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Linderner Landfrauen trotzen den Vorurteilen

25 Frauen kamen 1949 zur Gründungsversammlung im Saal Gardewin zusammen. Heute sind die Landfrauen einer der größten und aktivsten Vereine in der Gemeinde.

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Der aktuelle Vorstand: Elisabeth Bussmann, Hildegard Göddeker, Irmgard  Peters, Brigitte Lübbers und Carmen Flerlage (von links). Foto: Kock

Der aktuelle Vorstand: Elisabeth Bussmann, Hildegard Göddeker, Irmgard Peters, Brigitte Lübbers und Carmen Flerlage (von links). Foto: Kock

71 Jahre alt und noch kein bisschen leise: So sieht sich der Linderner Landfrauenverein, der in der Gemeinde zu den größten und aktivsten Vereinen zählt – und längst auch mit einem Vorurteil aufgeräumt hat: Seit vielen Jahren schon sind nicht mehr nur Bäuerinnen Mitglieder, sondern Frauen aus zahlreichen Berufsgruppen und Gesellschaftsschichten bereichern das Leben in Lindern.

Ob Tierschau, Pfarrfest, Kirmes, Vorträge, Ausflüge oder Spendenaktionen, Einweihungen, kirchliche Aktionen, Projekte: die Landfrauen sind immer aktiv dabei. 2019 feierte der Landfrauenverein sein 70-jähriges Bestehen mit 220 Landfrauen, und im Jahre 2016 erhielt der Landfrauenverein die Auszeichnung „Verein des Jahres“ des Landfrauen-Verbandes Weser-Ems.

Elisabeth Alberding an die Spitze gewählt

Schon zur Gründungsversammlung 1949 kamen etwa 25 Frauen in den Saal Gardewin in Lindern. Bei diesem lockeren Treffen wurde auch gleich eine Vorsitzende gefunden. Elisabeth Alberding aus Osterlindern übernahm dieses Amt, das sie 19 Jahre bekleidete. Anna Kollmer aus Marren wurde zur 2. Vorsitzenden gewählt. Alice Einhaus aus Auen - Holthaus war die Schrift- und Kassenführerin des Landfrauenvereins.

Ansprechpersonen gab es in jedem Ort und jeder Bauerschaft der Gemeinde Lindern, die sogenannten Vertrauensfrauen. Diese brachten auch die Einladungen zu den Veranstaltungen mündlich und später schriftlich an die Mitglieder.

Auf Stellvertreterinnen war immer Verlass

Im Jahre 1968 übernahm für zehn Jahre Regina Meyer aus Kleinenging den Vorsitz von Elisabeth Alberding. Wilhelmine Bruns, Liener, folgte im Jahre 1978 als Vorsitzende, führte den Landfrauenverein 20 Jahre und sorgte für viele Impulse.

Im Jahre 1998 übernahm Hildegard Wulfers, Kleinenging, die Vereinsführung und setzte die Arbeit der Landfrauen erfolgreich weiter fort. Auf ihre Stellvertreterinnen Christel Kuper und Maria Schwarte konnte sie sich immer verlassen.

2016 wurde Brigitte Lübbers Vorsitzende

Carmen Flerlage übernahm im Jahre 2002 die Kassenführung des Landfrauenvereins von Maria Wichmann, die die Kasse 22 Jahre geführt hatte. Als Schriftführerin war seit 2005 Lenchen Stevens dabei, sie übernahm dieses Amt von Anni Ostermann, die 9 Jahre als Schriftführerin tätig war. Lenchen Stevens trug durch ihren Humor und ihre lockere Art viel zur harmonischen Vorstandsarbeit bei .

Nach dem Tod von Hildegard Wulfers übernahm im Februar 2016 die bisherige dritte Vorsitzende Brigitte Lübbers den Vorsitz. Weiter sind im Vorstand tätig: Irmgard Peters und Elisabeth Bussmann als 2. und 3. Vorsitzende, Carmen Flerlage als Kassenwartin, sowie Hildegard Göddeker als Schriftführerin. Jedes Jahr lädt der Landfrauenverein zur Generalversammlung und zu vielen weiteren Aktivitäten an.

Ehrung für 70-jährige Treue

Im vergangenen Jahr mussten coronabedingt fast alle Veranstaltungen ausfallen. Auch bei den Veranstaltungsplanungen für 2021 tut sich der Landfrauenverein aufgrund der ungewissen Perspektive schwer. Auf der Generalversammlung im Februar 2020 konnten noch Regina Gerdes und Maria Siemer für 70 Jahre Landfrauen- Mitgliedschaft geehrt werden. Dann wurde es still um den Verein.

Landwirtschaft für kleine Hände: Die Linderner  Landfrauen hatten  auf dem Hof Schwarte in Klöbbergen ein Programm für 50 Kindergartenkinder vorbereitet. Foto: Wilhelm KockLandwirtschaft für kleine Hände: Die Linderner Landfrauen hatten auf dem Hof Schwarte in Klöbbergen ein Programm für 50 Kindergartenkinder vorbereitet. Foto: Wilhelm Kock

Sonst standen jedes Jahr   Fahrradtouren, Vorträge, Informationsveranstaltungen, Kirmescafé, Ausflüge und weitere Projekte auf dem Programm. Zudem bietet er den Mitgliedern Vorträge über aktuelle Probleme an und beleuchtet dabei Familie, Haushalt, Agrar- und Wirtschaftsleben, Gesundheit, Garten, Politik und Gesellschaft, Umwelt und Bildung. Auch für kulturelle Weiterbildung und Geselligkeiten gibt es Anregungen.

Ernährung und praktische Vorträge mit Verkostungen, Ausflüge, Wandertage und Fahrradtouren stehen jedes Jahr auf dem Programm. In jedem Jahr wird zu etwa 10 Veranstaltungen eingeladen. Ob dies allerdings auch in 2021 möglich sein wird, ist derzeit fraglich.

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