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Lastrup wird Modellgemeinde für die Ortskernentwicklung in Niedersachsen

Die Bauvorhaben in der Dorfmitte der Gemeinde Lastrup sollen sich künftig an ortsbildprägenden Gebäuden orientieren. Das Konzept soll niedersachsenweit Anwendung finden.

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Wichtig für das Ortsbild: Das Praxis-Gebäude von Dr. Ernst Kraemer gilt durch seine Bauweise als prägend für die Gestaltung der Dorfmitte. Foto: Wienken

Wichtig für das Ortsbild: Das Praxis-Gebäude von Dr. Ernst Kraemer gilt durch seine Bauweise als prägend für die Gestaltung der Dorfmitte. Foto: Wienken

Die Gemeinde Lastrup wird zum Modellprojekt des Landes Niedersachsen: In Zusammenarbeit mit dem Amt für regionale Landesentwicklung und dem Planungsbüro Diekmann und Mosebach will die Kommune ein Konzept erstellen zur weiteren Gestaltung des Ortkerns. Ziel des Projekts ist es, eine moderne Baukultur im Ort zu fördern und dabei jedoch historisch prägende Elemente und Bauweisen zu berücksichtigen und beizubehalten. Das Konzept soll nach Abschluss Anwendung in ganz Niedersachsen finden.

"Wir haben uns dazu erst einmal im Ortskern umgeschaut, was es überhaupt für prägende Bauwerke in Lastrup gibt. Kennzeichnend für die Häuser sind insbesondere der rote Klinkerstein und die Sprossenfenster. Zudem sind die Bauten maximal zweigeschossig und häufig freistehend, Fassadenschmuck und Fachwerk ist außerdem hier und da zu finden", berichtet Annika gr. Austing vom zuständigen Planungsbüro Mosebach und Diekmann. Auch die Farbgebung und die genaue Ausrichtung der Häuser sei entscheidend, um ein homogenes Bild in der Dorfmitte entstehen zu lassen.

Im Rahmen einer Ortsbegehung konnten sich die Bürger der Gemeinde Lastrup sowie Mitglieder aus Rat und Verwaltung über die ersten Erkenntnisse der Planer informieren. "Bis Ende Oktober wollen wir ein Konzept auf die Beine gestellt haben, das als eine Art Leitfaden für die Dörfer und Gemeinden in Niedersachsen dienen soll. Im Idealfall entsteht daraus eine 'Fibel' für jeden Planer in Niedersachsen – ein Handbuch für eine homogene Dorfentwicklung", so Olaf Mosebach.

Informiert über weitere Bauvorhaben: Bürgermeister Michael Kramer (Mitte, vorne) ist im engen Austausch mit den Investoren für die Gemeinde. Foto: WienkenInformiert über weitere Bauvorhaben: Bürgermeister Michael Kramer (Mitte, vorne) ist im engen Austausch mit den Investoren für die Gemeinde. Foto: Wienken

Bereits an der ersten Station in der Vlämischen Straße konnten sich die Teilnehmer ein erstes Bild der ortstypischen Bauweise machen, aber auch, was bei einem fehlenden Konzept möglicherweise schiefgehen kann. "Die Struktur der Gebäude und die Satteldächer sind soweit einheitlich, aber bei der Gebäudeflucht gibt es einige Unterschiede", erklärt Annika gr. Austing.

Wie Bürgermeister Kramer informiert, hätten sich an der Vlämischen Straße bereits weitere Investoren angekündigt. Diese sollen sich dann verstärkt an dem Konzept zur Ortsentwicklung orientieren. "Wir als Verwaltung haben den Investoren bereits auch einige Vorgaben gemacht, zum Beispiel in puncto Farbgebung und Ausrichtung sowie der Gestaltung der Fenster", berichtet Kramer.

Das Konzept zur Ortsentwicklung beschränkt sich aber nicht nur auf die Gestaltung der Gebäude, sondern auch auf die Schaffung beziehungsweise die Erhaltung von Grünflächen. "Schauen wir uns Bilder aus Lastrups Vergangenheit an, wird deutlich, dass es früher mehr Grün gab. Sicher, innerörtliche Verdichtung ist wichtig, aber um weiterhin den Dorfcharakter beizubehalten, empfiehlt es sich, mehr grüne Akzente zu setzen", befindet Annika gr. Austing.

Handwerker, Investoren und Fachleute sollen vor Bauvorhaben gebrieft werden

Dies könne beispielsweise durch das Pflanzen von Straßenbäumen, das Anlegen von Beeten und die Gestaltung von grünen Vorgärten erreicht werden. Darüber hinaus biete es sich an, Teile des verrohrten Ruhrbachs zu renaturieren, um so kleine Biotope zu schaffen. Die Freiflächen im Ortskern sollten nicht ausnahmslos verdichtet werden, sondern könnten ökologisch aufgewertet werden, etwa in dem dort Obstbäume gepflanzt werden.

Mit dem Konzept, das das Planungsbüro Diekmann und Mosebach erstellen wird, sollen Handwerker, Investoren und Fachleute vor Ort gebrieft werden. Statt Gebäude und Flächen nach dem Motto "Quadratisch, praktisch, gut" zu verplanen, soll immer das Gesamtbild des Ortes berücksichtigt werden. Nach Abschluss der Konzepterstellung werde das Ergebnis im Arbeitskreis Dorfentwicklung sowie im Gemeinderat besprochen und bei künftigen Bauprojekten Berücksichtigung finden, erklärt Michael Kramer abschließend.

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