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Lehrkräfte im Kreis Vechta sollen Dienstlaptops erhalten

Landesweit stehen für die Ausstattung von Pädagogen mit digitalen Endgeräten 51,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Schulträger vor Ort hoffen auf eine unkomplizierte Beschaffung.

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Unterricht mit digitaler Hilfe: Lehrkräfte in NIedersachsen sollen Dienstlaptops erhalten. Bis es so weit ist, kann es aber noch Monate dauern. Fotro: dpa/Stratenschulte

Unterricht mit digitaler Hilfe: Lehrkräfte in NIedersachsen sollen Dienstlaptops erhalten. Bis es so weit ist, kann es aber noch Monate dauern. Fotro: dpa/Stratenschulte

Die Digitalisierung von Schulen in Niedersachsen soll einen weiteren Schritt vorankommen: Lehrkräfte erhalten Laptops, Notebooks oder Tablets als Leihgeräte für ihren Dienst. 51,8 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung, davon 47 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Eine entsprechende Vereinbarung hat die rot-schwarze Landesregierung nun unterzeichnet.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage: Der hohe Anteil am Distanzunterricht zeige, dass das Thema digitale Ausstattung mit Nachdruck verfolgt werden müsse – auch nach der Pandemie.

Für jede hauptamtliche Lehrkraft stehen laut Landesregierung etwa 520 Euro pro mobilem Endgerät zur Verfügung. Die Mittel sollen 2021 ausgegeben werden. Die Förderrichtlinie soll „zeitnah“ veröffentlicht werden. Schulträger im Landkreis Vechta – Kommunen und die Schulstiftung St. Benedikt – fordern, dass der Verwaltungsaufwand gering bleibt. Ein Überblick:

Der Städte und Gemeindebund:

Dem Kommunalverband gehören im Landkreis Vechta neun von zehn Städten und Gemeinden an. Der Bakumer Bürgermeister Tobias Averbeck ist zudem Mitglied im Schulausschuss des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB). Er sieht beim Land nicht nur die Verpflichtung zur Ausstattung von Lehrern mit digitalen Endgeräten, sondern auch die Aufgabe,  Tablets und Co. zu beschaffen.

Der Bakumer Rathauschef schätzt die Situation nun so ein: Da sichergestellt sein müsse, dass die Geräte in die Infrastruktur der Schule passen, sei es verständlich, wenn das Land "den Schulterschluss mit den Kommunen" suche. Wenn grundsätzlich klargestellt sei, "dass die Beschaffung eigentlich vom Land zu tätigen wäre, dann wollen wir gerne helfen", betonte er.

Allerdings: Je mehr die Kommunen eingespannt werden, desto mehr Verwaltungsaufwand und Kosten entstehen für sie. Averbeck schlägt deshalb vor: Das Land sollte Amtshilfe von den Kommunen beantragen. Das sei eine pragmatische Lösung, mit der die Kommunen "im Rahmen einer klar definierten Zuschussregelung zur ein- und erstmaligen Anschaffung" der Geräte herangezogen werden könnten. Er sieht diesen Vorteil: Alle mit dem "Bestell- und Vergabeprozess verbundenen Personalkosten" seien erstattungsfähig, und zwar "automatisch".

"Es muss die größtmögliche vergaberechtliche Erleichterung geben."Tobias Averbeck, Bakumer Bürgermeister

Averbecks "ganz große Bitte" lautet: "Es muss die größtmögliche vergaberechtliche Erleichterung geben." Auch das Verfahren des Abrufens der Gelder und des Nachweises ihrer Verwendung sollte so weit wie möglich vereinfacht sein. Und: "Es muss klar geregelt sein, wer für Reparaturen zuständig ist."

