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Liobaschule soll zum Zentrum für soziale Stadtteilarbeit werden

Die Stadt Vechta möchte an der Antoniusstraße ein Quartiersmanagement ansiedeln. Mit Fördermitteln ließen sich noch weitere Maßnahmen umsetzen.

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Wenn die Liobaschule erst verwaist ist, muss ein neues Konzept her: Der Standort an der Antoniusstraße könnte im Rahmen der Städtebauförderung zu einem Zentrum für soziale Stadtteilarbeit entwickelt werden. Foto: Speckmann

Wenn die Liobaschule erst verwaist ist, muss ein neues Konzept her: Der Standort an der Antoniusstraße könnte im Rahmen der Städtebauförderung zu einem Zentrum für soziale Stadtteilarbeit entwickelt werden. Foto: Speckmann

Noch wird die Liobaschule in Vechta für Unterrichtszwecke gebraucht. Sie dient als Übergangslösung für mehrere Grundschulen, die aufwendig saniert oder erweitert werden. Aber in einigen Jahren dürfte sich die Situation ändern. Dann stehen mehrere Gebäude an der Antoniusstraße leer und bieten Möglichkeiten für eine Nachnutzung. Das Haus könnte zu einem Zentrum für soziale Stadtteilarbeit werden.

Die Stadt Vechta möchte an dem Schulstandort auf lange Sicht ein Quartiersmanagement ansiedeln. Umsetzen ließe sich eine solche Maßnahme mit attraktiven Zuschüssen aus der Städtebauförderung, die für zwei Gebiete in der Kreisstadt angestrebt wird. Ein Bereich konzentriert sich auf die Innenstadt mit dem Neuen Markt, der andere Bereich auf jene Wohnsiedlung rund um die Antoniusstraße.

„Der soziale Zusammenhalt soll gefördert werden“, erläutert Fachbereichsleiterin Christel Scharf bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung. Wichtig sei, in dem Stadtteil eine aufsuchende Integrationsarbeit zu schaffen. Ein Quartiersmanagement könne auf die Bewohner verschiedenster Herkunft zugehen, Gespräche und Begegnungen ermöglichen. Solche Aktivitäten machten den Zusammenhalt aus.

Die Verwaltungsmitarbeiter Wolfgang Heuser, Katharina Muhle und Christel Scharf (von links) sowie die Vertreter der Stadterneuerungsgesellschaft re.urban“, Kerstin Brunken und Karen Strack (von rechts), stellten die Pläne für das Sanierungsgebiet vor. Foto: SpeckmannDie Verwaltungsmitarbeiter Wolfgang Heuser, Katharina Muhle und Christel Scharf (von links) sowie die Vertreter der Stadterneuerungsgesellschaft „re.urban“, Kerstin Brunken und Karen Strack (von rechts), stellten die Pläne für das Sanierungsgebiet vor. Foto: Speckmann

Die Liobaschule zu einer integrativen Anlaufstelle zu entwickeln, weckt das Interesse in der Runde. „Das ist eine super Idee“, wirft einer der anwesenden Bürger ein. Möglicherweise könnten Einheimische gewisse Bedenken gegenüber den Plänen haben. Darum sei es umso wichtiger, die Menschen mit ihren unterschiedlichen Kulturen mitzunehmen, etwa durch die Veranstaltung von gemeinsamen Stadtteilfesten, und somit die Identifikation zu fördern.

Im Wohngebiet leben viele Zugezogene

Neben dem Quartiersmanagement ließe sich die Liobaschule noch für weitere Zwecke und Einrichtungen nutzen. Eventuell seien die Gebäude überdimensioniert, sodass über Teilabrisse nachgedacht werden könnte, sagt Karen Strack. Sie ist Geschäftsführerin der Stadterneuerungsgesellschaft „re.urban“, die im Auftrag der Stadt Vechta die Gebiete für die Städtebauförderung unter die Lupe nimmt.

Bei ihrer Bestandsaufnahme haben die Stadtplaner aus Oldenburg festgestellt, dass in dem Wohngebiet viele Zugezogene leben, etwa Studierende oder Migranten. „Wir haben hier eine hohe Fluktuation“, so Strack. Es scheine ein "Stadtteil der Ankunft" zu sein. Darum brauche es aufsuchende Angebote, also Personen, die zu den Neuankömmlingen gehen und ihnen dabei helfen würden, sich in Vechta zu orientieren.

Öffentliche Spiel- oder Freiflächen kaum vorhanden

Bei der Entwicklung des Wohngebietes gilt es städtebauliche Missstände zu beseitigen. Die Schwächen zeigen sich unter anderem in der mangelnden Aufenthaltsqualität. Es gibt kaum öffentliche Spiel- oder Freiflächen für die Menschen. Laut Fachbereichsleiterin Scharf muss die Stadt hier voraussichtlich das Gespräch mit privaten Grundstückseigentümern suchen, denn eigene Grundstücke habe die Kommune in diesem Bereich nicht.

Zurzeit halten sich viele Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit auf den Schulhöfen der Liobaschule und der benachbarten Geschwister-Scholl-Oberschule (GSO) auf. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wie GSO-Leiterin Anke Magerfleisch findet. „Wir wollen eine offene Schule sein“, sagt sie. Aber es bedürfe eines gemeinsamen Miteinanders, damit die Bereiche gepflegt würden und nach dem Wochenende keine Scherben aufwiesen.

„Es gibt einen Bedarf, etwas zu tun. Das ist im Hause bekannt.“Christel Scharf

Ein weiteres Thema ist die Verkehrssituation. Die Analyse der Stadtplaner offenbart teilweise schadhafte Straßen, unzureichende Gehwege, suboptimale Parkplätze sowie fehlende Begrünungen und Beleuchtungen. In einigen Abschnitten wird auch der Begegnungsverkehr zum Problem. Für den Kreuzungsbereich Münsterstraße/Driverstraße sieht das Konzept den Bau eines Kreisverkehrs vor.

Auf den Zustand der zum Teil sanierungsbedürftigen Wohngebäude hat die Kommune hingegen keinen Einfluss. Hier sieht Strack vor allem im energetischen Bereich Handlungsbedarf, aber „das kann nur durch die Eigentümer erfolgen“. Die Städtebauförderung könne die Bürger dazu animieren, an ihren Häusern und Grundstücken etwas zu tun. Solche Maßnahmen seien in Grenzen förderfähig.

Unklar ist, was mit den örtlichen Sport- und Schwimmhallen in dem Gebiet passiert. Schulleiterin Magerfleisch plädiert für Neubau statt Sanierung. „Es gibt einen Bedarf, etwas zu tun. Das ist im Hause bekannt“, kommentiert Verwaltungsvertreterin Scharf. Die beiden Sportstätten seien im Konzept enthalten, fielen aber nicht in die Städtebauförderung. Dafür müsse ein Antrag auf einen gesonderten Fördertopf erfolgen.

Entscheidung soll im Frühjahr 2023 fallen

Grundsätzlich bleibt abzuwarten, ob die Stadt Vechta überhaupt in den Genuss der Landes- und Bundesmittel kommt, um die Gebiete „Innenstadt/Neuer Markt“ und „Quartier Antoniusstraße“ mit einem veranschlagten Gesamtvolumen in Höhe von fast 28 Millionen Euro zu entwickeln. Der Antragstellung für die Städtebauförderung muss bis Ende Mai dieses Jahres erfolgen, mit einer Entscheidung ist im Frühjahr 2023 zu rechnen.

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