litauer

Während des Besuchs in Vilkaviškis nutzten Alfons Hoping und seine Frau Margret außerdem die Gelegenheit, am jüdischen Ehrenmal Blumen niederzulegen. In Vilkaviškis wurden von Juni bis September 1941 mehr als 7000 Kinder Frauen und Männer von der Gestapo aus Tilsit und mit der Hilfe von litauischen Nationalisten ermordet, lässt Alfons Hoping wissen. „Unsere Generation kann die Schuld für die Gräueltaten nicht übernehmen, aber wir müssen die Erinnerung wachhalten, damit so was nie wieder passiert.“

Blumen für das Ehrenmal: Snaige Stroginiene (von links), Margret Hoping, Alfons Hoping und Zita Karpaviciene. Foto: HopingBlumen für das Ehrenmal: Snaige Stroginiene (von links), Margret Hoping, Alfons Hoping und Zita Karpaviciene. Foto: Hoping

Das sei gerade vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wichtig. Dieser bereite den Menschen in Litauen große Sorgen, sagte Alfons Hoping bereits im Frühjahr. Das Land grenzt an Russland, die Furcht vor einem russischen Angriff treibt Litauerinnen und Litauer schon länger um. Das Kinderheim St. Kazimier sei rund 10 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, so der Astruper. In der Einrichtung wurden zuletzt mehrere geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine untergebracht.

Angesichts des Jubiläums – die 25-jährige Freundschaft mit dem Kinderheim St. Kazimier – hat es kürzlich noch Pläne gegeben, mit einer Gruppe im Herbst nach Litauen zu reisen. Doch der Krieg und womöglich wieder drohende Corona-Einschränkungen trugen zu dem Entschluss bei, die Reise zu verschieben.

Für November sei aber wieder ein Hilfstransport geplant, sagt Alfons Hoping. Es werde fleißig gesammelt. Gebraucht werden unter anderem Kleidung, Hygieneartikel oder auch Gehhilfen wie Rollatoren und Rollstühle.

  • Info: Wer das Kinderheim St. Kazimier finanziell unterstützen möchte, kann mit dem Stichwort „Kinderheim St. Kazimier“ auf das Spendenkonto, IBAN: DE52 2806 6103 0001 4966 03, Geld überweisen. Wer die Ukraine-Hilfe unterstützten möchte, kann unter dem Stichwort „Ukraine Hilfe“ spenden. Nähere Informationen erteilt Alfons Hoping auch telefonisch unter 0178/2303301.

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