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Lesementoren verschenken 165 Tuschkästen

Die Beschenkten sind Dammes 4.-Klässler. Ihre Zeit mit den Mentoren endet.

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Freuen sich über ihr Geschenk: Die Klassensprecher mit den Malkästen. Mit dabei (von links): Harald Ignatzek, Erna Ignatzek, Claudia Bongard, Doris Auf'm Orde (Rektorin), Gudrun Arkenberg (Bürgerstiftung) und Sonja Deflorian (Konrektorin). Foto: E. Wenzel

Freuen sich über ihr Geschenk: Die Klassensprecher mit den Malkästen. Mit dabei (von links): Harald Ignatzek, Erna Ignatzek, Claudia Bongard, Doris Auf'm Orde (Rektorin), Gudrun Arkenberg (Bürgerstiftung) und Sonja Deflorian (Konrektorin). Foto: E. Wenzel

Seit Jahren gibt es in den Dammer Grundschulen die Lesementoren. Sie geben Kindern mit Unterstützungsbedarf Hilfe zur Selbsthilfe. Zwar ließ die Corona-Pandemie diese Paten phasenweise tatenlos werden. Die Schülerinnen und Schüler aber, die jetzt die Grundschulen verlassen, wollten die Ehrenamtlichen nicht ohne Geschenk ziehen lassen. So verteilten sie an alle Dammer Grundschulkinder der 4. Klasse 165 Malkästen. Unterstützt wurden die Lesementoren dabei von der Bürgerstiftung, für die sie im Einsatz sind.

Neue Gesichter sind die Helfer in den Schulen nicht. Erna Ignatzek erklärt, dass sie und ihr Mann Harald schon fast 10 Jahre in der Grundschule Damme ehrenamtlich im Einsatz sind. Die Freiwilligen arbeiten dabei immer im "Lesementoren"-Tandem. Mentor, erläutert Erna, weil sie den Schülern helfe, selbstständig zu lesen. Sie betont: "Wir lesen nicht vor." Stattdessen nutze sie Materialien zur Unterstützung und bearbeite Übungen zum Verständnis.

Die Arbeit findet in Kleingruppen von maximal 5 Kindern statt. Einmal die Woche hat ein Schüler Projektarbeit; jeweils 2 Paten sind täglich da. In der Grundschule Damme laufe das Angebot parallel zu den Arbeitsgemeinschaften, weiß Ignatzek. Das passe jede Schule an ihre Bedingungen an, meint Rektorin Doris Auf'm Orde. Insgesamt 6 Gruppen gebe es mittlerweile. Ausgewählt werden die Schüler von ihren Deutschlehrern. Bei Leseproblemen könnten sie sich durch das Projekt außerhalb des Unterrichts verbessern, weiß die Schulleiterin. Das trage mittlerweile seine Früchte, erklärt die Rektorin.

Kleine Gruppen ermöglichen mehr Zuwendung

Die Kinder hätten in kleineren Gruppen weniger Hemmungen. Das tue ihnen gut. Das Klassenzimmer sei zwar ein Ort zum Lernen, aber "viele Schüler trauen sich auch nicht", erklärt Lesementorin Claudia Bongard. Und: Sie könne sich stärker auf den Einzelnen konzentrieren. Schon die Möglichkeit, mit einem Schüler kurz den Raum verlassen zu können, mache einen großen Unterschied, erklärt Erna Ignatzek.

In der Corona-Zeit musste das Projekt pausieren, sagen die Mentoren. Teilweise seien die Schüler nicht in der Schule gewesen. Doch auch als sie zurückkehrten: Viele Mentoren seien Rentner und gehörten zur Risikogruppe, heißt es aus dem Team. Die fallenden Inzidenzen seien ein Lichtblick. Die Schule sowie die Lesepaten hoffen nun, dass das Projekt bald wieder normal stattfinden kann. Die 4.-Klässler werden ihre Mentoren indes  nicht mehr wiedersehen. Sie verlassen die Schule. 

Zum Schulstart gibt es ein Geschenk

Und warum Malkästen und keine Bücher als Geschenk? Das sei "etwas, was alle Kinder bald brauchen", meint Gudrun Arkenberg von der Bürgerstiftung Damme. Das Präsent mache auch Büchermuffeln eine Freude. Es sei "ein kleines Geschenk, um den Start farblich zu gestalten", sagt Harald Ignatzek. 

Beschenkt werden laut Stiftung die Grundschule Damme, die Katholische Grundschule Rüschendorf, die Grundschule Sierhausen, die Katholische Grundschule Osterfeine und die Erich-Kästner-Schule. 

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