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Landratswahl 2021: Gerdesmeyer wirbt um Nominierung durch die CDU

Der CDU-Kreisverband Vechta hat den ersten Teil seiner Aufstellungsversammlung abgehalten. Am 29. März wird das Ergebnis der Briefwahl verkündet. Lohnes Bürgermeister ist der einzige Bewerber.

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In der Galerie der Bürgermeister der Stadt Lohne hat er sich bereits verewigt: Nun schickt sich Tobias Gerdesmeyer an, Landrat des Landkreises Vechta werden zu wollen. Am Mittwoch hat er sich um die Nominierung durch die CDU beworben. Foto: dpa / Assanimoghaddam

In der Galerie der Bürgermeister der Stadt Lohne hat er sich bereits verewigt: Nun schickt sich Tobias Gerdesmeyer an, Landrat des Landkreises Vechta werden zu wollen. Am Mittwoch hat er sich um die Nominierung durch die CDU beworben. Foto: dpa / Assanimoghaddam

Wirtschaft und Arbeit, Familienfreundlichkeit und Bildung, eine moderne Infrastruktur und nachhaltiges Wachstum: Das sind die Kernthemen, denen sich Tobias Gerdesmeyer als neuer Landrat des Landkreises Vechta widmen möchte. Der amtierende Bürgermeister der Stadt Lohne hat sich am Mittwochabend während der ersten Online-Aufstellungsversammlung des CDU-Kreisverbandes Vechta um die Nominierung als CDU-Landratskandidat für die Wahl am 12. September (Sonntag) beworben.

Die Rede des 47 Jahre alten Juristen aus Lohne – einziger Bewerber für die CDU-Kandidatur – stand im Zentrum der virtuellen Versammlung, die am 29. März (Montag) fortgesetzt wird. Im zweiten Teil wird das Ergebnis der Briefwahl der Delegierten bekanntgegeben.

Nach einer kurzen Vorstellung betonte Gerdesmeyer, dass er nach wie vor gerne Bürgermeister in Lohne sei – "aber natürlich ist es auch reizvoll, die Zukunft unserer Region, unseres schönen Landkreises Vechta mitgestalten zu können". Als Landrat wolle er sich "ausgleichend und moderierend" einbringen. Wichtig sei ihm die Einigkeit der Städte und Gemeinden im Landkreis. "Ich halte überhaupt nichts davon, Kommunen gegeneinander auszuspielen." Um die großen Zukunftsthemen Digitalisierung, Mobilität und nachhaltiges Wachstum zu meistern, müssten Visionen entwickelt werden. Dazu sei auch ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber Land, Bund und Europa notwendig.

"Trotzdem bleibt die CDU meine Partei."Tobias Gerdesmeyer

Gerdesmeyer hob die Leistungen der Christdemokraten vor Ort hervor. Er gab aber auch zu, dass es angesichts von Maskenaffäre und "Versäumnissen im Zusammenhang mit dem Impfen" nicht immer leicht sei, der Partei die Treue zu halten. "Trotzdem bleibt die CDU meine Partei."

Er kritisierte die Gängelei und „überbordende Bürokratie“, unter anderem in der Landwirtschaft, und rief zu mehr Pragmatismus, Mut und Bereitschaft zur Veränderung auf. Kommunale Verwaltungen sollten seiner Ansicht nach "schnell, bürgernah und lösungsorientiert arbeiten, nicht problemorientiert".

"Made in Vechta" soll international bekannt werden

Gerdesmeyer sagte, er stehe für eine wirtschaftsfreundliche Politik. Er wolle ein "unbürokratisches Gründerklima" schaffen. "Ziel sollte es sein, Innovationen ‚Made in Vechta‘ international bekannt zu machen und zu zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind."

Die Schulen sollten nach Ansicht des Familienvaters nicht nur technisch, sondern die Lehrkräfte auch pädagogisch fit für den digitalen Unterricht gemacht werden. Er appellierte an seine Parteikollegen: "Wir als Christdemokraten dürfen kein einziges Kind aufgeben und zurücklassen." Gerdesmeyer regte ein kreisweites Förderprogramm für den Aufbau einer besonders familienfreundlichen Infrastruktur an. "Wenn man Landkreis Vechta hört, muss man sofort wissen: Das ist doch da, wo so viel für Familien getan wird", formulierte es der Lohner.

Glasfaser und 5G-Mobilfunk, Elektromobilität und Antriebstechniken wie Wasserstoff und E-Fuels: Gerdesmeyer zählte verschiedene Merkmale einer zukunftsorientierten Infrastruktur auf. Er warb für ein Zentralklinikum Vechta-Lohne und "ein starkes Krankenhaus Damme" und sagte, dass sich der Landkreis Vechta in diesem Bereich künftig stärker finanziell engagieren müsse.

Gerdesmeyer setzt auf Anreize statt Verbote

Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sah er den Landkreis auf einem guten Weg. Künftig bedürfe es mehr Kreativität, "um sparsamen Umgang mit der Fläche mit guter Wohnqualität in Einklang bringen zu können". Es müsse Familien auch in Zukunft möglich sein, ein Haus zu bauen oder eine Altimmobilie zu kaufen.

Die CDU stehe für Umwelt-, Klima- und Naturschutz, aber im Einklang mit den Menschen "und nicht als ideologisches Instrument für eine allgemeine Systemkritik". Statt auf Verbote wolle er auf Anreize, Förderungen und technische Innovationen setzen. Ökonomie, Ökologie und Soziales vernünftig miteinander zu vereinen, sei eine zentrale Zukunftsaufgabe, die man mit Dialog- und Kompromissbereitschaft löse – "und nicht mit Maximalforderungen und Kriegsrhetorik".

47-Jähriger will Vertrauen der Menschen gewinnen

Schließlich kündigte Gerdesmeyer an, dass er das Vertrauen der Menschen gewinnen wolle. Zukunftsängste seien durch die Pandemie verstärkt worden. "Umso wichtiger ist es, dass wir als politisch Verantwortliche Orientierung bieten und Tag für Tag das in uns gesetzte Vertrauen der Menschen rechtfertigen."

Tobias Gerdesmeyer ist seit dem 1. Januar 2012 Bürgermeister der Stadt Lohne. Er ist verheiratet mit Kerstin Gerdesmeyer, die Richterin am Amtsgericht Bersenbrück ist. Zusammen hat das Ehepaar drei Kinder: Mia (13), Max (10) und Paul (7).

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