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Linderner Mathe-Asse sind in Klasse 11 schon reif für die Uni

Die Gymnasiasten Anton Göwert und Justus Gieseler arbeiteten sich tief in mathematische Problemstellungen hinein. Das Probesemester in Oldenburg endete für beide erfolgreich.

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Beantworten komplexe Fragen (von links): Anton Göwert und Justus Gieseler absolvierten den Uni-Kurs. Mathematiklehrer Frank Leonhardt unterstützte sie dabei. Foto: G. Meyer

Beantworten komplexe Fragen (von links): Anton Göwert und Justus Gieseler absolvierten den Uni-Kurs. Mathematiklehrer Frank Leonhardt unterstützte sie dabei. Foto: G. Meyer

Ist es möglich, dass in einer Gruppe von 33 Personen jede mit genau dreien daraus befreundet ist? Soziologen dürften das intuitiv bezweifeln. Die Mathematik gibt ihnen Recht. Die Aufgabe ist allerdings derart komplex, dass nur echte Mathe-Cracks sie lösen können – solche wie Anton Göwert und Justus Gieseler aus Lindern.

Die Schüler des Copernicus-Gymnasiums haben im vergangenen Schuljahr den Zertifikatskurs "Null Problemo – Mathematisches Problemlösen" der Uni Oldenburg belegt. Für ihre Leistungen wurden die 17-Jährigen mit einer Urkunde belohnt, die ihnen das höchste Niveau bescheinigt. "Im Prinzip ist das so, als ob sie einen Erstsemesterschein erworben haben", erklärt Fachlehrer Frank Leonhardt. Er hebt das Alter der Gymnasiasten hervor. "Sie waren damals ja erst in der 11. Klasse." 

22 Online-Vorlesungen ließen Anton und Justus über sich ergehen. Das Tempo sei nicht schlecht gewesen, räumen die Jugendlichen ein. Mit den Aufgaben aus Oldenburg hätten sie deutlich mehr Zeit verbracht, als mit dem normalen Schulstoff. Gelernt wurde meistens allein. "Zu zweit ist das schwierig", sagt Justus. Nach einiger Zeit stellten sie sich immer besser auf die hohen Anforderungen ein. Am Ende stand eine 4-stündige Klausur, in der die Linderner das komplette Wissen aus dem vorangegangenen Semester abrufen mussten.

Uni will mathematische Begabungen fördern

Die Anstrengungen haben sich gelohnt, finden beide. Das sieht auch Frank Leonhard so, der seinen Schülern eine gute Entwicklung bescheinigt. "Ihre logische Denkfähigkeit hat sich merkbar verbessert." Gute Mathematiker müssten außerdem viel Fleiß und eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen. Auch darin hätten die Oberstufler Fortschritte gemacht.

Das Institut für Mathematik der Universität Oldenburg hat das Zertifikat gemeinsam mit einem Gymnasium in Delmenhorst entwickelt. Ziel sei, Schulen zu helfen, mathematische Begabungen besonders zu fördern. In diesem Jahr nahmen mehr als zehn Schulen mit zusammen über 60 Schülerinnen und Schülern an der Klausur teil. Das Zertifikat dürfte auch bei Bewerbungen nützlich sein und den Einstieg in ein Studium erleichtern.

Wer sich auf das Abenteuer einlässt, beschäftigt sich intensiv mit Problemlösungs- und Beweisstrategien und lernt dabei Wissenswertes über Graphen, die elementare Zahlentheorie und das Extremalprinzip. Für CGL-Schulleiter Ralf Göken sind das eher sperrige Themen, wie er freimütig zugibt. Er zollt den beiden Superhirnen deshalb seinen vollen Respekt und freut sich über die hervorragenden Leistungen. 

Mathe-Abi: Beschwerden wegen Zeitmangel

Was sie einmal aus ihren mathematischen Talenten machen werden, wissen die Jugendlichen noch nicht. Mit beruflichen Plänen beschäftigen sie sich bislang nur wenig. Während Anton das Fach Mathematik auch als Leistungskurs belegt, hat Justus eigentlich eine Vorliebe für Latein und Geschichte. Vor dem Mathe-Studium ist beiden nach dem Probesemester aber nicht bange.

Für die Mehrzahl der niedersächsischen Abiturienten dürfte das allerdings nicht gelten. Im Sommer hatte eine Entscheidung des Kultusministeriums, die Noten der diesjährigen schriftlichen Mathematikprüfung um einen Punkt anzuheben, für Aufsehen gesorgt. Vorausgegangen waren Beschwerden von Lehrkräften und Abiturienten. Der vorläufige Durchschnitt der schriftlichen Abiprüfungen hatte bei nur 6,4 Punkten und damit um eine ganze Note schlechter als im Jahr davor gelegen. 6 Notenpunkte entsprechen in der Oberstufe einer 4+.

„So etwas darf sich nicht wiederholen“, unterstrich Minister Grant Hendrik Tonne (SPD) im Juni und kündigte  Änderungen an. So sollen die Prüflinge künftig eine halbe Stunde mehr Zeit bekommen. Zudem werde der Umfang der erwarteten Leistungen reduziert und die Aufgaben neu strukturiert.

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