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Linderns Messdiener lösen Einschränkungen kreativ

Ein coronabedingtes Herunterfahren aller Aktivitäten war für die Gruppe nie eine Option. Viele neue Ideen schon eher.

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Vorfreude auf die Coronafreie Zeit: der Vorstand der Messdienerschaft St. Katharina Lindern. Foto: Kock

Vorfreude auf die Coronafreie Zeit: der Vorstand der Messdienerschaft St. Katharina Lindern. Foto: Kock

Mit rund 85 Gruppenkindern und 70 Gruppenleitern ist die um 1900 gegründete Messdienerschaft St. Katharina Lindern heute ein fester Bestandteil der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde Lindern. Nach der Erstkommunion können die Kinder ein Teil der Messdienerschaft werden. Gemeinsam mit den Jungen und Mädchen aus ihrer Altersklasse bilden sie eine Messdienergruppe, die von den Gruppenleitern geleitet wird. Nach der zehnten Klasse werden die Jugendlichen Teil der Leiterrunde und können selbst Verantwortung für eine Gruppe übernehmen.

Einmal pro Woche hat jede Gruppe eine Gruppenstunde, in der gespielt, gebastelt oder gegessen wird. Ganz oben auf der Favoritenliste bei den Gruppenstundenaktivitäten stehen Verstecken, Fußball und Wi- kingerschach. Aber auch selbst gebackene Pizza, eine Pfarrheim-Übernachtung oder eine Dorf-Rally gehören ebenso dazu. Neben den Gruppenstunden organisiert die Leiterrunde im Laufe eines Jahres viele verschiedene Aktionen. Angefangen mit der Sternsingeraktion, die am 3. Januar stattfand, über das Zeltlager im Sommer, der Bingoaktion auf der Linderner Kirmes bis hin zur Adventsfeier für die Gruppenkinder im Dezember gibt es in den monatlichen Leiterrunden immer etwas zu planen oder zu reflektieren.

Ein Foto aus anderen Tagen: Der Start ins Messdiener-Zeltlager war immer ein großes Ereignis für die Mädchen und Jungen. Foto: Archiv KockEin Foto aus anderen Tagen: Der Start ins Messdiener-Zeltlager war immer ein großes Ereignis für die Mädchen und Jungen. Foto: Archiv Kock

Damit innerhalb eines Messdiener-Jahres alle Aktivtäten erfolgreich durchgeführt werden können, sind viele Jugendliche bereit, Aufgaben zu übernehmen. So besteht mit Kathrin Westermann (1. Vorsitzende), Jakob Möhlenkamp (2.Vorsitzender), Simon Mählmann (Geschäftsführer), Dirk Ortmann (Kassenwart), Antonia Schute (Öffentlichkeitsbeauftragte), Maria Wilken (Schriftführerin) und Nico Lövenich (Beisitzer) der Vorstand aktuell aus sieben Messdienern.

Weitere Gruppenleiter engagieren sich in Organisationsteams bei der Planung der Aktionen, der Erstellung des Dienstplans oder in der Lagerleitung als Verantwortliche bei der Durchführung des Zeltlagers. Durch die Corona-Pandemie wurden die Messdieneraktivitäten allerdings komplett auf den Kopf gestellt: Gruppenstunden und Gottesdienste fielen aus, Aktionen wurden abgesagt, ein Sommer ohne Zeltlager war für ein Großteil der Messdiener unvorstellbar. Das Gefühl eines gemeinsamen Erlebnisses, von Zusammenhalt in der Gruppe, das Engagement innerhalb eines Teams – oder einfach auch nur die Gruppenstunde als fester Bestandteil im Wochenablauf – von einem auf den anderen Tag war nichts mehr „normal“.

"Besonders schade ist der Ausfall des Zeltlagers."Kathrin Westermann, Vorsitzende der Messdienerschaft

Doch schnell stand fest, dass das Herunterfahren der Messdienerarbeit keine Option ist. So wurde beispielsweise im Frühjahr ein Online-Planspiel auf der Internetseite der Messdienerschaft und ein Rätselspiel für zu Hause organisiert, zu Ostern wurde in einem Video das Licht der Osterkerze auf digitale Weise zu den Menschen und in die Häuser gereicht.

„Besonders schade ist der Ausfall des Zeltlagers: Für Messdiener erstrebenswerte Ziele, wie einmal als älteste Gruppe im Zeltlager dabei zu sein, das erste Mal länger am Lagerfeuer aufbleiben zu dürfen oder einfach nur den Stolz eines Gruppenkindes, einen Wimpelangriffs nicht verschlafen zu haben, erlebt man einfach nur im Zeltlager“, sagt die Vorsitzende Kathrin Westermann.

Mit dem Zeltlagerersatzprogramm sei aber dennoch aus der Situation das Beste gemacht: Beim Bautag wurden Klappstühle gebaut, beim Paintball waren Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefordert, beim Wikingerschachturnier wurde der Kampfgeist geweckt und das Outdoor-Kino kam dem Zeltlagergefühl schon sehr nahe.

Sternsingeraktion bringt 4500 Euro für notleidende Kinder

Doch die Corona-Pandemie bringt auch neue Ideen: So konnten die Messdiener mit der Übertragung der Weihnachtsgottesdienste über das Internet vielen Lindernern ein Stück Weihnachten in das heimische Wohnzimmer bringen und durch das Anmeldeverfahren bei der Sternsingeraktion über 4500 Euro für notleidende Kinder gesammelt werden.   „Nichtsdestotrotz“, da ist sich der Vorstand einig, „freuen wir uns auf die Zeit, wenn wir uns wieder regelmäßig treffen können und mit der Messdienerarbeit da weitermachen können, wo wir vor Corona aufgehört haben“.

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