Die Stadt Vechta:

Sie ist Mitglied des Niedersächsischen Städtetags (NST), dem zweiten kommunalen Spitzenverband. Vechtas Bürgermeister Kristian Kater bewertet es als "richtig und gut", dass Niedersachsen die Vereinbarung mit dem Bund zur digitalen Ausstattung von Lehrern unterzeichnet hat. Die Stadt habe damit gerechnet und diese Möglichkeit bereits im September in die Planungen mit einbezogen.

"Wir hoffen (...), dass die Umsetzung zeitnah und möglichst ohne großen Verwaltungsaufwand erfolgt, damit wir den Lehrkräften die benötigte Ausstattung kurzfristig zur Verfügung stellen können."Kristian Kater, Bürgermeister von Vechta

"Davon unabhängig haben wir bereits ab März 2019 durch einen freiwilligen Zuschuss bei der Geschwister Scholl Oberschule (...) dafür gesorgt, dass Lehrkräfte sich eigene mobile Endgeräte (...) kaufen konnten", sagte Kater. Davon hätten bereits 39 Lehrkräfte Gebrauch gemacht.

Mit Blick auf die Gelder für Lehrerlaptops gemäß der Vereinbarung zwischen Bund und Land sagte Kater: "Wir hoffen (...), dass die Umsetzung zeitnah und möglichst ohne großen Verwaltungsaufwand erfolgt, damit wir den Lehrkräften die benötigte Ausstattung kurzfristig zur Verfügung stellen können."

Der Landkreis Vechta:

"Der Landkreis Vechta begrüßt den Kabinettsbeschluss", sagte Kreissprecherin Eva-Maria Dorgelo. Sie erklärte zudem, dass der "Abstimmungs- und Vorbereitungsaufwand für den Beschaffungsprozess" groß sei. Denn die Gymnasien, Berufsbildenden Schulen und Förderschulen (sie sind in Trägerschaft des Landkreises) hätten unterschiedliche Anforderungen an die Geräte.

"Dennoch legt die Kreisverwaltung großen Wert darauf, als Schulträger die Geräte zu beschaffen, damit es einheitliche Standards gibt, die die Wartung vereinfachen", führte sie aus.

Das IT-Support-Team des Landkreises habe "bereits gute Vorarbeit geleistet". Die Implementierung in die IT-Struktur und die Pflege der beschafften Geräte sei dann "mit verhältnismäßig geringem Aufwand umsetzbar". Die Herausgabe der Geräte an die Lehrkräfte erfolge durch die jeweilige Schule selbst.

Schulstiftung St. Benedikt:

"Wir freuen uns über das neue Programm ,Laptops für Lehrkräfte' und hoffen, dass wir als freier Schulträger darin mit aufgenommen werden", sagte der Sprecher der Schulstiftung St. Benedikt des Offizialats, Ludger Heuer. Da großer Bedarf bestehe, würde die Schulstiftung es begrüßen, "wenn die Mittel schnell zur Verfügung stehen“. Ebenso sollte "der Verwaltungsaufwand möglichst klein gehalten werden". Und neben den reinen Anschaffungskosten sollten auch die Folgekosten Berücksichtigung finden.

In Trägerschaft der katholischen Schulstiftung sind in Vechta die Ludgerus-Schule (Oberschule), die Liebfrauenschule (Gymnasium für Mädchen) und die Berufsbildende Schule Marienhain.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE):

Der Landesvorsitzende des VBE, Franz-Josef Meyer aus Langförden, hätte es bevorzugt, wenn das Geld vom Land für die Dienstlaptops der Lehrer direkt dem Etat der jeweiligen Schule zugekommen wäre. Die Kommunen hätten "schon genug zu tun".

Er warf dem Land zu spätes Handeln vor. Die Initiative sei bereits im September angekündigt worden. Nun sei davon auszugehen, dass es "bis zum Sommer" dauert, bis alle Lehrkräfte mit Dienstgeräten ausgestattet sind. Es seien Ausschreibungsfristen zu beachten, und wegen der Vielzahl an Bestellungen müsse mit Lieferengpässen gerechnet werden.

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