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Lehrkräfte proben neue Smartboard-Tricks mit eigenem Trainer

Filme, Farbe, aber vor allem Inhalte: Wie sich Aufgaben  mit den interaktiven Displays voll ausschöpfen lassen, vermitteln Medienzentrum und Volkshochschule jetzt gemeinsam. Ohne Zeitdruck.

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Probelauf in der VHS: Uwe Schöpperle tippt die Aufgabe an, das Smartboard zeigt sie. Im Hintergrund Maik Riecken und Kathrin Würdemann. Foto: Kreke

Probelauf in der VHS: Uwe Schöpperle tippt die Aufgabe an, das Smartboard zeigt sie. Im Hintergrund Maik Riecken und Kathrin Würdemann. Foto: Kreke

 Das technische Handwerkszeug für den digitalen Unterricht haben sich etliche Lehrer mühsam im Eiltempo selbst zusammensuchen müssen, um ihre Schüler in der Pandemie zu erreichen. Die Volkshochschule in Cloppenburg kennt das Problem aus eigener Erfahrung. "Uns blieb selbst nicht viel Zeit, uns darauf einzustellen", sagt die Direktorin Kathrin Würdemann. Trotz aller gegenseitiger Unterstützung: Nicht jeder kann die Möglichkeiten der modernen Whiteboards voll ausnutzen, weil der Zeitdruck in der Praxis groß ist.

Die Lösung: Das Medienzentrum des Landkreises und die VHS bieten ab sofort gemeinsam eine Fortbildung für Lehrkräfte aller Schulformen an, die das Potenzial der modernen interaktiven Displays stärker ausschöpfen wollen. In einem Einführungskurs von 20 Stunden können die Pädagogen ihre eigenen Aufgabenstellungen als Muster mitbringen und am Ende eigene Unterrichtssequenzen aus verschiedenen Quellen kombinieren, verspricht der VHS-Trainer Uwe Schöpperle. Reine "Knöpfchenkunde", sagt er, führe nicht zum Ziel.

Probelauf: Auf Smartboard kreisen die Planeten 

Wie's funktionieren kann, zeigt der Trainer in einem Probelauf. Mit ruhiger Stimme führt Schöpperle den Laien durch die digitale Hausaufgabe. Per Tipp aufs Tablet ploppt das Sonnensystem auf. Ein kurzer Einspielfilm, kombiniert aus einer Video-Plattform, erklärt die kreisenden Himmelskörper, ehe der Schüler ein Fragespiel dazu lösen kann. Theoretisch kann solch eine Aufgabe jeder Lehrer selbst online stellen und in der Cloud seiner Schule speichern. In der Praxis würden aber häufig noch E-Mails mit Anhängen verschickt, sagt Maik Riecken, selbst Lehrer und Berater des Medienzentrums. Das erschwere auf Dauer die eigene Arbeit, meint Schöpperle.

Wer sich einen Materialpool in dem schuleigenen Server oder einer Cloud anlege, könne jederzeit darauf zugreifen und Inhalte mit seinen Fachkollegen teilen. Schüler könnte so einfacher an Aufgaben weiterarbeiten oder sie bei Bedarf wiederholen. Leichter gesagt, als erlernt: "Wir mussten uns auch erst an die Möglichkeiten heranrobben", räumt Würdemann ein: "Und wir mussten weite Wege gehen." Das falle nicht jedem gleich leicht. Für den Trainer ist der entscheidende Faktor Zeit ohne Zeitdruck. Wer bereits Powerpoint-Präsentationen und Büroprogramme gut beherrscht, komme mit dem 10-Stunden-Kurs für Fortgeschrittene aus, der Tipps und Tricks mit dem Board erklärt. Das Schul- und Kulturamt des Landkreises unterstützt die Kooperation. Amtsleiterin Petra Nienaber verfolgte die erste "Stunde" mit.

Maik Riecken träumt schon von Lyrik per Smartboard

Maik Riecken träumt schon von der nächsten Stufe: Aus den Aufgabenstellungen der Grundkurse könnte sich eine fachliche Auffächerung entwickelt, bis hin zu didaktischen Fortbildungen mit Lyrik- und Mathematik-Aufgaben. Das will er im Medienzentrum anbieten. Zum Start des Angebots bieten die Partner "Inhouse"-Schulungen in den Schulen mit höchstens 12 Teilnehmern an. Geplant sind 2 Tage zu je 5 Unterrichtseinheiten mit 45 Minuten in Präsenz. Weitere 5 Tage mit je 2 Unterrichtseinheiten werden online im Homeoffice abgewickelt. Der Kurs für Fortgeschrittene läuft über 10 Unterrichtseinheiten, von denen 6 in Präsenz stattfinden. Die Termine können noch vereinbart werden.

  • Info: Mehr Informationen dazu geben in der Volkshochschule die Fachbereichsleiterin Julia Bruns (bruns@vhs-cloppenburg.de, Tel. 04471-94618) und der Trainer Uwe Schöpperle (smart@vhs-cloppenburg.de, Tel. 04471-94690)

Der OM online Podcast. Thema  der neuen Ausgabe sind Kunstrasenplätze im Oldenburger Münsterland. Welche Halme sind die besten, wie steht es um Ökologie und Nachhaltigkeit? Und was haben geschredderte Olivenkerne mit dem Thema zu tun?  Jetzt reinhören! 

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