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Linderns Geschichte muss neu geschrieben werden

Die archäologischen Untersuchungen in Lindern sorgen für Ärger. Sie nehmen viel Zeit in Anspruch und kosten die Gemeinde und die Bauinteressenten viel Geld.

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Informieren über die Ausgrabungen: (von links) Bauamtsleiter Thomas Lüken, Dr. phil. Daniela Nordholz und Helmut Künnen. Foto: Kock

Informieren über die Ausgrabungen: (von links) Bauamtsleiter Thomas Lüken, Dr. phil. Daniela Nordholz und Helmut Künnen. Foto: Kock

Die archäologischen Untersuchungen im circa 3,2 Hektar großen Baugebiet Ortsmitte sorgen in Lindern für Ärger. Böse Zungen in der Politik sprechen von „Sandkastenspielen“. Die Grabungen nehmen viel Zeit in Anspruch und kosten die Gemeinde und die Bauinteressenten viel Geld. Auf der anderen Seite sorgen die Untersuchungen für erstaunliche Ergebnisse mit überdurchschnittlichen Funden. Das berichtete Dr. phil Daniela Nordholz von der beauftragten Firma ArchaeNord aus Bremen auf einer Informationsveranstaltung. Sie informierte über den aktuellen Stand der Ausgrabungen und Aufgrabungen. Die Ausgrabungen wären bemerkenswert und außergewöhnlich. Die Prospektion, die 10 Prozent der Fläche voruntersuchen sollte, hätte circa 170 Verdachtsfärbungen und damit auch potenziell 170 Befunde ergeben.

Wenn man nach dem Namen der Bewohner Linderns vor der ersten urkundlichen Erwähnung fragt, so gibt es niemanden, der diesen mit Sicherheit angeben kann. Die ersten Menschen, die diese Gegend durchstreiften, sind wohl Jäger und Sammler gewesen. Nun sollen dort 30 Bauplätze als ein allgemeines Wohngebiet entstehen, so Bauamtsleiter Thomas Lüken beim Informationsabend im Heimathaus. Mit der Prospektierung ist im September 2020 begonnen worden, der Aufgrabungsbeginn war im März 2021.

Die Ausgrabungsfläche ist circa 1,9 Hektar groß

Die Ausgrabungsfläche ist circa 1,9 Hektar groß. Es findet zuerst eine Prospektierung der Flächen statt. Das bedeutet, dass 2 Meter breite Suchgräben angelegt werden, um das Erdreich einschätzen zu können. Je nach Befundlage erfolgt dann die Anordnung der Denkmalschutzbehörde des Landkreises, die einzelnen Funde mit einem Radius von 15 Metern freizulegen. Diesen Vorgang nennt man dann Aufgrabung. Das passiert nun im neuen Baugebiet. Verdichtet sich bei der Aufgrabung die Befundlage, muss anschließend um neue Funde herum noch weiter aufgegraben werden. Dieses ist im Moment in Lindern der Fall. Bei 100 Prozent der Fläche ergibt das also circa 1700 bis 1800 Befunde. Inzwischen hätten ihre Mitarbeiter mehr als ein Viertel der zu untersuchenden Flächen geöffnet und liegen im Moment bei etwas mehr als 800 Befunde. Die Aufgrabungen werden sicherlich noch mehrere Wochen dauern.

Die Archäologin erklärte sich bereit, in einem Jahr wieder nach Lindern zu kommen und wieder über den aktuellen Stand des Projekts zu sprechen. Die Bauinteressenten müssen sich noch ein wenig gedulden.

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