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Landwirte organisieren Hilfstransport für das Ahrtal

Aus Dümmerlohausen nach Rheinland-Pfalz: 4 Lkw haben Karsten Dittmer und seine Frau organisiert. Alle sind vollgepackt mit Heu- und Strohballen für hochwassergeschädigte Pferdebetriebe.

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Mehrere Meter hoch türmte sich der Müll nach der Flutkatastrophe an der Ahr: 6 Monate später wird von vielen immer noch Hilfe benötigt. Foto: dpa/Roessler

Mehrere Meter hoch türmte sich der Müll nach der Flutkatastrophe an der Ahr: 6 Monate später wird von vielen immer noch Hilfe benötigt. Foto: dpa/Roessler

Am 14. Juli 2021 löste das Tief Bernd eine Flutkatastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aus. Seitdem ist nichts mehr, wie es einmal war. Laut Medienberichten liegen die Schäden in einer Rekordhöhe von 29,2 Milliarden Euro. Obwohl die Katastrophe bereits ein halbes Jahr zurückliegt, sind im stark betroffenen Landkreis Ahrweiler immer noch 42.000 Menschen von den Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers betroffen. Aber nicht nur Menschen, sondern auch viele Tiere leiden unter den Folgen. Für diese machen sich Karsten und seine Frau Beate Dittmer stark. Sie organisieren Hilfsgüter, die aus Dümmerlohausen zu Pferdebetrieben ins Ahrteil gebracht werden. 

"Als ich die Bilder von der Flut im Internet gesehen habe, hat es mir die Sprache verschlagen. Mir war sofort klar, dass ich helfen möchte", berichtet Beate Dittmer. Bereits am nächsten Tag begann die Reittrainerin in WhatsApp-Gruppen Hilfeaufrufe zu starten. Später ging sie in Reitsportgeschäfte und Tierkliniken, um nach Spenden zu fragen. "Auf unserer Terrasse stapelte sich alles Mögliche. Von Pferdedecken über Futter bis hin zum Zaunmaterial", erzählt sie. Die Resonanz und Hilfsbereitschaft im Umkreis sei überwältigend gewesen. Auch Medikamente habe sie für die Springtiere ins Ahrtal gesendet. 

Sichere Spende: Die Helfer packen alle kräftig mit an. Foto: BernhardtSichere Spende: Die Helfer packen alle kräftig mit an. Foto: Bernhardt

Auf einer Pferdeshow versuchte die Pferdeliebhaberin ihr Glück und startete auch dort ein Aufruf. Daraufhin sei ein Mann zu ihr gekommen, der ihr Heu- und Strohballen anbot. Da sie sich damit nicht auskannte holte sie kurzerhand ihren Mann ins Boot. "Ich wusste, hier muss ich reagieren und habe mir gedacht 'nicht verzagen - Ehemann fragen'", scherzt Dittmer. 

"Als meine Frau mich um Hilfe bat, habe ich das Telefon in die Hand genommen und sofort nach Helfern gesucht", so Karsten Dittmer. Insgesamt habe er bereits über 25 Leute für seine Aktion gewinnen können. Landwirte aus der Umgebung haben insgesamt 4 Lkws zur Verfügung gestellt, die Dittmer zusammen mit seinen Helfern am vergangenen Freitagabend mit Heu- und Strohballen beladen hat. Am Samstag ging es dann mit 7 weiteren Helfern los in Richtung Ahrtal. "Die Landwirte dort wissen jetzt schon, dass sie dieses Jahr nichts ernten werden. Deshalb versuchen wir alles zu organisieren, was sie momentan brauchen", erzählt er.

Tiere sollten nicht vergessen werden

Dittmer war bereits im November vor Ort, um sich ein Bild zu machen und elektronische Geräte zu spenden. "Für uns ist das unvorstellbar, was dort passiert ist. Weggebrochene Autobahnen und Brücken, diese Bilder vergisst man nicht so schnell", erzählt der Lembrucher. 

In ganz Deutschland wurden nach der Flutkatastrophe Spenden für die betroffenen Menschen gesammelt. "Natürlich ist es wichtig, dass erst mal den Menschen vor Ort geholfen wird. Aber die Tiere dürfen wir bei dem Ganzen nicht vergessen", meint Beate Dittmer. Obwohl das Hochwasser und die Folgen für sie schlimm anzusehen gewesen seien, habe sie dennoch etwas Positives aus ihrer Spendenaktion mitgenommen: "Ich habe gesehen, wie hilfsbereit und solidarisch viele Menschen sind. Das hat mich einfach tierisch gefreut", schwärmt die Pferdetrainerin.

Die Aktion sei trotz alle dem noch nicht vorbei. "Wir stehen in Kontakt mit den Betreibern vor Ort und warten darauf was angefordert wird. Wir haben sicherlich noch einiges was hier weg muss", betont Karsten Dittmer. Auch hiesige Speditionen hätten bereits ihre Hilfe bei der Leihgabe neuer Lkws angeboten. So stehe der nächsten Spendenaktion nichts mehr im Wege. 

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