Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Lerndefizite durch Corona: So sollen Grundschüler in Lohne den Stoff aufholen

Die Stadt hat in Kooperation mit dem Ludgerus-Werk ein 3-stufiges Förderkonzept entwickelt. Zentraler Baustein ist das "Sommer Camp", ein freiwilliges Betreuungsangebot für Kinder in den Sommerferien.

Artikel teilen:
Schule statt Sommerferien: Die Stadt Lohne hat gemeinsam mit dem Ludgerus-Werk einen Plan entwickelt, wie Grundschüler die Lerndefizite aus etwa 1,5 Jahren Corona-Pandemie aufholen sollen. Foto: dpa

Schule statt Sommerferien: Die Stadt Lohne hat gemeinsam mit dem Ludgerus-Werk einen Plan entwickelt, wie Grundschüler die Lerndefizite aus etwa 1,5 Jahren Corona-Pandemie aufholen sollen. Foto: dpa

Mit einem 3-stufigen Förderkonzept will die Stadt Lohne die durch die Corona-Pandemie entstandenen Lerndefizite bei Grundschülern aufarbeiten. Der Plan sieht kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vor, um den Kindern das kostenlose Angebot einer Art "Hausaufgabenhilfe" zu machen und die Eltern zu entlasten.

Der Wunsch nach einem Konzept, dessen zentralen Baustein – das "Sommer Camp" – Ulrike Ripke, pädagogische Mitarbeiterin im Ludgerus-Werk, jüngst in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport vorstellte, geht zurück auf einen Antrag der CDU-Fraktion. Der Verwaltungsausschuss hatte die Stadt daraufhin vor knapp 2,5 Monaten damit beauftragt, einen Plan zur Aufarbeitung der Corona-Defizite bei Grundschülern zu entwickeln. Das Ansinnen der Christdemokraten war es, mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.

Gert Kühling merkte an, dass es aufgrund der Dynamik der Lage – und der Notbetreuung – schwer sei, kurzfristig ein Konzept zu erarbeiten. Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters sagte, es könne zunächst nur darum gehen, das bereits bestehende Angebot der Schulen bis zu den Sommerferien "aufzubohren". Die Grundschulen benötigten dafür circa 45 Wochenstunden zusätzlich sowie weiteres Personal. Die wöchentlichen Kosten bezifferte Kühling mit etwa 600 Euro.  Die Mitglieder votierten einmütig für eine Umsetzung des Plans.

Schulleitungen waren in Konzeptentwicklung involviert

Ripke führte anschließend aus, dass sie das Konzept für ein Betreuungsangebot für Grundschüler in den Sommerferien nach Rücksprache mit den Schulleiterinnen erarbeitet habe. Zur Projektidee sagte sie, dass die Schüler der Klassen 1 bis 4 jahrgangsspezifisch von montags bis freitags (8 bis 13 Uhr) betreut werden sollen. Die 4 Gruppen mit maximal je 14 Kindern würden jeweils von 2 pädagogischen Mitarbeitern betreut.

Als Ziele des Sommer Camps nannte Ripke folgende Aspekte: das Aufarbeiten der Defizite der Schüler, die Motivation zum eigenständigen Lernen, die Verbesserung der Medienkompetenz, das Angebot erlebnispädagogischer Aktivitäten und eine verlässliche Betreuung.

Die Betreuung sollen Lehramtsstudenten übernehmen

Sie betonte, dass es sich bei dem Sommer Camp um ein freiwilliges Angebot handeln soll. "Lehrer sollen gezielt Eltern ansprechen, bei deren Kindern mit Defiziten zu rechnen ist." Eine verbindliche Anmeldung soll noch bis Ende dieser Woche (11. Juni) möglich sein.

Um das Sommer Camp zu entzerren, sind laut Ripke zwei Termine vorgesehen. Am Projekt vom 26. Juli bis 6. August in der Von-Galen-Schule sollen die Schüler der Von-Galen-Schule, Franziskusschule und Grundschule Kroge teilnehmen. Im Zeitraum vom 9. bis 20. August finden sich die Kinder der Ketteler-Schule, Gertrudenschule und Grundschule Brockdorf in der Ketteler-Schule ein. 

Die Mitarbeiterin des Ludgerus-Werk sagte, dass das pädagogische Konzept von den Schulleiterinnen nach thematischen Schwerpunkten entwickelt werde. Für die Betreuung würden Lehramtsstudenten angesprochen. Die Erstellung eines Flyers/Anmeldebogens zur Erfassung der Bedarfe sei vorgesehen.

Kommen im Schuljahr 2021/22 Lernpaten zum Einsatz?

Um den Bedarf nach einer "Hausaufgabenhilfe" auch nach den Sommerferien zu decken, so Ripke, könnten Kinder durch sogenannte Lernpaten nachmittags nach dem Unterricht betreut werden. 

Der Ausschussvorsitzende Paul Sandmann (CDU) stellte einige Nachfragen zu Details des Sommer Camps und den langfristigen Maßnahmen. Sein Parteikollege Christian Meyer betonte nochmals, dass es Defizite aufzuholen gebe. Er regte an, einen Besuch des Waldbads ins Programm einzubauen sowie weitere außerschulische Lernorte. 

Manuela Deux (Grüne) wünscht sich mehr Schulpsychologen

Manuela Deux (Grüne) wünschte sich eine Einbindung des schulpsychologischen Dienstes. Auf Nachfrage nach der Einstellung weiterer Schulpsychologen merkte Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer an, dass dies Landesaufgabe sei und die Stadt auch mit der Schulkindbetreuung in dessen Zuständigkeit eindringe.

Die Finanzierung soll unter anderem über das Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona" des Bundes erfolgen. Sandmann sagte, er könne sich zudem die Akquise von Fördermitteln über das Projekt "Lernräume plus" des Landes Niedersachsen vorstellen. Fakt ist: Auf die Stadt kommen weitere Investitionen zu.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Lerndefizite durch Corona: So sollen Grundschüler in Lohne den Stoff aufholen - OM online