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Landkreis Cloppenburg bleibt von Grippe verschont

Die Schutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie wirken nicht nur gegen Covid-19. Auch andere Infektionskrankheiten sind massiv zurückgegangen.

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Symbolfoto: dpa

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2020 war bestimmt durch Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen. Das verhinderte nicht nur die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2, sondern machte auch anderen Krankheitserregern das Leben schwer. Die IKK classic hat aktuelle Infektionsstatistiken vom Robert Koch-Institut (RKI) ausgewertet. Das Ergebnis für den Landkreis Cloppenburg: Wesentlich weniger Menschen mussten im vergangenen Jahr mit den Folgen von Atemwegs- und Magen-Darm-Infekten kämpfen.

Zu den häufigsten Erregern, die Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen auslösen, gehören Rotaviren, Noroviren, Salmonellen und Campylobacter. In den meisten Fällen erkranken Betroffen nicht schwerwiegend und erholen sich vollständig. Durch den hohen Flüssigkeits- und Salzverlust können solche Infektionen aber gefährlich für Säuglinge, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem werden. Um eine unkontrollierte Verbreitung der Erreger zu vermeiden, sind diese Erkrankungen meldepflichtig.

Am stärksten gehen Infektionen mit Rotavirus zurück 

"Alle Erkrankungen, die durch die genannten Krankheitserreger verursacht werden, sind 2020 im Landkreis Cloppenburg deutlich seltener als im Jahr zuvor aufgetreten", berichtet Markus Schrader, Regionalgeschäftsführer bei der IKK classic. Am stärksten war der Rückgang von Infektionen mit Rotaviren. 2019 waren davon im Landkreis 18 Personen betroffen, 2020 waren es nur 3 – 83,3 Prozent weniger. Die Fallzahl von Erkrankungen mit dem Norovirus ist im vergangen Jahr um 39,1 Prozent gesunken (2020: 42 Fälle, 2019: 59 Fälle). Bei der Salmonellose wurde ein Rückgang um 37,5 Prozent verzeichnet, 2019 hatten sich 16 Personen mit Salmonellen angesteckt, 2020 waren es nur 10. Mit Campylobacter mussten im letzten Jahr insgesamt 46 Betroffene im Landkreis kämpfen, 45,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 2019 waren es 84 Personen, die von ihrem Arzt eine entsprechende Diagnose erhielten.

"Über die Gründe für den starken Rückgang an Fallmeldungen von gastrointestinalen Infektionen können wir nur spekulieren", sagt der IKK-classic- Regionalgeschäftsführer. "Mit Sicherheit haben aber die erhöhten Hygienemaßnahmen durch die Corona-Pandemie einen Anteil daran." Als weiterer Grund gibt die Krankenkasse an, dass möglicherweise weniger Menschen aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ihren Arzt aufgesucht haben, obwohl sie Beschwerden hatten.

Ähnlich wie Coronaviren werden Keuchhusten auslösende Pertussis-Bakterien und die für Grippe ursächlichen Influenzaviren meistens durch Tröpfcheninfektionen von Mensch zu Mensch übertragen. Beide Infektionen lösen Atemwegserkrankungen aus, die mit vielen weiteren körperlichen Beschwerden einhergehen können. Gegen beide Erreger gibt es seit einigen Jahren effektive Impfungen. Trotzdem erkranken jedes Jahr viele Menschen in Deutschland an Keuchhusten und Grippe. "Mund-Nase-Masken und Abstandsregeln sorgen dafür, dass Tröpfcheninfektionen vermindert werden", sagt Markus Schrader von der IKK classic. "Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich deshalb auch auf die Verbreitung anderer Erkrankungen aus."

Kein einziger Fall von Keuchhusten im Kreis Cloppenburg

Keuchhusten ist 2020 im Vergleich zum vorherigen Jahr deutschlandweit von 10.315 Fällen um 66,5 Prozent auf 3457 Fälle gesunken. In Niedersachsen betrug der Rückgang 61,7 Prozent, von 457 Fällen im Jahr 2019 auf 175 Fälle in 2020. Im Landkreis Cloppenburg hat sich die Fallzahl von zwei (=2019) auf null (=2020) reduziert.

Bei der Grippe scheint die Rechnung zumindest im Landkreis Cloppenburg nicht aufgegangen zu sein, denn: 2019 wurden von dort 77 Fälle gemeldet, 2020 waren es 153 – 76 Fälle mehr. Von diesen 153 Grippefällen wurden aber 148 Infektionen vor dem 22. März 2020 diagnostiziert. „Das war der Tag, an dem Deutschland das erste Mal in den Lockdown ging“, erinnert der IKK classic-Regionalgeschäftsführer. Im gesamten Zeitraum danach wurden landkreisweit also nur noch fünf weitere Fälle im Jahr 2020 gezählt.

Bisher hat das RKI die Fallzahlen bis Ende Januar 2021 veröffentlicht. Demnach wurden in ganz Niedersachsen insgesamt fünf Infektionen mit dem Influenzavirus gemeldet, keine davon im Landkreis Cloppenburg. Zum Vergleich: Im Januar 2020 zählte Niedersachsen bereits insgesamt 1014 Grippe-Erkrankte.

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