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"Leichte Sprache" erklärt das ArchäoVisbek

Der Heimatverein Visbek gibt das Heft heraus. Die Erstauflage liegt bei 500 Stück. Die Druckkosten trägt die Gemeinde. Es sind weitere Publikationen in leichter Sprache geplant.

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Rike Mastall schrieb die Texte in "leichter Sprache" über das ArchäoVisbek. Fotos: Heinzel

Rike Mastall schrieb die Texte in "leichter Sprache" über das ArchäoVisbek. Fotos: Heinzel

In "leichter Sprache" kommt ein neues Heft über das ArchäoVisbek daher. Herausgegeben wird es durch den örtlichen Heimatverein. Die Texte verfasste Rike Mastall vom Caritas-Verein Altenoythe im Rahmen des Projekts "Gelingende Kommunikation". Für Grafik und Layout ist die Journalistin Verena Varnhorn verantwortlich. Sie alle haben sich ehrenamtlich eingebracht, so dass am Ende nur die Druckkosten von 240 Euro für die Erstauflage mit 500 Exemplaren stehen. Diese Kosten übernimmt die Gemeinde Visbek. "Integration geht uns alle an", meint Hauptamtsleiter Jörg Reinke. Rita Krause, Leiterin der Bartimäusgruppe, sieht die Gemeinde in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. Einmal im Jahr treffe man sich, die Bartimäusgruppe mache dann auf existierende Barrieren aufmerksam. Diese kämen wesentlich vielfältiger daher, als oft gedacht, so Krause, die sich für die Integration von Menschen mit Beeinträchtigung einsetzt.

"Es geht um den Abbau von Barrieren."Rike Mastall

Es gehe um Kommunikation, sagt Rike Mastall, um die Möglichkeit, sich selbstständig zu informieren. "Es geht um den Abbau von Barrieren." Das betreffe Menschen mit Beeinträchtigungen, aber auch Gehörlose, Menschen mit Demenz oder Migrationshintergrund. "Leichte Sprache" sei einfach und unkompliziert, das ermögliche eine schnelle Informationsaufnahme. Innerhalb eines Jahres hat Rike Mastall den Text des Heftes erarbeitet.

Freuen sich über das Heft (von links): Manfred Gelhaus (Vorsitzender Heimatverein Visbek), Rike Mastall (Autorin), Anastasia Shilnikow, Jörg Reinke (Gemeinde Visbek), Rita Krause (Leiterin Bartimäusgruppe) und Verena Varnhorn (Layout).Freuen sich über das Heft (von links): Manfred Gelhaus (Vorsitzender Heimatverein Visbek), Rike Mastall (Autorin), Anastasia Shilnikow, Jörg Reinke (Gemeinde Visbek), Rita Krause (Leiterin Bartimäusgruppe) und Verena Varnhorn (Layout).

Formuliert man einen Text in einfacher Sprache, gilt es einiges zu berücksichtigen. Fremdworte sollten nicht verwendet werden, falls doch, sind diese unbedingt zu erklären. In der neuen Publikation betrifft dies beispielsweise Archäologie. Eigenbegriffe wie ArchäoVisbek bleiben. Die Informationen werden am besten in kurzen Sätzen verpackt. Oft werden auch Bilder verwendet, dabei ist es wichtig, dass Text und Bild eine Einheit bilden. "Alles verwirrende sollte vermieden werden", meint Rike Mastall. Für die Mitarbeiterin des Caritas-Vereins Altenoythe sei es nicht mehr schwierig, in "leichter Sprache" zu formulieren, da sie diese tagtäglich anwende. "'Leichte Sprache' hört nicht beim Geschriebenen auf", sagt sie.

Die Texte für die aktuelle Veröffentlichung hat eine Prüfgruppe aus Menschen mit Beeinträchtigung untersucht und als gut befunden. Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen hatte diese Aufgabe übernommen.

Das Heft erfülle auch die Aufgabe, Ängste abzubauen und Interesse an einem Besuch im ArchäoVisbek zu wecken. Menschen mit geistiger Behinderung würden einen Museumsbesuch demnach oft ablehnen, da sie denken "Das kapier' ich eh nicht", schildert Rita Krause. Hier helfe das jetzt erschienene Heft. Prinzipiell sei Barrierefreiheit auch im musealen Bereich ein Thema. Krause vermutet, dass in der Planungsphase zu selten Menschen mit Behinderung einbezogen würden. Ein simples Beispiel sei die Höhe der Ausstellungsvitrinen, die meistens für Rollstuhlfahrer zu hoch seien, so dass diese die Ausstellungsstücke gar nicht betrachten könnten.

Weitere Publikationen in leichter Sprache sollen folgen.Weitere Publikationen in "leichter Sprache" sollen folgen.

"Die Publikation ist der erste Schritt. Es sollen weitere Hefte folgen", sagt Manfred Gelhaus, Vorsitzender des Heimatvereins Visbek. Diese richteten sich nach der thematischen Reihenfolge in der Ausstellung des ArchäoVisbek. Im nächsten Jahr könnte es bereits das nächste Heft zum Thema Archäologie geben. Im ArchäoVisbek arbeite man derweil weiter daran, die Barrierefreiheit der Einrichtung zu verbessern. Angedacht sei ein "barrierefreies Infosystem". Allerdings fehle hierfür noch das Geld, sagt Manfred Gelhaus. Rike Mastall hofft jedenfalls, dass das ArchäoVisbek mit seinem Heft in "leichter Sprache" als Vorbild und Modell für andere Einrichtungen dienen kann.

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