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Liebfrauenschule erhält eine Bestandsgarantie

Die Standortfrage für das geplante Zentralklinikum Vechta-Lohne bleibt zum Jahresende ungeklärt. Dafür sorgen auch Unstimmigkeiten zwischen dem Landkreis Vechta und der Schwester-Euthymia-Stiftung.

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Der Wille zum Bau eines Zentralklinikums Vechta-Lohne ist nach wie vorhanden, aber die Standortfrage bleibt Ende 2021 ungeklärt. Von den ursprünglichen Plänen, bis zum Sommer eine Entscheidung herbeizuführen, ist die Schwester-Euthymia-Stiftung im Laufe des Jahres nicht zuletzt aufgrund der weiterhin unsicheren Finanzierung des millionenschweren Bauvorhabens abgerückt.

Als Alternative zu einem Neubau auf der Grünen Wiese, etwa auf einem derzeit noch bewaldeten Areal nahe der Bundesstraße 69 im Süden der Kreisstadt oder auf einer Fläche am Bergweg in Lohne, sorgt die Aussicht auf einen innerstädtischen Standort in diesem Jahr für reichlich Wirbel. Im April kommen plötzlich Pläne für eine mögliche Überplanung des Grundstücks der Liebfrauenschule ans Tageslicht.

Grüne Wiese oder Innenstadt: Zur Verwirklichung des Zentralklinikums könnte auch eine Erweiterung des St. Marienhospitals in Vechta in Betracht kommen. Eine Überplanung des Grundstücks der Liebfrauenschule ist hingegen vom Tisch.  Foto: M. NiehuesGrüne Wiese oder Innenstadt: Zur Verwirklichung des Zentralklinikums könnte auch eine Erweiterung des St. Marienhospitals in Vechta in Betracht kommen. Eine Überplanung des Grundstücks der Liebfrauenschule ist hingegen vom Tisch.  Foto: M. Niehues

Vor allem Eltern und Schüler bangen um das Mädchengymnasium, denn seitens des Klinikträgers wird geprüft, ob der Standort der Schule an der Marienstraße zugunsten einer Erweiterung des Marienhospitals aufgegeben werden soll. Am Moorbach, mitten in der Kreisstadt, könnte auf diese Weise das angestrebte Zentralklinikum entstehen. In diesem Fall wäre eine Verlagerung der Schule an einen neuen Standort notwendig.

Kirchliche Träger von Krankenhaus und Schule rudern zurück

Im Juli, wenige Monate nach der Bekanntgabe der Pläne, rudern die kirchlichen Träger von Krankenhaus und Schule zurück. Der Vechtaer Offizial und Weihbischof Wilfried Theising verkündet eine Bestandsgarantie für die Schule und fügt im Interview mit dieser Zeitung hinzu: Die offene Frage, wo das Zentralklinikum entstehen solle, müsse „zügig“ entschieden werden, möglichst „bis Jahresende“. Gemeinsam mit dem Landkreis Vechta werde nach einem Weg gesucht, dieses Projekt „auch finanziell“ zu schultern.

Trotz des beiderseitigen Festhaltens am Ziel, ein Haus für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung in der Region zu errichten, herrschen zwischen dem Landkreis Vechta und der Schwester-Euthymia Stiftung Unstimmigkeiten bei der Vorgehensweise. „Der Träger muss sagen, wo er hin will und was er will“, sagt Landrat Herbert Winkel. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ulrich Pelster, erklärt: „Es geht nicht primär um ein Grundstück, sondern um eine verantwortungsvolle und seriöse Finanzierung des Gesamtprojektes.“

Die große Unbekannte ist und bleibt die Finanzierung. Der aktuelle Strukturfonds, der jeweils zur Hälfte von Land und Bund gespeist wird, umfasst 355 Millionen Euro. Diese Summe wird für das für Bauvorhaben im Landkreis Vechta sowie die Projekte der drei Mitbewerber aus dem Kreis Diepholz, dem Heidekreis sowie dem ostfriesischen Georgsheil nicht ausreichen. Ihr Antragsvolumen beläuft sich auf mehr als eine Milliarde Euro. Das Zentralklinikum Vechta-Lohne ist mit einem Investitionsvolumen von rund 220 Millionen Euro veranschlagt.

Kostenschätzung dürfte mittlerweile überholt sein

Die Kostenschätzung stammt aus dem Jahr 2019 und dürfte inzwischen überholt sein. Allein das aktuelle Betriebsorganisationskonzept schlägt schon mit 150.000 Euro zu Buche. Es wird von einem Fachbüro erarbeitet, um „den Idealzustand für ein zusammengelegtes Krankenhaus zu entwickeln“, wie Pelster berichtet. An dem standortunabhängigen Prozess sollen auch Ärzte, Pflegekräfte und Stationsleitungen beteilgt werden. Die Gespräche würden voraussichtlich bis Mitte 2022 dauern.

Einen Zeitdruck bei der Planung sieht der Stiftungsvertreter nicht, wie er kurz vor Jahresende erklärt. Er verweist auf den Zustand der hiesigen Krankenhauslandschaft: „Wir haben unverändert eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung im Kreis Vechta.“

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