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Litauengruppe Altenoythe löst sich auf

Im Frühjahr 2022 läuft der letzte kleine Hilfstransport. Danach stellt der Verein seine Arbeit ein. Der Grund: Die Corona-Situation macht den Helfern zu schaffen und ihnen fehlen Lager- und Packräume.

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Letzte Fahrt: Zum letzten Mal wollen sich die Helferinnen und Helfer 2022 unter der Leitung von Hubert Blome (rechts) auf den 1500-Kilometer-Weg nach Litauen machen.   Foto: Pille

Letzte Fahrt: Zum letzten Mal wollen sich die Helferinnen und Helfer 2022 unter der Leitung von Hubert Blome (rechts) auf den 1500-Kilometer-Weg nach Litauen machen.   Foto: Pille

Die Litauenhilfe Altenoythe will ihr Engagement nach einem letzten kleinen Hilfstransport im Frühjahr 2022 mit größter Wahrscheinlichkeit einstellen. Dann werde der Verein wohl aufgelöst werden, das hätten jetzt die Mitglieder beschlossen, bedauerte der Leiter der Gruppe, Hubert Blome. Es fehle den Helfern in Altenoythe an geeigneten Lager- und Packräumen, aber auch die anhaltende Corona-Situation in Deutschland und besonders in Litauen hätte dazu beigetragen, den Einsatz nun nach einer letzten Fahrt zu beenden, sagte Blome. Ob die tatsächlich noch zustande kommt, richte sich nach den Bedingungen Anfang des nächsten Jahres, sagte der langjährige Chef der Hilfs-Crew.

Seit 23 Jahren waren die Altenoyther mit Lastwagen und Kleintransportern sowie meist acht Helfern und fast jeweils 2000 Paketen auf den Ladeflächen in Richtung Litauen in die südwestliche Region Jurbarkas unweit der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad gestartet. "Dort in solch kleinen Bauernschaften wie Kiduliai, Jurbarkas, Lazdijai und Gelgaudiskis ist die Not immer am größten, auch heute noch", ist Blome überzeugt, "da hat sich in den letzten Jahren nicht viel getan."

Lebensmittel und Kleiderspenden kommen an, wo sie wirklich gebraucht werden

Dort traf man bei den Aufenthalten häufig auf Familien mit kleinen Kindern und alleinstehende alte Leute, die sich nicht ausreichend ernähren konnten. Hier wurden in der Vergangenheit auch Lebensmittel persönlich überreicht, die sie Jahr für Jahr während einer Sammelaktion vor einem Supermarkt in Altenoythe sammelten. In Litauen trafen die Helferinnen und Helfer immer auf einen alten Bekannten, Pfarrer Ginteras Urbstas, der sie vor Ort zusammen mit einigen Einheimischen, die leidlich Deutsch sprechen, tatkräftig unterstützte. Aus diesem Grund sei man auch sicher, dass Lebensmittel und Kleiderspenden dort hinkämen, wo sie wirklich gebraucht würden.

Der Aufenthalt des Geistlichen 1998 in Altenoythe, als er hier Diakon war und seine Primiz feierte, war damals der Anlass, die Litauengruppe zu gründen, erinnert sich Blome. Unterstützung fanden sie damals spontan in Pfarrer Leo Simon.

Blome: Für ihre Mühen erwartet der Verein nur ein "Dankeschön"

Die Altenoyther unterstützen in Litauen zeitweise ein Kindertageszentrum, eine psychiatrische Einrichtung, eine Sozialstation, ein Altenheim, ein Kinderheim, eine "Armenküche" und drei Dorfschulen. Warum nimmt man all die Strapazen des Transportes auf sich? "Die Freude und das Lachen der Kinder sowie das Dankeschön auf Deutsch wiegen alle Mühen auf", erklärt Blome für alle Mitstreiter.

Möglich seien die Hilfstransporte aber nicht ohne die vielen Spenden und die Unterstützung verschiedener Firmen und Institutionen gewesen, zum Beispiel der Altenoyther Ortsgruppe der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd), betonte Blome. Und auf Spenden ist die Gruppe auch jetzt für den letzten Transport angewiesen. Geladen werden sollen wieder Krankenhausartikel wie Rollstühle und Gehhilfen sowie Artikel des täglichen Lebens. Lebensmittel werden kurz vor der Fahrt 2022 gesammelt und gekauft.

  • Info: Das Spendenkonto der Litauenhilfe Altenoythe: DE65280666200420230900.

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