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Landkreis leitet nach Kahlschlag ein Bußgeldverfahren ein

Rund 1000 Bäume und viele Hecken waren Ende 2020 unsachgemäß im Gebiet des Windparks im Borringhauser Moor gekappt worden. Nun hat der Kreis reagiert.

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Es wird wieder gearbeitet: Auf den Kompensationsflächen im Windpark Borringhauser Moor sind neue Pflegemaßnahmen angelaufen.  Foto: Lammert

Es wird wieder gearbeitet: Auf den Kompensationsflächen im Windpark Borringhauser Moor sind neue Pflegemaßnahmen angelaufen.  Foto: Lammert

Nach dem Kahlschlag an rund 1000 Bäumen und an Hecken auf Kompensationsflächen des Windparks im Borringhauser Moor in Damme hat der Landkreis Vechta nach Angaben eines Sprechers inzwischen ein Bußgeldverfahren gegen den Verursacher des unsachgemäßen Rückschnitts eingeleitet. Allerdings wollte der Sprecher die Höhe der geforderten Summe nicht nennen, da es sich um ein noch laufendes Verfahren handelt.

Landkreis pocht auf Wiederherstellung der Kompensationsflächen

Hinsichtlich der von Vertretern der Dammer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) geforderten Erweiterung der Kompensationsflächen, um den entstandenen Schaden wirksam auszugleichen, hieß es aus dem Kreishaus: „Der Verursacher ist verpflichtet, die ursprünglich vorgesehene Kompensationsmaßnahme in vollem Umfang wieder herzustellen. Soweit das auf den vorhandenen Flächen nicht möglich ist, kommen gegebenenfalls zusätzliche Anpflanzungen in dem Bereich in Betracht. Weitere Aussagen können von uns nicht getroffen werden, da der Großteil der betroffenen Flächen über städtebauliche Verträge zwischen der Stadt Damme und der Windparkbetreibergesellschaft geregelt ist.“

Das bestätigte Rolf Mähler, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen im Rathaus. Verträge habe die Stadt aber nicht nur mit der Gesellschaft Windpark Damme (WPD), sondern auch mit Landwirten abgeschlossen.

Stadtverwaltung bespricht sich noch mit ihrem Rechtsvertreter

Deswegen werde sich die Stadtverwaltung auch mit dem Thema „Kompensation“ befassen. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen, denn die Gespräche mit dem Rechtsvertreter der Stadt in dieser Angelegenheit seien noch nicht abgeschlossen, sagte der Fachbereichsleiter.

Die Verwaltung werde zunächst die politischen Gremien über die Ergebnisse informieren. Das könnte zum Beispiel am 4. Februar (Donnerstag) im Rahmen der nächsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses erfolgen, wenn die Politiker denn tagen sollten.

Unterdessen haben sich einige Bürger wegen der Kompensationsflächen wieder an die Verwaltung beziehungsweise die Nabu-Ortsgruppe gewandt. Sie hatten beobachtet, dass auf diesen Flächen wieder Arbeiten stattfinden.

Nach Angaben Rolf Mählers handelt es sich dabei um pflegerische Nacharbeiten, die die WPD mit dem Landkreis Vechta vereinbart hatte. Dass die Windparkbetreiber diese Pflegemaßnahmen mit dem Landkreis Vechta als zuständige Untere Naturschutzbehörde absprechen würden, hatte WPD-Geschäftsführer Berthold Klatte am 10. Dezember vergangenen Jahres mitgeteilt.

"Wir warten die Arbeiten ab und werden uns das Ergebnis sehr genau ansehen."Antonius Viefhues, Nabu-Ortsgruppe Damme

Die Nabu-Ortsgruppe Damme weiß offiziell von den Pflegemaßnahmen durch eine Fachfirma nichts. „Wir warten die Arbeiten ab und werden uns das Ergebnis sehr genau ansehen“, sagte der Co-Vorsitzende Antonius Viefhues.

Weiter teilte er mit, die WPD habe die Nabu-Ortsgruppe eingeladen. „Wir finden es gut, dass wir miteinander und nicht übereinander reden wollen.“ Noch habe die Ortsgruppe allerdings auf die Einladung nicht geantwortet.

Sie werde sie aber annehmen, wenn auch die ebenfalls eingeladene Stadt eine Zusage macht. Dieses Gespräch wollten die Naturschützer abwarten, bevor sie sich weiter zu den Vorgängen äußern.

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