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Läuferinnen sammeln über 11.000 Euro mit Spendenmarathon

Das hatten Ruth Tönnies und Karin Zumdohme nicht erwartet. Die Zuschauer ließen sich vom Schmuddelwetter nicht abhalten und gaben reichlich. Und auch die beiden Frauen holten alles aus sich heraus.

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Triumphzug: Karin Zumdohme (rechts) und Ruth Tönnies (3. von rechts) wurden während ihres Marathons von vielen Fans unterstützt. Foto: Landwehr

Triumphzug: Karin Zumdohme (rechts) und Ruth Tönnies (3. von rechts) wurden während ihres Marathons von vielen Fans unterstützt. Foto: Landwehr

Bravourös gemeistert haben Ruth Tönnies und Karin Zumdohme ihren Spenden-Marathon durch die Gemeinde Lastrup. Am Sonntag überquerten sie nach 42 Kilometern die Ziellinie. Die Huldigungen ihrer Fans und eine mit sagenhaften 11.000 Euro prallgefüllte Spendenbox waren den beiden Frauen da bereits sicher.

Kurz vor dem Start hatte Ruth Tönnies noch ein wenig mit dem Wetter gehadert. „Zum Laufen sind die Temperaturen perfekt. Für die Zuschauer und die Stimmung in den Ortschaften hätten wir uns aber mehr Sonne gewünscht.“ Zuvor war ein kräftiger Regenschauer über Lastrup niedergegangen, und die dunklen Wolken verhießen nichts Gutes. „Wir sind aber perfekt ausgestattet mit Bananen und Wasser. Durch den Regen müssen wir durch“, zeigte sich Karin Zumdohme vorbereitet. Auf dem Verpflegungsanhänger, den Ruths Ehemann Stefan Tönnies mit seinem Fahrrad zog, befand sich neben der Spendenbox auch ein großer Bonbonvorrat, an dem sich die Kinder an den Stationen bedienen konnten.

Mit dem Lauf durch die 14 Bauerschaften der Gemeinde sollte das Cloppenburger Hospiz „wanderlicht“ unterstützt werden (wir berichteten). So wollte sich das Vorstandsmitglied der Kleebaum-Stiftung, Franz-Josef Schewe, auch nicht den Start entgehen lassen und feuerte die beiden Lastruperinnen auf den ersten Metern kräftig an.

Andere Läuferinnen und Läufer schlossen sich an

Auch einige Läuferinnen und Läufer begleiteten die beiden auf der Strecke. „Ich möchte einige Kilometer mitlaufen. Mal sehen, wie lange ich durchhalte“, erklärte  Nicole Kramer, die das erste Teilstück Richtung Hamstrup und Hammesdamm absolvierte. Die Löningerin Hildegard Beckmann gab als Ziel die 20-Kilometer-Marke in Klein Roscharden an, während Alexandra Wright die Läuferinnen auf der gesamten Strecke  mit dem Fahrrad begleitete. Während die ersten Läufer nach einigen Kilometern aufgaben, stießen andere dazu. „Ich warte hier auf meine Frau. Sie ist ab Kneheim mitgelaufen“, erzählte Mario Müller im Zielraum.  

Im Ziel: Nach mehr als 4 Stunden kamen die Frauen wieder in Lastrup an. Foto: LandwehrIm Ziel: Nach mehr als 4 Stunden kamen die Frauen wieder in Lastrup an. Foto: Landwehr

Tönnies (45) und Zumdohme (37) hatten sich monatelang auf den Marathon vorbereitet. Derart trainiert,  blieb ihnen  sogar die Puste, um unterwegs ihre Eindrücke zu schildern. „Es ist alles ok. Der leichte Regen hat bisher nicht gestört“, sagte Zumdohme. „Überall in den Dörfern oder an Wegkreuzungen stehen Leute und feuern uns an. Auch Autofahrer halten an, und die Insassen klatschen. Eine tolle Stimmung.“

Stefan Tönnies lobte bereits früh die hohe Spendenfreudigkeit.  Im Ziel begrüßten Verwandte, Nachbarn und Freunde die Sportlerinnen und den gesamten Tross. Überall an der Strecke hatten sich kleine Gruppen  mit Plakaten  zusammengefunden. „Es ist ja fast wie beim Berlin-Marathon – nur coronagemäß“, fand ein Zuschauer.

"Bei Kilometer 38 hatte ich einen toten Punkt."Ruth Tönnies

Ganz so leicht fiel den Läuferinnen der Marathon aber dann doch nicht. „In Schnelten bei Kilometer 38 hatte ich einen toten Punkt“, gestand Ruth Tönnies im Ziel. „Danach ging es bald wieder.“ Vor allem der wechselnde starke Wind machte den beiden an einigen Stellen ziemlich zu schaffen. „Ich bin jetzt mit dem Thema Marathon durch. 10 Kilometer, das ist meine Strecke“, bekannte Karin Zumdohme, die sich aber glücklich zeigte,  die Tortur überstanden zu haben. „Das Publikum war fantastisch. Unser Dank gilt auch dem Lauftreff Löningen. Die Damen haben uns über viele Kilometer begleitet und unterstützt."  Am Ende hatten die Frauen ihr Ziel von 4 Stunden um 25 Minuten überschritten. Tönnies störte das nicht. „Im Dorfpark war dafür viel los. Unsere 5 Kinder sind von da an auch mitgelaufen. Da war die Zeit nicht mehr wichtig“.

Gratulation: Heike Büssing und Franz-Josef Schewe bedankten sich bei den beiden Läuferinnen. Foto: LandwehrGratulation: Heike Büssing und Franz-Josef Schewe bedankten sich bei den beiden Läuferinnen. Foto: Landwehr

Die Auszählung der Box übernahm Bürgermeister Michael Kramer. Dabei kamen exakt 11.000 Euro zusammen. Mindestens 1.000 Euro  flossen außerdem auf ein kurzfristig eingerichtetes Spendenkonto. Die Endsumme steht noch aus. Vom Erfolg der Aktion geradezu überwältigt war Heike Büssing. „Als Ruth Tönnies mir von der Idee erzählte, war ich total gerührt", sagt die  Geschäftsführerin des Hospizes „wanderlicht“. Dass zwei Frauen diese Anstrengung auf sich nehmen, hat uns alle im Hospiz begeistert. Büssing und Schewe bedankten sich im Ziel mit Geschenken bei den  Läuferinnen.

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